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China: So schnell Weltmacht Nummer eins?

Wird China die USA bald überholen und zur Weltmacht Nummer eins aufsteigen?

Wolfgang Müller

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am

Derzeit wird im Zusammenhang mit dem Handelskrieg zwischen den USA und China sehr oft vom Kampf der Großmächte um die wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung in der Welt gesprochen. Der Herausforderer aus Fernost setzt den bisherigen Hegemon gewaltig unter Druck. Aber kann das überhaupt so schnell gehen? Hierzu ein paar Fakten:

 

Die wirtschaftliche Situation in China und den USA

Vergleicht man die Zahlen des Bruttoinlandsprodukts der beiden Länder mit ihrer Bevölkerungszahl und dem Wachstum, so erkennt man schon die ersten Probleme:

 

  • Die USA kommen mit ihren circa 332 Millionen Einwohnern auf ein Bruttoinlandsprodukt von 20,4 Billionen Dollar, bei einem Wachstum von zuletzt 2,9 Prozent (2018). Das Pro-Kopf-Enkommen hat die riesige Größe von 62 606 Dollar erreicht (Quelle statista) erreicht, allerdings bei großer Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung. Auch die USA werden Probleme haben aufgrund der Verschuldung von Staat und Unternehmen (22,8 Bio. Dollar Staatsschulden – insgesamt laut St. Louis Fed über 70 Bio.) das Wachstum in dieser Höhe weiter aufrechtzuerhalten. Von einer notwendigen Bereinigung (Rezession) erst einmal abgesehen. Selbst wenn man das Wachstum beider Staaten in der aktuellen Größenordnung fortschriebe, würde es weit über ein Jahrzehnt hinaus dauern, bis China die USA erreicht haben kann – formal.

Bis 2049, also dem 100-jährigem Jubiläum der Staatsgründung Chinas will das Land, gemäß seiner langfristigen Planung den Status der führenden Weltmacht erreicht haben.

Unbestritten stark ist die Entwicklung Chinas auf technologischem Gebiet, das Land hat mittlerweile zweieinhalb Mal so viel Patente im Bereich der künstlichen Intelligenz angemeldet, als die USA.

China und USA – der militärische Vergleich

Auch die Verteidigungsbudgets der beiden Konkurrenten liegen noch weit auseinander.

2018: USA 643 Mrd.Dollar, China 168 Mrd. Dollar (Quelle: IISS)

Auffällig ist aber das Tempo bei der Modernisierung der chinesischen Marine. China hat inzwischen mehr Kriegsschiffe als die US-Armee. Im letzten Jahr wurden gleich mehrere große Zerstörer gebaut, die Amerikanern produzierten nur einen. Das Reich der Mitte wird bald über zwei Flugzeugträger verfügen (USA 11).

China ist jedoch bei der Entwicklung von kleinen aber innovativen Waffen sehr aktiv. Zum Beispiel bei der Herstellung von bewaffneten Drohnen mit einer Reichweite von mehreren Tausend Kilometern. Dabei gibt es ein relevantes Problem, wie es Experten der Münchner Sicherheitskonferenz betont haben. Demnach wären 95 Prozent aller Raketen und Missiles verboten, wenn der INF-Vertrag (Nukleare Mittelstreckensysteme) auch für China gelten würde. 85 Prozent aller chinesischen Abschussvorrichtungen müssten abgebaut werden.

Über 30 Länder besitzen heute jenseits aller Abrüstungsverträge solche Waffen, die aus lediglich drei Ländern stammen: USA, Israel und China.

Jede Menge Streitpunkte im künftigen Kampf um die Vorherrschaft, auch außerhalb des wirtschaftlichen Hegemonialsstrebens.

Betrachtet man die Zahl der Atomsprengköpfe bleibt immer noch das absurde Bild aus der Zeit des Kalten Krieges: Russland 6500 – USA 6185 – China 290. Die zentrale Abschreckung im Sinne der „Mutually Assured Destruction“.

Fazit

Die oben genannten Fakten sind nur ein kleiner Überblick über das große Ganze, was den Aufstieg einer Nation zur führenden Weltmacht angeht. Dazu kommen natürlich noch viele Aspekte, die beim Wachstum eines Landes von Bedeutung sein können. Zum Beispiel der Umweltaspekt (Umweltzerstörung) oder das politische System, welches Kräfte freisetzt oder behindert. Auf alle Fälle denke ich, dass die aktuelle Diskussion um den Kampf der Nationen um die Vormachtstellung in der Welt noch ein bisschen überzogen ist. Es wird noch dauern!


Von Christophe Meneboeuf. Mao Zedong portrait attributed to Zhang Zhenshi and a committee of artists (see [1]), falls under {{FoP-China}}. – Personal work.More of my photos on my photoblog: http://www.pixinn.net, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7052260

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    16. Oktober 2019 11:34 at 11:34

    Mal eine Verständnisfrage: Wie aussagekräftig ist eigentlich das BIP, wenn die zugrundeliegenden Währungen das Bild verzerren? Der USD ist bekanntlich überbewertet und der Yuan unterbewertet.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      16. Oktober 2019 12:28 at 12:28

      @Übelkeit. Eine gute Frage.
      Das BIP Chinas läge schon heute über dem amerikanischen, wenn man die Wirtschaftsleistung beider Länder nicht anhand des Wechselkurses Dollar zu Renminbi vergleicht, sondern anhand von Kaufkraftparitäten. Wenn man die Kaufkraft beider Währungen also anhand eines repräsentativen Warenkorbs vergleichen würde.
      Allerdings haben die USA den US-Dollar, die Weltleitwährung, in der z.B. auch die Rohstoffe frakturiert werden. Den größten Vorsprung haben die USA zudem im Finanzsektor, der Anleihemarkt beträgt das Vierfache des chinesischen. Der Dollar als dominierende Währung beschert den USA eine permanente Nachfrage nach ihrer Währung und ermöglicht ihnen so eine (bisher) nahezu ungebremste Verschuldungsfähigkeit.
      Es hängt also auch viel am Renminbi und seinem Außenwert.
      Gruß

      • Avatar

        Übelkeit

        16. Oktober 2019 13:45 at 13:45

        Aber das ist auch die Achillisferse der USA. Sie müssen permanent ihre Schäfchen einfangen und dafür sorgen dass Öl nur in USD gehandelt werden darf um eine künstliche Nachfrage zu erzeugen.

        Gleichzeitig möchte Trump die Produktion wieder in die USA verlagern, was aber aufgrund der eigenserzeugten künstlichen Stärke des USD nicht möglich ist.

        Auch können sie ihre Zinsen nicht Richtung 0 senken, da dann offensichtlich wäre, dass der Finanzkapitalismus mit dem USD im Zentrum gescheitert wäre.

        Die USA sind eine reine Konsumgesellschaft und leben auf Pump zu ungunsten anderer Länder. Trumps Darstellung, andere Länder würden den USA Arbeitsplätze stehlen ist daher kompletter Blödsinn. Ihre Weltleitwährung ist ihnen nun selbst im Weg um etwas an diesem Modell zu ändern.

        Sollte das Machtverhältnis kippen, dann wird es sehr schmerzhaft für die USA.

        • Avatar

          tm

          16. Oktober 2019 17:21 at 17:21

          “ Sie müssen permanent ihre Schäfchen einfangen und dafür sorgen dass Öl nur in USD gehandelt werden darf um eine künstliche Nachfrage zu erzeugen.“

          Wieso? Es gibt eine ganze Reihe von Staaten mit höheren Leistungsbilanzdefiziten, die es schaffen, diese Defizite ohne dieses vermeintliche Privileg zu finanzieren.

      • Avatar

        tm

        16. Oktober 2019 17:24 at 17:24

        naja, wie sähe denn ein repräsentativer Warenkorb aus? Und wieso ist die Wirtschaftskraft höher, wenn ein Friseuerbesuch in Peking billiger ist als in Washington DC? Diese Kaufkraftparitäten sind letztlich nette Zahlenspiele, um grob den durchschnittlichen Wohlstand pro Kopf zu vergleichen, nicht mehr und nicht weniger. Über die Wirtschaftskraft zweier Volkswirtschaften sagt das nichts aus.

        Und was die Verschuldungsfähigkeit angeht: Das können andere Staaten offenbar durchaus ähnlich gut und das ohne die vermeintlichen Vorteile der USA.

    • Avatar

      tm

      16. Oktober 2019 17:26 at 17:26

      Aha, bekanntlich ist das so… also wenn der USD überbewertet ist, würde eine Abwertung dazu führen, dass das Leistungsbilanzdefizit sinkt, was das BIP wiederum erhöht. Aber ich würde ohnehin nicht darauf wetten, dass der CNY bei einer Freigabe des Wechselkurses deutlich aufwerten würde; zuletzt stand der CNY wohl eher unter Abwertungs- als unter AUfwertungsdruck.

  2. Avatar

    Chris

    16. Oktober 2019 16:00 at 16:00

    Was wäre, wenn die Bevölkerungszahl in China nicht so hoch wie angegeben wäre oder sinken würde?

    Eine Auswanderung aus China stattfinden würde.

    Eine Einwanderung höchstens von jungen asiatischen Frauen zwecks Heirat stattfinden würde.

  3. Avatar

    tm

    16. Oktober 2019 17:28 at 17:28

    Guter Beitrag. Aber müsste nicht korrekterweise mit den nominalen Wachstumsraten gerechnet werden (wenn man den chinesischen Daten überhaupt trauen kann)?

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Rüdiger Born: S&P 500 noch nicht willig für einen Rücksetzer?

Rüdiger Born

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – das Problem mit den aktuellen Zockereien

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die Zockereien der letzten Tage, und warum dies im großen Bild gesehen ein Problem für die Börse ist.

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GameStop: Symptom für Entgleisung der Märkte – wie war das möglich?

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich? Eine Spurensuche nach den Ursachen eines erstaunlichen Exzesses!

Wolfgang Müller

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Die Anlegerwelt blickt bestürzt und fasziniert in die USA, auf die Kapriolen von Aktie wie GameStop – dazu auf Small Caps, auf exorbitante Call-Spekulation, auf Schieflagen von Leerverkäufern und Brokern. Ausgelöst nicht durch Big Money, sondern durch viele junge Anleger, die eine unregulierte Seite der Aktienmärkte ausnutzen. Eine Spurensuche nach den Ursachen, was Entwicklungen wie bei der Aktie von GameStop möglich gemacht hat..

Wie war GameStop möglich?

Die Notenbanken

Klar ist die Entwicklung an den Aktienmärkten zunächst einmal den Notenbanken geschuldet. Mit der Eliminierung der Anlageklasse Anleihen, der Verlängerung der Aktienhausse, weil mit sinkenden Zinsen Aktienbewertungen immer mehr relativiert wurden. Vor allem aber durch die besondere Situation einer Pandemie, in der alle Notenbanken an einem Strang ziehen, um eine wirtschaftliche Katastrophe zu verhindern.

Dabei ist doch Fed-Chef Jerome Powell noch einer der Vernünftigeren. Hatte er nicht 2018 viermal die Zinsen angehoben, um Exzesse zu unterbinden – und wie ist er für seinen Kommunikationsgau gemaßregelt worden, als er für 2019 von weiteren Zinsanhebungen und Bilanzreduzierung gesprochen hatte? Wurde er nicht von Donald Trump monatelang in der Öffentlichkeit vorgeführt, als „Dummkopf“ beschimpft, weil er partout nicht die Zinsen stärker senken wollte. Der Ex-Präsident hatte stets ins Felde geführt, dass Deutschland sich verschulden könne und dabei noch Geld verdienen würde. Kurzum: Die Marktteilnehmer haben die Ausnahmesituation an den Kapitalmärkten erkannt und den Aktienboom immer weiter befördert. Es gibt einen „Ocean of Liquidity“. Das ist die erste Voraussetzung für das Phänomen GameStop!

Die kostenlosen Neobroker

Eine sehr wesentliche Ursache für den verstärkten Boom an den Aktienmärkten, speziell durch neue Anlegergruppen, war der Preiskampf der Broker um die Kunden, der schließlich zur Abschaffung der Gebühren geführt hat. Es war die Meldung im Oktober 2019, die die Gebührenschmelze brachte: Charles Schwab hatte als Branchenführer angekündigt, in Zukunft auf Kommissionen für das Geschäft mit US-Aktien, börsengehandelten Fonds (ETFs) und Optionsscheinen zu verzichten. Es folgten weitere Broker wie TD Ameritrade und E-Trade und selbst Fidelity zog für seine 22 Millionen Konten nach. Eine Reaktion auf den Aufstieg von RobinHood, der Boden für das grenzenlose Zocken war bereitet. Wenn ich für kleine Trades keine Gebühren bezahlen muss, kann ich das x-mal am Tag wiederholen.

Einen weiteren Schub gab es für die Retail Investors durch die Möglichkeit, Bruchstücke von Aktien zu kaufen – also die Möglichkeit durch den Broker, Teile einer Amazon-Aktie zu handeln, weil ich keine 3000 Dollar für eine einzelne Aktie aufbringen kann. Dazu noch das Angebot der Depotbeleihung, um auf Kredit zu spekulieren. Ein brutaler Preiskrieg um jeden Kunden hat die Situation eskalieren lassen – die Entwicklung um GameStop ist die Folge solcher Entwicklungen!

Die Pandemie und der Teillockdown

Ich habe bereits am 7. Juli 2020 in einem Artikel geschrieben: Der Lockdown und die damit verbundene häusliche Quarantäne hat eine zweifelhafte Entwicklung losgetreten: Die pandemiebedingte Unterbrechung des US-Profisports und der Ausfall an Sportwetten hat viele Sportzocker zur Börse gebracht. Dazu jene, die früher mit Kryptowährungen gehandelt haben. Man spricht daher von einer „Gamification“ der Geldanlage. Die Börse wurde als Ersatz für Fußball-Wetten oder das Glücksspiel in den geschlossenen Casino ansehen. Das beste Beispiel dafür ist der aus der Sportwettenbranche kommende David Portnoy, der „Anführer“ der RobinHooder. Nun ruft auch er zum „Sturm auf das Kapital“ auf – GameStop sei nur der Auftakt gewesen, so Portnoy.

Ein Teil dieser Entwicklung war auch der staatlichen Unterstützung in der Pandemie geschuldet. Die vielen Schecks, die eigentlich für die Versorgung während der Arbeitslosigkeit gedacht war, wurden von nicht wenigen teilweise zum Zocken genutzt. Unterstützungen von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, aber der Gesamtbetrag konnte bis über 4000 Dollar pro Monat ausmachen und damit höher, als es mancher mit seiner reellen Arbeit bringen konnte. Zuletzt waren es die 600 Dollar Schecks, die im Februar noch auf 2000 Dollar aufgestockt werden sollen. Es ist dieses Helikoptergeld, das in Aktien oder Optionen von GameStop fließt.

Die Plattform der sozialen Medien

Wer hätte das gedacht? Dass soziale Medien einmal genutzt werden, um die Großen an der Wall Street zu attackieren.

Wallstreetbets ist so ein Subreddit, auf dem sich Marktteilnehmer austauschen und sich auch zu gemeinsamen Wetten am Kapitalmarkt organisieren. Es laufen auch viele Fehlinformationen, wie eine mehr oder weniger koordinierte Aktion von Trollen auf der Social-Media-Plattform Reddit, die durch ihre Spekulation den direkten Angriff auf die Hedgefonds der Wall Street zum Ziel haben. GameStop war vermutlich erst der Anfang!

Das ist auch ein großer Unterschied zur Dotcom-Blase im Jahr 1999/2000: Die Verfügbarkeit von Informationen und die Vernetzung auf Millionen Geräten, wo sich blitzschnell ein Finanzmob organisieren lässt. Das Smartphone mit all seinen Möglichkeiten war damals noch nicht auf dem Markt. Wenn die Geschichte mit GameStop erledigt ist, kommen dann weitere Angriffe auf Aktien, die sehr „leerverkauft“ sind? Diese Frage hat sich nach den letzten Short Squeezes schon erübrigt. Auch wenn mit einer Firma richtig etwas faul ist und man den Kurs trotzdem nach oben treiben kann. Hatten wir denn in Deutschland nicht eine Firma, die im Visier der Leerverkäufer war und zunächst von der BaFin noch geschützt wurde (Wirecard)?

Die De-Regulierung

Ganz im Gegensatz zur Obama-Regierung, der nach der Finanzkrise eine Reform zur Regulierung der Finanzmärkte veranlasst hatte, wurden die Regularien in der Trump-Ära schrittweise wieder gelockert. Trump sprach ständig von vier Prozent Wachstum, dafür wurden die Steuern radikal gesenkt, Auslandskapital repatriiert, Aktienrückkäufe in großem Maße toleriert und alles gefördert, faktisch und verbal, was die Aktienmärkte befeuerte. So wurde der Boden bereitet für eine Aktienrally, an deren Ende immer Gier einzieht, jeder versucht an der wundersamen Geldvermehrung zu partizipieren, eine Phase für die es viele Namen gibt: Hausfrauenrally, Milchmädchenhausse und weitere.

Ein Thema an den Märkten ist beim Short Selling auch der nackte Leerverkauf, der dazu führen kann, dass die Short Quote auch über 100 Prozent der frei verfügbaren Aktien hinausgehen kann – so wie bei GameStop. Man hatte diese gefährliche Variante der Kurssicherung/Spekulation im Zuge der Finanzkrise zwar verboten, aber nie richtig überwacht, wie es sich in den jetzigen Fällen als Falle erweist.

Fazit

Es ist zweifelsohne ein ganzes Bündel von Ursachen, die zu dieser Spekulationsorgie geführt haben. Auch wenn die Notenbanken mit ihrer Marginalisierung der Zinslandschaft erst die Grundlage für eine lange Börsenphase steigender Notierungen gesorgt haben, wurde die Situation erst dadurch möglich, dass Broker und Marktteilnehmer das Laissez-Faire der Behörden ausgenutzt haben, um Geld zu scheffeln.

Wie kann es sein, dass sich Tausende von Kleinanlegern in Foren verabreden können, um Attacken an den Märkten durch Zocks mit Aktien wie GameStop zu organisieren? Man stelle sich vor JP Morgan, Bank of America und Goldman Sachs würden sich zu konzertierten Aktionen und zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreden. Mit ihrer Finanzkraft könnte die Giganten reihenweise Aktien mit niedrigen Nominalwerten zu Pennystocks machen, was extreme Folgen zeitigen würde: Auschluss bei Kapitalsammelstellen, die nicht in Pennystocks investieren dürfen, Abstufungen im Kredit-Rating, kein Zugang zum Kapitalmarkt, Entlassungen, Pleite. Verbotene Marktmanipulationen stehen stark unter Strafe.

Ist es bei Privaten „uncharted territory“? Nicht mehr lange, denn das dürfte Schule machen, sich die Volumen erhöhen und auch im Ausland probiert werden. Auch wenn sich zunächst einige darüber freuen, wenn es der Hedgefonds-Branche etwas ans Leder geht, sie mit gleichen Waffen geschlagen werden. Aber es ist organisiertes Frontrunning, Pump&Dump – und damit Marktmanipulation. Ein Fall für die Regulierungsbehörden, für die SEC. Diese hat mit Gary Gensler einen neuen Chef, anscheinend ein „harter Hund“. It’s your job, Mister Gensler!

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich?

By BentleyMall – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25399096

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