Folgen Sie uns

Indizes

China – Trump „ahnungslos“, Interim-Deal möglich

Eine vergiftet optimistische Botschaft Chinas an Trump – Interims-Deal möglich, wenn USA auf alle Kernforderungen verzichten..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Morgen wird eine niederrangige Delegation aus China nach Washington reisen, um den Besuch von Liu He Anfang Oktober (bislang steht kein genauer Termin für dessen Reise fest) in der US-Hauptstadt vorzubereiten. Nun sagt Chen Wenling, Chefvolkswirtin des regierungsnahen „China Centre for International Economic Exchanges“ laut „China South Morning Post“: ein Interims-Deal ist wahrscheinlich, wenn die USA auf die weitere Anhebung von Zöllen verzichtet (Trump hatte diese weitere Anhebung mit Rücksicht auf den 70.Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China auf den 15.Oktober verschoben – und damit natürlich wieder eine Rally an den Aktienmärkten ausgelöst) – sowie die Restriktionen gegen Huawei lockert:

“The US should rescind its tariffs, and in particular, it shouldn’t impose any new tariffs, that’s definitely the bottom line of Beijing”, so Chen Wenling gegenüber der „South China Morning Post“

Demnach würde China verstärkt US-Landwirtschaftsprodukte kaufen, wenn die oben genannten Zugeständnisse der Trump-Regierung erfolgen würde. Dann würde ein Mitglied der chinesischen Delegation in den stark agrikulturell geprägten Mittleren Westen reisen, um diese Käufe der Chinesen vorzubereiten.

Das klingt doch scheinbar hoffnungsvoll – aber da gibt es einen kleinen oder eher einen großen Haken an der Sache: Peking glaubt offenkundig, nun die Oberhand im Handelskrieg gewonnen zu haben und daher keine weiteren Konzessionen machen zu müssen als eben die Käufe von US-Landwirtschaftsprodukten, wie die „South China Morning Post“ unter Berufung auf Chen Wenling berichtet:

„Chen added that it is “not necessary” for Beijing to make any significant concessions other than promises to buy US farm products, including soybeans and pork, because it has now gained the upper hand in fighting the trade war with the US.“

Das bedeutet: Peking ist faktisch nicht bereit, die für die USA so zentralen Forderungen wie Schutz geistigen Eigentums in einen Deal einzubeziehen! Trump müßte also praktisch auf alle Kernforderungen verzichten, damit ein solcher Interims-Deal zwischen China und den USA überhaupt zustande käme – und das wäre für den US-Präsidenten nicht nur ein „Gesichtsverlust“, sondern würde ihn auch der herben innnenpolitischen Kritik nicht nur der US-Demokraten aussetzen. Faktisch also ein großes Risiko für den US-Präsidenten mit dem einzigen benefit, ein paar Sojabohnen und Schweinfleisch nach China verkaufen zu können!

Wie sehr China nun meint, in der besseren Position zu sein, verdeutlichen die Aussagen von Chen Wenling drastisch: es wäre für Peking sogar gut, wenn Trump die US-Wahl 2020 gewinnen würde, denn er sei völlig ahnungslos und habe keinerlei Strategie im Handelskrieg:

“Trump is likely to win the election, and it would a good news for China,” she added. “He is completely clueless in fighting the trade war without any strategies or master plans, and he has bullied US allies.”

Wenn das mal nicht eine vergiftet frohe Botschaft für Trump und die westlichen Finanzmärkte ist..

China hält Trump offenbar für "ahningslos" und ohne jede Strategie im Handelskrieg

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Roberto

    19. September 2019 15:07 at 15:07

    Die Märkte finden das nicht so giftig :-) Die feiern jede auch noch so vage positive Nachricht zu diesem Thema. Die Algos sind halt nicht emotional. Die sind lediglich auf Schlüsselwörter und evt. auf Chartmarken programmiert. Und so verdienen sie Geld. Nur wir diskutieren hier alles windelweich und verdienen in der Mehrzahl kein Geld mit unseren noch so tollen Iformationen und Statistiken.
    In diesem Sinne
    VG Euer Kontraindikator

    • Avatar

      Columbo

      19. September 2019 16:32 at 16:32

      @Roberto
      Richtig! Die Schlüsselworte der Algomaten: „Alles nicht so schlimm“ und „ Alles wird gut“. Könnte man sich eigentlich selber programmieren.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Rüdiger Born: Keine Bären in Sicht – Blick auf Dax, Dow und Nasdaq

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Derzeit kann man beim Blick auf Dax, Dow und Nasdaq keine fallenden Tendenzen ausmachen. Schauen wir im folgenden Video auf das aktuelle Chartbild.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Dax: Sentimentanalyse sieht deutschen Leitindex gedeckelt

Der Dax kommt nicht über die Marke von 14.000 Punkten. Gemäß der aktuellen Sentimentanalyse könnte diese Zone als „Deckel“ fungieren..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Der deutsche Leitindex DAX ist ein sehr volatiler Index, mit großen Einbrüchen, aber auch rasanten Anstiegen. Andererseits läuft er oft lange Zeit quer, so dass ihm manche Marktbeobachter als langweilig titulieren. Trotz weiterer Anstiege in den USA schwankt er derzeit unterhalb der Marke von 14.000 Punkten. Gemäß der aktuellen Sentimentanalyse könnte diese Marke als Deckel fungieren.

Dax – die Rally seit Ende Oktober

Dax-Investoren brauchen starke Nerven. Im Coronajahr fiel der Leitindex im Februar/März binnen 35 Tagen um 40 Prozent von 13.795 auf 8255 Punkte intraday (deutlich mehr als die US-Indizes), um sich bis zum 8. Juni, also in zehn Wochen wieder bis auf 12.913 Punkte zu erholen – inmitten des schwärzesten Quartals seit Dekaden. Dann eine monatelange Schaukelbewegung und der Einbruch im Oktober von 13.150 auf 11.555 Punkte. Während einige schon die Jahresendrally abgeschrieben hatten, sprang der volatile Index infolge des Wahlergebnisses und der Impfstoffrally binnen Monatsfrist auf 13.455 Punkte. Während alle den November mit den historischen US-Daten als außergewöhnlich verglichen hatten, war der Dax dennoch stärker gestiegen, um dann wiederum einige Wochen nicht von der Stelle zu kommen und nicht an sein Allzeithoch zu gelangen.

Nach dem Jahreswechsel kam dann der Sprung bis auf 14.132 Punkte und seither verschnauft der Index unterhalb der runden Marke. Starke Anstiege und eine zugrundeliegende Euphorie werden häufig mit scharfen Korrekturen abgebaut, oder mit längeren Querbewegungen. Die Sentimentanalyse scheint das letztere Szenario anzudeuten.

Die Kaufbereitschaft lässt nach

Das Window Dressing zum Jahresende und die Santa Claus Rally (die letzten fünf und die ersten zwei Tage eines Jahres) haben wunderbar funktioniert. In den USA kam noch einmal ein Schnaps oben drauf, das bedeutet, dass man für die reibungslose Amtsübergabe an den Börsen noch einmal applaudiert hatte. War auch klar, dass ein Ereignis (Randale), auf das man sich fast 14 Tage vorbereiten konnte, kaum große Schäden anrichten könnte. Durch die Präsenz von 15.000 Nationalgardisten, der Polizei, dem FBI, der CIA und anderen Nachrichtendiensten und mittels aller Einsatzmittel, die man seit dem 11. September weiterentwickelt hatte: Gesichtserkennung, Schleppnetzfahndung, Überwachung von Mobilfunk, Auswertung von Seiten der sozialen Medien, V-Leute, die Sicherheitsmaßnahmen waren gigantisch. Washington war am 20. Januar der sicherste Ort.

Die großen Adressen kamen vorher noch einmal billiger in den Markt. Beim Dax könnte das die Marke von 13.700 Punkten gewesen sein (vor dem Wochenende mit 13.672 Punkten), wie es die Sentimentanalysen von Joachim Goldberg (Goldberg&Goldberg) und Stephan Heibel (Handelsblatt) ergeben haben. Es sei jetzt zu wenig Kaufbereitschaft vorhanden und spätestens beim letzten Allzeithoch um die 14.150 Punkte müsse man mit Abgabedruck rechnen, ein Deckel für die Kursentwicklung sei beim Dax auszumachen.

Die gestrige Sitzung der Europäischen Zentralbank war ein Non-Event. Es ging um die Finanzierungsbedingungen in der Eurozone und um den Instrumentenkasten der EZB, der noch voll gefüllt sei. Man stelle sich die Marktreaktionen vor, hätte daran Madame Lagarde Zweifel aufkommen lassen!

Fazit

Auch wenn die Sentimentanalyse für Trader den ein oder anderen Hinweis für die Entwicklung des DAX gibt, sollten zwei Dinge nicht außer Acht gelassen werden. Der deutsche Leitindex ist mehrheitlich in ausländischen Händen. Wenn die Angelsachsen einen Feiertag nehmen, schläft der Umsatz in Frankfurt schon zur Mittagszeit ein. Und wenn die US-Börsen wegen der vielfach beschriebenen Überhitzungszeichen (Russell 2000, Margin Debts, Put/Call-Ratio) doch einmal korrigieren sollten, hilft das Sentiment der deutsche Anleger wenig.

Die Wall Street gibt den Takt vor und so unglaublich es auch klingen mag, selbst die „Irrational Excuberance“ der neuen Anlegerklasse der RobinHoodies. Der US-Präsident hat voller Elan bereits am ersten Tag begonnen Entscheidungen zu fällen. Das große Thema Stimulus ist nun wohl schon eingepreist, einige Wall Street-unfreundliche Umorientierungen nicht. Der marktbreite S&P 500 ist seit seinem Novembertief von 3269 Punkten nun schon auf 3855 Punkte gestiegen – ein Plus von 17,9 Prozent. Wie hoch war der Anstieg im ganzen Jahr 2020? 16,26 Prozent, eine Korrektur liegt in der Luft, der Anlass dafür ist wie immer unbekannt, auch wenn die potentiellen Auslöser dafür schon so oft benannt wurden.

Ist beim Dax der Deckel drauf?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage