China schickt statt Xi nur Premier Li zum BRICS-Gipfel. Die Absage ist ein deutliches Signal an Brasilien – wegen BRI-Ablehnung und Lulas Nähe zu Modi.
China straft Brasilien ab: BRICS-Gipfel ohne Xi Jinping
Der Generalsekretär der KPCh und Präsident der Volksrepublik China, Xi Jinping, fehlt nächste Woche beim BRICS-Gipfeltreffen in Brasilien. Ein angeblicher Zeitkonflikt führt dazu, dass Ministerpräsident Li Qiang die chinesische Delegation nach Rio de Janeiro anführt. Seit seiner Machtübernahme vor zwölf Jahren hat Xi kein Treffen der Gruppe verpasst, selbst nicht während der Pandemie. Die Entscheidung sorgt für Verwunderung. Zwei Faktoren erklären sie. Brasilien lehnt die Belt and Road Initiative ab, Chinas Vorzeigeprojekt für globale Infrastruktur. Zudem richtet der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein Staatsdinner für den indischen Premierminister Narendra Modi aus, was in Peking als Provokation gilt.
China verliert Geduld mit Brasilien
Chinas Frustration über Brasilien ist spürbar. Die BRI, Xis Vorzeigeprojekt für globale Infrastruktur, findet in Südamerika größter Volkswirtschaft keinen Anklang. Während Länder wie Russland und Südafrika sich beteiligen, bleibt Brasilien abseits, ebenso wie Indien. Lula, der seit seiner Rückkehr ins Präsidium 2023 die Beziehungen zu Peking stärken wollte, traf Xi in den vergangenen anderthalb Jahren zweimal. Dennoch bleibt Brasilien bei der BRI skeptisch, was in Peking als mangelnde Gegenleistung gewertet wird. Xi Jinpings Abwesenheit signalisiert eine deutliche Botschaft: Ohne Zugeständnisse gibt es keine persönliche Präsenz.
Hinzu kommt das Staatsdinner für Modi, das Lula nach dem Gipfel ausrichtet. Dieses Ereignis wird in indischen Medien als Zeichen enger Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Indien gefeiert. Für China, das sich als Führungskraft der BRICS-Gruppe sieht, wirkt diese Geste wie eine Provokation. Der letzte BRICS-Gipfel in Kazan bot eine seltene Gelegenheit für Xi und Modi, nach vier Jahren direkte Gespräche zu führen. Die Annäherung zwischen Indien und China, die dort begann, könnte durch Xis Fernbleiben in Rio ins Stocken geraten. Stattdessen wird Li Qiang, ein loyaler Gefolgsmann Xis, die Interessen Chinas vertreten. Seine Anwesenheit stellt sicher, dass Peking im Gespräch bleibt, ohne dass Xi selbst vor Ort ist.
Die Entscheidung beeinflusst die BRICS-Gruppe. Brasilien äußert Verärgerung über Xis Abwesenheit, was die bilateralen Beziehungen belastet. Lula, der engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China anstrebt, fühlt sich zurückgesetzt. Gleichzeitig stärkt Modis prominente Rolle in Rio die indische Position innerhalb der Gruppe. BRICS basiert auf Konsens, und Spannungen zwischen den Mitgliedern erschweren die Zusammenarbeit. Dennoch bleibt die Gruppe stabil. China, als wirtschaftliches Schwergewicht, sichert sich durch Li Qiangs Teilnahme weiterhin Einfluss.
Xi Jinpings Abwesenheit deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin. China scheint seine Prioritäten zu verschieben, weg von symbolischen Auftritten hin zu gezielten diplomatischen Signalen. Der Fokus liegt auf der Durchsetzung eigener Interessen, etwa der BRI, und weniger auf persönlicher Präsenz bei Gipfeln. Für Brasilien und Indien bedeutet dies, dass sie ihre Positionen innerhalb der BRICS-Gruppe klarer definieren müssen. Lula wird versuchen, die Wogen zu glätten, während Modi die Gelegenheit nutzen könnte, Indiens Einfluss auszubauen. Li Qiangs Aufgabe wird es sein, Chinas Gewicht ohne Xis Aura zu wahren.
Ein anderer Präsident hat seine Teilnahme indessen zugesagt, wenngleich Putin „das Format seiner Teilnahme aber noch nicht gewählt“ habe, wie es TASS formulierte. Der russische Präsident Wladimir Putin wird somit am BRICS-Gipfel in Rio de Janeiro teilnehmen, ob persönlich oder virtuell. Putin will die Gelegenheit nutzen wollen, bilaterale Gespräche mit anderen Staatschefs zu führen. Dies ist vor allem wohl ein innenpolitisch ein Signal, um zu zeigen, dass Russland doch nicht so isoliert sei, wie der Westen es gerne glauben machen will.
BRICS-Handel verliert für China an Relevanz
Auch der rückläufige Handel mit den BRICS-Staaten mag eine Erklärung für Xi Jinpings Absage beim Gipfel in Rio teilweise. Chinas Exporte in die Mitgliedsstaaten wachsen nur um 3 Prozent jährlich, deutlich langsamer als in Asien, Europa oder den USA. Importe aus Brasilien, Indien und Südafrika sinken um 15 bis 21 Prozent, selbst aus Russland um 9,5 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass die BRICS-Länder für China wirtschaftlich an Attraktivität verlieren.
Dennoch dominiert China die Gruppe mit einem Anteil von 70 Prozent am kollektiven BIP und nutzt sie, um geopolitischen Einfluss im globalen Süden auszubauen und die Belt and Road Initiative voranzutreiben. Brasilien, das ein Drittel seiner Importe aus China bezieht, lehnt die BRI ab, was Spannungen mit Peking schafft. Indien, ein weiteres Schwergewicht, vertieft seine Beziehungen zum Westen und hält China auf Distanz. Neue Mitglieder wie Ägypten oder Äthiopien erweitern die geopolitische Reichweite der Gruppe, bleiben aber wirtschaftlich unbedeutend. Der Handelsrückgang signalisiert, dass die BRICS-Staaten derzeit keine wachstumsstarken Märkte für China darstellen. Xi’s Abwesenheit unterstreicht, dass Peking seine Prioritäten auf wirtschaftlich ergiebigere Regionen verlagert, während Li Qiangs Teilnahme Chinas Einfluss sichert.
Chinas Problem aber bleibt: zu wenig Konsum im Inland, zu viel Produktion von Produkten. mit denen das Reich der Mitte andere Länder überschwemmt..
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken











Staatspräsident Xi Jinping hat eben zur Kenntnis genommen, daß sich der 47. US-Präsident Donald John Trump sowohl für iranische Ölexporte nach China, als auch für us-amerikanische Ölexporte nach China ausspricht. Die genannten Ölgeschäfte können in US-Dollar abgerechnet werden.
Wer würde auch so kurz vor der Blockade Taiwans auf einen Gipfel fliegen? China wird mit seinen Aktionen Brasilien und Indien schon gezwungenermaßen auf Linie bringen. Denn mit wem wollen Indien und Brasilien handel treiben, wenn die anti-westliche Achse den Westen zerstört?
„Importe sinken selbst aus Russland um 9,5 Prozent“
Richtig, die BRICS stärken ihre Binnenmärkte immer weiter und machen sich so autark wie möglich, bevor sie den Westen zu Fall bringen.
@Simon
Ach wie süß, mal wieder jemand mit ’ner rosaroten BRICS-Wünsch-dir-was-Brille unterwegs.
Jaja, die BRICS-Staaten stärken ihre Binnenmärkte und treiben deswegen weniger Handel miteinander. Komisch. Außer Indien und Brasilien (mit Abstrichen) ist davon nix zu sehen: Russland taumelt nach offiziellen Erklärungen vom Wochenende einer Rezession entgegen (ups, Sanktionen des bösen Westens wirken also doch – wer hätte das gedacht?), Südafrika ist praktisch in einer Rezession, und Chinas Binnenmarkt … naja, da pumpt halt der Staat Milliarden über Milliarden rein, damit er nicht gänzlich kollabiert.
Falls du es noch nicht gemerkt haben solltest: Russland ist von Exporten abhängig. Und irgendwie läuft es gerade blöd mit den Öl-, Gas- und Kohleexporten. Njet Binnenwirtschaft.
Und warum treibt denn China mit allen anderen Blöcken mehr Handel, nur mit den BRICS weniger? Die asiatischen Staaten stehen ganz oben, dann kommt die EU und die USA (wobei praktisch alles, was nach Südostasien geht, in der EU und den USA landet).
Und klar, die Blockade Taiwans steht unmittelbar bevor. Süß. Dabei weiß China am besten, dass es Russland-ähnliche Sanktionen nicht überleben wird.
Diese Träumer, die hier immer rumlaufen, sollten sich mal ausführlich mit den Wirtschaftsdaten und Handelsbilanzen auseinandersetzen. Ach nee – das würde ja bedeuten, dass man richtig Sachen lesen und verstehen muss und nicht nur ’ne Meinung hat.