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China, Tesla, Sentix, Wirecard: Schöne Welt! Und was macht Spanien?

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Die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag waren deutlich, sogar dramatisch besser als erwartet. Ob sie wirklich stimmen? Dies haben Markus Fugmann und Markus Koch heute kritisch hinterfragt. Aber egal. Die Message ist da, und damit auch die Euphorie. Die Aktienkurse stiegen am Freitag kräftig an ab 14:30 Uhr, und die Märkte profitieren bis jetzt von dieser Euphorie. Und wie sieht die Lage heute aus? Trotz der extrem starken Kursgewinne der letzten Woche, und der Möglichkeit eines Durchschnaufens auf sehr hohem Niveau, kann sich der Dax heute ungefähr auf dem Schlussniveau von Freitag Abend halten. Schaut man sich diesen Chart an mit dem Kursverlauf der letzten zehn Börsentage, dann ist der Aufwärtstrend voll intakt.

Dax Chart zeigt den Verlauf der letzten zehn Tage

Wirecard-Aktie schnell wieder oben

Es wirkt gefühlt so, als wären die letzten Wochen einfach viel zu viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt worden. Man hatte Angst vor einem zweiten großen Crash (kommt der noch mit Verzögerung?). Jetzt regiert die Angst, bei den Kursgewinnen nicht dabei zu sein. Gut sieht man dies aktuell bei der Aktie von Wirecard. Erst gab es am Freitag die Mitteilung über Durchsuchungen bei Wirecard, die sich gegen die Vorstände richten (siehe hier). Dem vorausgegangen war eine Anzeige der BaFin. Und was macht die Aktie? Freitag Abend bei 88,77 Euro geschlossen, begann sie auf diesen Niveaus heute auch ihren Handel. Aber siehe da. In der aktuellen Börsenphase sehen die Börsianer diesen Rutsch wohl eher als Kaufchance, und haben sofort zugeschlagen. Der Verlust wurde im Lauf des heutigen Handelstags wieder aufgeholt, und jetzt notiert die Aktie von Wirecard mit über 96 Euro sogar höher als vor der Bekanntgabe der Razzia.

China

Tja, und aus China, da hört man zunehmend gute Nachrichten. Die Autoabsatzzahlen für Mai wurden heute vermeldet mit +1,9 Prozent gegenüber Mai 2019. Also, in China ist die Kauflaune wieder auf Vorjahresniveau? Für Tesla hat der chinesische Automobilverband heute vermeldet, dass der kalifornische E-Auto-Hersteller im Mai 11.095 Autos vom Typ Modell 3 verkauft hat. Das ist laut “China Passenger Car Association” eine Verdreifachung gegenüber April. Also, in China ist schon wieder Eitel Sonnenschein für alle Autohersteller, und vor allem für Tesla?

Sentix

Laut dem Analysehaus Sentix hat sich die Wirtschaftsstimmung unter Anlegern in der Eurozone hat sich im Juni spürbar verbessert, allerdings von extrem niedrigen Niveau aus. Der Konjunkturindex stieg im Monatsvergleich um 17 Punkte auf minus 24,8 Zähler. Analysten hatten im Mittel einen Wert von minus 22,0 Punkten erwartet.

Spanien

Kommt ganz Europa schnell und gut durch die Krise? In Spanien (mal abgesehen von Italien und einigen anderen) könnte die Lage noch längere Zeit verdammt finster bleiben. Die spanische Notenbank hat heute eine makroökonomische Prognose für Spanien für 2020-2022 veröffentlicht. Demnach könne die Wirtschaftsleistung in 2020 bis zu 15,1 Prozent einbrechen, falls neue Ausbrüche des Coronavirus neue Shut Downs notwendig machen sollten. In 2021 soll die Wirtschaft in Spanien um 7,7-9,1 Prozent wachsen, in 2022 zwischen 2,1-2,4 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in Spanien soll in laufenden Jahr bei 18,1-19,6 Prozent liegen, und sich 2022 auf nur 17,1-17,4 Prozent erholen. Und man bedenke, das ist nur die offiziell gezählte Arbeitslosigkeit!

Robert Halver zum Dax

Hier sehen Sie den ganz aktuellen Kommentar von Robert Halver von der Baader Bank. Seine Ausführungen zur aktuellen Lage bei Dax und Co sind interessant, auch wenn man sie nicht zwingend teilen muss. Es geht vor allem um die aktuelle Alternativlosigkeit zum Aktieninvestment, der die Anleger wohl zurück in den Markt drängt.

Ein Kommentar

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    Shorti

    8. Juni 2020 20:21 at 20:21

    Halver sieht phantastische Arbeitsmarktzahlen u.Börsen werden nie mehr etwas mitWirtschaft zu tun haben?
    Ist das Dummheit, Naivität oder beides zusammen?Warum braucht es denn Analysten ? Um die ewige Hausse zu proklamieren braucht es doch keinen Spitzen (Lohn) Bänker, dass kann doch unser Roland auch.

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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