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China, Tesla, Sentix, Wirecard: Schöne Welt! Und was macht Spanien?

Claudio Kummerfeld

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Die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag waren deutlich, sogar dramatisch besser als erwartet. Ob sie wirklich stimmen? Dies haben Markus Fugmann und Markus Koch heute kritisch hinterfragt. Aber egal. Die Message ist da, und damit auch die Euphorie. Die Aktienkurse stiegen am Freitag kräftig an ab 14:30 Uhr, und die Märkte profitieren bis jetzt von dieser Euphorie. Und wie sieht die Lage heute aus? Trotz der extrem starken Kursgewinne der letzten Woche, und der Möglichkeit eines Durchschnaufens auf sehr hohem Niveau, kann sich der Dax heute ungefähr auf dem Schlussniveau von Freitag Abend halten. Schaut man sich diesen Chart an mit dem Kursverlauf der letzten zehn Börsentage, dann ist der Aufwärtstrend voll intakt.

Dax Chart zeigt den Verlauf der letzten zehn Tage

Wirecard-Aktie schnell wieder oben

Es wirkt gefühlt so, als wären die letzten Wochen einfach viel zu viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt worden. Man hatte Angst vor einem zweiten großen Crash (kommt der noch mit Verzögerung?). Jetzt regiert die Angst, bei den Kursgewinnen nicht dabei zu sein. Gut sieht man dies aktuell bei der Aktie von Wirecard. Erst gab es am Freitag die Mitteilung über Durchsuchungen bei Wirecard, die sich gegen die Vorstände richten (siehe hier). Dem vorausgegangen war eine Anzeige der BaFin. Und was macht die Aktie? Freitag Abend bei 88,77 Euro geschlossen, begann sie auf diesen Niveaus heute auch ihren Handel. Aber siehe da. In der aktuellen Börsenphase sehen die Börsianer diesen Rutsch wohl eher als Kaufchance, und haben sofort zugeschlagen. Der Verlust wurde im Lauf des heutigen Handelstags wieder aufgeholt, und jetzt notiert die Aktie von Wirecard mit über 96 Euro sogar höher als vor der Bekanntgabe der Razzia.

China

Tja, und aus China, da hört man zunehmend gute Nachrichten. Die Autoabsatzzahlen für Mai wurden heute vermeldet mit +1,9 Prozent gegenüber Mai 2019. Also, in China ist die Kauflaune wieder auf Vorjahresniveau? Für Tesla hat der chinesische Automobilverband heute vermeldet, dass der kalifornische E-Auto-Hersteller im Mai 11.095 Autos vom Typ Modell 3 verkauft hat. Das ist laut „China Passenger Car Association“ eine Verdreifachung gegenüber April. Also, in China ist schon wieder Eitel Sonnenschein für alle Autohersteller, und vor allem für Tesla?

Sentix

Laut dem Analysehaus Sentix hat sich die Wirtschaftsstimmung unter Anlegern in der Eurozone hat sich im Juni spürbar verbessert, allerdings von extrem niedrigen Niveau aus. Der Konjunkturindex stieg im Monatsvergleich um 17 Punkte auf minus 24,8 Zähler. Analysten hatten im Mittel einen Wert von minus 22,0 Punkten erwartet.

Spanien

Kommt ganz Europa schnell und gut durch die Krise? In Spanien (mal abgesehen von Italien und einigen anderen) könnte die Lage noch längere Zeit verdammt finster bleiben. Die spanische Notenbank hat heute eine makroökonomische Prognose für Spanien für 2020-2022 veröffentlicht. Demnach könne die Wirtschaftsleistung in 2020 bis zu 15,1 Prozent einbrechen, falls neue Ausbrüche des Coronavirus neue Shut Downs notwendig machen sollten. In 2021 soll die Wirtschaft in Spanien um 7,7-9,1 Prozent wachsen, in 2022 zwischen 2,1-2,4 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in Spanien soll in laufenden Jahr bei 18,1-19,6 Prozent liegen, und sich 2022 auf nur 17,1-17,4 Prozent erholen. Und man bedenke, das ist nur die offiziell gezählte Arbeitslosigkeit!

Robert Halver zum Dax

Hier sehen Sie den ganz aktuellen Kommentar von Robert Halver von der Baader Bank. Seine Ausführungen zur aktuellen Lage bei Dax und Co sind interessant, auch wenn man sie nicht zwingend teilen muss. Es geht vor allem um die aktuelle Alternativlosigkeit zum Aktieninvestment, der die Anleger wohl zurück in den Markt drängt.

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Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Shorti

    8. Juni 2020 20:21 at 20:21

    Halver sieht phantastische Arbeitsmarktzahlen u.Börsen werden nie mehr etwas mitWirtschaft zu tun haben?
    Ist das Dummheit, Naivität oder beides zusammen?Warum braucht es denn Analysten ? Um die ewige Hausse zu proklamieren braucht es doch keinen Spitzen (Lohn) Bänker, dass kann doch unser Roland auch.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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