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China: Staatsmedien mit versteckter Häme über Abverkauf an Wall Street – Chinas Aktienmarkt soll unterstützt werden

Wie Chinas Medien auf den Abverkauf der Wall Street reagieren!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Arroganz der Amerikaner

Wer die psychologische Ausgangslage der Führung in Peking verstehen will, sollte sich bewußt sein, dass es im Jahr 2009 China war, das mit einem massiven Infrastrukturprogramm die globale Wirtschaft, der in der Finanzkrise fast der Stecker gezogen worden wäre, maßgeblich wieder auf die Beine geholfen hat! Dem Westen ist das kaum wirklich bewußt, die Amerikaner sehen in der Geöldpolitik der Fed den Retter – und erwarten von der Welt Dankbarkeit für diese Rettung. Unerwähnt bleibt seitens der Amerikaner, dass es das Platzen der (auch seitens der Politik mutwillig genährten) US-Immobilienblase war, die die Finanzkrise ausgelöst hatte – die Verluste hatten überwiegend die Anderen zu tragen (Deutsche Landesbanken etc.).

In den letzten Wochen hat bekanntlich die Trump-Administration wiederholt darauf hingewiesen, dass die Stärke der Wall Street ein Beleg dafür sei, wie gut es den USA gehen würden, während Chinas Aktienmärkte im Bären-Markt-Modus handelten und damit anzeigten, dass das Reich der Mitte ein echtes Problem habe.

 

Abverkauf an der Wall Street – peinlich für die Trump-Adminstration

Nun aber hat der Dow Jones, der von Donald Trump als Spiegel seiner eigenen Leistung gewertet zu werden scheint, in zwei Tagen 1200 Punkte verloren. Das sorgte für eine gewisse Verlegenheit bei den Amerikanern – das Weiße Haus ließ mitteilen, dass das alles doch nur eine kleine Korrektur sei, die US-Wirtschaft aber bleibe stark. Donald Trump wiederum gab die Schuld der Fed (wohl nicht zu Unrecht, denn seit letzten Dienstag geht es es bergab – also seit der hawkishen Rede von Jerome Powell). Heute morgen hat US-Finanzminister Mnuchin zum Besten gegeben, dass die Märkte eben manchmal ineffzient seien – sie übertrieben manchmal nach oben wie auch nach unten. Das sei eine „normal correction“, nicht mehr!

Man merkt: der Abverkauf ist doch irgendwie peinlich für Trump & Co, schließlich schloß man seitens der Amerikaner darauf, dass man den Handelskrieg schon deshalb gewinne, weil die Aktienmärkte doch das wahre Kraftverhältnis anzeigten. Darauf wiederum haben nun – nach dem zweitätigen Abverkauf an der Wall Street, Chinas Staatsmedien reagiert. So etwa die Global Times, die klar macht, dass der Aktienmarkt nicht wirklich viel mit der Realwirtschaft in China zu tun habe:

„The stock market has a limited impact on the whole Chinese economy and the Chinese economy has withstood this round of impacts. What will happen to the US stock market and how it affects the US economy remain to be seen.“

Die Global Times filetiert genüßlich Trumps Angewohnheit, aus Aktienkursen Stärke ableiten zu wollen:

„The White House once regarded the US bull market as important capital in the trade war (..). The US stock plunge on Wednesday shows the US leader that it’s unreliable to use temporary prosperity as armor in a trade war.“

Besser also sich nicht mit hohen Aktienkursen schmücken – denn die Zeiten könnten sich schnell ändern! Die USA nämlich, so das Blatt weiter, stünden vor einem Wendepunkt der Konjunktur – und wenn dieser Wendepunkt gekommen sei, dann würden die USA auf eine starke Konjunktur Chinas angewiesen sein:

„With the trade war at a stalemate, the US will sooner or later approach a turning point. As the point closes, Washington will feel uneasy no matter how calm it makes itself out to be. The US must hope that China surrenders as soon as possible. Once the US passes the turning point, it will face much more pain in the trade war.“

Washington solle besser nicht weiter eine solche Arroganz zeigen, denn Chinas Wirtschaft sei zwar momentan etwas weniger stark als die der USA, aber gleichwohl sei China mit den USA auf Augenhöhe:

„Washington shouldn’t be too arrogant, believing that it will win an overwhelming victory in the trade war. No one is invincible. In a trade war, both sides lose. A US victory is unrealistic. The US economy undoubtedly shows more strength, but such strength can’t support Washington’s goal of making China hand over its economic sovereignty. China also has great strength and China’s strength matches its desire for equal negotiation.“

 

Kaum kaschierte Häme in China über den Abverkauf der Wall Street

Andere Staatsmedien fordern die Führung in Peking auf, Chinas Aktienmärkte angesichts fallender Kurse an der Wall Street zu unterstützen. So will etwa die „Securities Daily“, dass Liquidität in Chinas Märkte gepumpt werde um die Kurse zu stabilisieren:

„We should take measures to minimize the negative impact of falling U.S. stocks“.

Da schwingt doch unüberhörbar eine gewisse Häme mit!

Die staatliche „Securities Times“ ruft Chinas Führung ebenfalls zur Unterstützung der Aktienmärkte auf – es gäbe überhaupt keinen Grund für Pessimismus („to be pessimistic on China A-shares is blind, and totally unnecessary“). Nun sollte die Führung aktiv werden und zeigen, dass sie sich um den Aktienmarkt kümmere („should roll out positive measures so that investors know the government cares about the stock market“).

Für Trump und die Seinen also ist das, was derzeit passiert, hochnotpeinlich. Also wird relativiert: alles in Ordnung, wir sind und bleiben stark. China aber erkennt im Abverkauf der Wall Street eine erste Schwäche der Amerikaner – und registriert das durchaus mit einer gewissen Schadenfreude..

 

By Haha169 – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15999805

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Beobachter

    12. Oktober 2018 11:52 at 11:52

    Wenn man denkt, dass China in der letzten Krise der Retter war u.bei der nächsten Krise ,wie man vermutet der Auslöser , kommt da einiges auf die Märkte zu.Wer sollte der nächste Retter sein, wenn die grössten Wirtschaftsnationen China, USA, Europa ? rezessiv werden? Die Schwellenländer machen die Sache auch nicht besser.Staunen kann man eigentlich nur noch über die vielen ( Zweck) Optimisten .Man muss schon recht verrückt oder deformiert sein um jetzt noch positiv für die Börsen zu sein.
    Gestern hatte wie üblich Larry Kudlow wider einen schönrednerischen Auftritt beiCNBC.

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DAX daily: Richtungsentscheidung vertagt – wie geht es weiter?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im gestrigen Handel ist dem Dax nach der starken Rally zum Wochenauftakt die Kraft ausgegangen. Während der deutsche Leitindex zur Kassaeröffnung noch ein Tageshoch bei 12.859 Punkten erzielte, konsolidierte er im Laufe des Handels und markierte zwischenzeitlich ein Tagestief bei 12.738. Im Tages-Chart ist dadurch eine Inside-Kerze (Inside-Day) entstanden, damit hat der Dax die Richtungsentscheidung erst einmal vertagt. Im Großen und Ganzen haben wir einen ruhigen Handelstag gesehen, an dem der Leitindex schließlich mit einem kleinen Abschlag von 45 Punkten (-0,35 %) bei 12.825 aus dem Handel gegangen ist.

Nach dem starken Anstieg könnte typischerweise ein Rücksetzer starten, der den Dax in Richtung der 12.620 oder sogar bis zur 12.565 führt. Demgegenüber wäre ein nachhaltiger Anstieg über die Marke bei 12.904 (Punkt 1 der Topbildung) ein positives Signal für die Bullen. Im großen Bild sind auch die Marken der Inside-Bar vom Montag bei 12.587 und 12.883 entscheidend, schließt der Dax auf Tagesbasis darunter oder darüber, dann könnte sich folglich ein stärkerer Impuls in die entsprechende Richtung ergeben.

News und fundamentale Daten

Das gestrige Fernsehduell zwischen Trump und Biden verlief typisch amerikanisch. Anstatt mit Fakten zu überzeugen, wurde ein wilder Schlagabtausch daraus. Trump ist Biden immer wieder ins Wort gefallen und hat ihn lautstark unterbrochen, dabei sind Sticheleien und Beschimpfungen in beide Richtungen gefallen. Alles in allem hat sich Biden besser geschlagen als es viele erwartet haben. Einen richtigen Gewinner gab es dennoch nicht – letzten Endes war es viel Lärm um nichts. Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind dementsprechend gering ausgefallen. Zu Beginn des Duells ging es zum Beispiel im Dax bis an die 12.900er Marke, was aber kurz danach wieder abverkauft wurde. Im Vorlauf der Wahl könnten die Risiken aber nochmal zunehmen, was sich demzufolge auch auf die Märkte auswirkt.

Was die Konjunkturdaten betrifft, ist der heutige Tag das Highlight der Woche, er liefert nämlich einige Trading-Events. Zuerst wurden heute Nacht die Einkaufsmanagerindizes aus China veröffentlicht. Diese haben keine Überraschung geliefert und sind wie erwartet ausgefallen. Vor wenigen Minuten erschienen außerdem die deutschen Einzelhandelsumsätze (Aug). Der Wert liegt mit 3,1 % weit über der Erwartung von 0,4 % (vorherig -0,2 %). Weiter geht es um 9:20 Uhr mit der EZB-Präsidentin, Madame Lagarde äußert sich dann in ihrer Rede zur aktuellen europäischen Geldpolitik. Danach sehen wir um 10:55 Uhr  die Veränderung der Arbeitslosenquote aus Deutschland. Aus der Euro-Zone folgt 5 Minuten später der Verbraucherpreisindex. Das sind schon mal jede Menge Daten, die den Dax auf Trab bringen können.

Damit aber noch nicht genug zudem erscheinen diverse Wirtschaftsdaten aus den USA. Zuerst die ADP-Arbeitsmarktdaten um 14:15 Uhr und gleich danach um 14:30 Uhr das Bruttoinlandsprodukt (Q2). Anschließend sehen wir um 16:00 Uhr die Schwebenden Hausverkäufe, ehe um 16:30 Uhr noch die API-Rohöllagerbestände folgen. Die zahlreichen Konjunkturdaten können für richtig Schwung an der Wall Street sorgen und somit auch den Dax bewegen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Vorbörslich notiert der Dax bereits knapp 100 Punkte tiefer und befindet sich unter dem gestrigen Tagestief. Nachdem wir gestern schon einen Inside-Day gesehen haben, kann dies auch heute wieder passieren. Das bedeutet, dass der Kurs im Bereich von 12.860 bis 12.900er gedeckelt ist und nach unten sogar Platz bis an die 12.600er Marke wäre. In diesem Bereich könnte im Dax eine Range entstehen. Unterschreitet er das gestrige Tagestief bei 12.738, dann liegt im Bereich zwischen 12.700 und 12.685 eine erste Unterstützung. Geht es auch dadurch, dann folgt ein Unterstützungsbereich zwischen 12.630 und 12.620. Dort könnten wieder Käufer einsteigen und den Dax gen Norden befördern. Wenn nicht, dann wird der Bereich an der 12.565 Marke interessant. Auf der Oberseite kam der Dax gestern nicht über den Widerstand bei 12.860 hinaus. Diesen muss er überwinden, um die nächsten Ziele bei 12.904 und 13.000 zu erreichen.

DAX daily: Tagesausblick 30.09. - M30-Chart - Inside Day

Dax Unterstützungen (US):

12.738 – Tagestief 29.09.

12.731 – Pivot Punkt S1

12.700 – vorher mehrfacher WS (H1)

12.629 – Pivot Punkt S2

12.622 – Tageshoch 25.09.

12.565 – Stundenchart

12.522 – Pivot Punkt S3

12.505 – Tagestief 21.09.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.839 – Pivot Punkt

12.859 – Tageshoch 29.09.

12.872 – Tageshoch 28.09.

12.904 – Punkt 1 Topbildung (Hoch 13.460)

12.913 – 50-Tagelinie

13.000 – psychologische Marke

13.032 – 61,8 % Retracement (Hoch 13.460)

13.116 – Gap 18.09.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktienmärkte: Bis US-Wahl jede Rally „gedeckelt“? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ist von nun an jede Rally der Aktienmärkte „gedeckelt“, solange die Unsicherheit über den Ausgang und die Folgewirkungen der US-Wahl besteht? So sieht es zumindest die US-Großbank Goldman Sachs. Entscheidend ist vor allem, ob Trump im Vorfeld der Wahl doch noch sagt, dass er auch eine Niederlage akzeptieren würde – was jedoch aufgrund seiner konstanten Kritik an der Briefwahl in den USA eher unwahrscheinlich ist. Gerade angesichts der deutlich steigenden Zahl an Brief-Wählern dürfte die Fersehdebatte zwischen Biden und Trump heute besondere Bedeutung haben, und wenn Biden keine schlechte Figur machen sollte, wäre das für die US-Demokraten schon ein wichtiger Punktsieg. Die Aktienmärkte sind im Vorfeld der Debatte nervös und zappeln hin und her..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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Rüdiger Born: Chancen im Nasdaq

Rüdiger Born

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