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Aktien

China „sicherster Aktienmarkt der Welt“

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Haben Sie heute schon einmal herzhaft gelacht? Wenn nicht, so sei Ihnen dieses Zitat des Chefs der Hongkonger Börse (Hong Kong Exchanges & Clearing), Charles Li, empfohlen: China sei der „sicherste Aktienmarkt der Welt“, so schrieb Li heute auf der Webseite des Börsenbetreibers in Hongkong.

Das ist natürlich grotesk angesichts der massiven Turbulenzen der Märkte seit einigen Wochen. Die Argumente von Li sind dementsprechend dünn: die Struktur der Märkte in China gäben staatlichen Institutionen, Aufsichtsbehörden und Clearing-Häusern die besten Schutzmöglichkeiten für die Gelder der Investoren. Nun, nach dem Crash haben die Zocker im Reich der Mitte davon nicht so viel mitbekommen..

Und folgende Grafik zeigt, wie es mit der Sicherheit aussieht! Der Margin Debt, also das geheblte Volumen an den Aktienmärkten, ist so hoch wie noch nie in der Geschichte eines Aktienmarktes der Menschheit:

China Margin Debt
Derzeit sinkt der Margin Debt – Enthebelung!

Anders als der Börsenchef Hongkongs sehen das auch westliche Hedgefondmanager. So fühlt sich etwa William Ackman, Gründer von Pershing Square Capital Management L.P., an den Crash in den USA 2007/2008 erinnert. Nur sei das in China derzeit schlimmer:

„It looks worse to me than 2007 in the United States. Much worse“.

Der Aktienmarkt in China ist gewissermaßen Nachfolger des Casinos von Macau – dessen Niedergang mit der Rally an den Aktienmärkten einher ging. Daher sagt Richard Perry,Gründer von Perry Capital LLC:

„I think it’s a game, the stock market, personally. They’ve basically closed Macau, and this has become the place to gamble.“

Hegdefonds haben inzwischen sogenannte „Seitentaschen“ eingerichtet, in die sie diejenigen Aktien ausgelagert haben, die in China vom Handel ausgesetzt sind.

Wie es wiklich mit der Sicherheit des chinesischen Aktienmarkts bestellt ist, bringt der umstrittene Hedgefondmanager Paul Singer auf den Punkt:

„The damage that’s been done to people’s perception“ is significant. All of a sudden you can’t trade and don’t even know a rough price…and your brokerage firm has become insolvent.“

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joah

    17. Juli 2015 17:16 at 17:16

    Da hat Herr Li aber durchaus Ehrlichkeit gezeigt, nur das es der rest noch nicht so ganz erfasst hat: sicher, ja, aber er sagte nicht für wen oder was, durch wen und auch nicht durch was – er sagte nur „sicher“ (1). Und das man Geld auch auf der Strasse und nicht im Casino verlieren kann, dürfte doch ebenfalls jedem klar sein, oder?

    (1) gleicher, hohler Neusprech wie unsere Politiker; die Chinesen kopieren schnell

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Aktien

Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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