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China: Überhitzte Aktienmärkte brechen nach starker Rally heftig ein!

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Der Shanghai Composite war der bestlaufende Aktienindex der Welt in 2019. Die Stimulus-Maßanahmen der Regierung in Peking (alleine im Januar wurden 5% des BIPs an Krediten vergeben) wie auch die Hoffnungen auf einen baldigen Deal zwischen den USA und China waren die Haupt-Treiber der Rally – dazu hatte Peking erkannt, dass die Schwäche des chinesischen Aktienmarkts als Zeichen der Schwäche der chinesischen Wirtschaft insgesamt gedeutet wurde (vor allem von Trump und anderen Mitgliedern seiner Regierung).

Also lautete das Motto: das lassen wir nicht auf uns sitzen und sehen den Aktienmarkt im Reich der Mitte nun auch in Konkurrenz zu anderen Aktienmärkten der Welt, wie das „China Security Journal“ als (staatlich gelenktes) Leitmedium des Finanzmarkts in China unverblümt formulierte. Im Klartext: man will den Aktienmarkt nach oben pushen, um die lästigen Kommentare der Trump-Administration zu beenden über die Schwäche chinesischer Aktien. Vor allem für Chinas Broker war das ein bombiges Geschäft, sie verbuchten die stärksten Umsätze seit Daten-Erfassung.

Heute Nacht aber dann der scharfe Einbruch mit dem stärksten Abverkauf seit fünf Monaten: der Shanghai Composite fiel -4,4%, der Shenzhen Composite gab um -3,8% nach, der Tech-Index ChiNext fiel -2,2%, und der China A 50, der die 50 Unternehmen (Festlands-)Chinas mit der stärksten Marktkapitalisierung enthält, sackte um -3,46% ab:


(China A 50; Chart durch ankliken vergrößern)

 

Dafür gab es einige Auslöser: zunächst der massive Einbruch der Exporte Chinas mit -20,7%, die Importe mit -5,1% – alles fiel schlecher als erwartet. Dazu aber auch – und das wurde in westlichen Medien bisher nicht berichtet – ein herber Einbruch der Autoverkäufe im Reich der Mitte mit dem stärksten Monats-Rückgang seit sieben Jahren:

Die Euphorie hat also nun einen herben Dämpfer bekommen, und das wohl zurecht: denn die Rally an den Aktienmärkten hatte sich mehr und mehr von den schwachen Fundamentaldaten der chinesischen Wirtschaft entkoppelt – schließlich können Chinas Firmen bei sich abschwächender Konjunktur eben auch weniger Geschäft machen. Und das ist angesichts der immensen Verschuldung (die Verschuldung der Firmen Chinas beträgt unerreichte 160% des BIP) keine wirklich gute Nachricht!

Für Chinas Aktienmärkte wird nun entscheidend, ob es einen Deal mit den USA geben wird. Der Schlüssel dafür ist wohl die Frage um Huawei – Chinas Aussenminister hat heute den USA vorgeworfen, die legitimen Geschäfte des wichtigsten Konzerns im Reich der Mitte durch illegitime Mittel verhindern zu wollen.

Denkbar ist also, dass der überbordende Optimismus in Sachen Dael USA-China deutlich überzogen ist..

 


By Peter Morgan from Nomadic – Detail, Terracotta Warriors, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2909770

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Gixxer

    8. März 2019 11:15 at 11:15

    Meiner Meinung nach ist das Vorgehen Chinas hier nicht gerade clever.
    Man macht sich so doch auch angreifbarer, da man auch steigende Aktienmärkte benötigt und das könnte meiner Meinung nach dann sogar wieder für einen ordentlichen Deal USA-China sprechen, denn dann hätten beide zu viel zu verlieren, wenn es schief geht.

    Oder wie sehen das andere hier?

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Finanznews

Fed – plötzlich Zweifel an Senkung! Marktgeflüster (Video)

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Plötzlich sind Zweifel aufgekommen an der lange als scheinbar absolut sicher geltenden Zinsenkung der Fed am morgigen Mittwoch! So preisen die Fed Fund Futures derzeit nur noch eine Wahrscheinlichkeit von ca. 60% ein, dass die US-Notenbank die Zinsen wirklich senken wird – eine erstaunliche Wende in so kurzer Zeit! Die Aktienmärkte davon unberührt und kaum verändert – aber am Internbankenmarkt gab es seit gestern schwere Verwerfungen, weil viele Banken offenkundig erhöhten Dollar-Bedraf haben (aus vielerlei Gründe). Und die Amerikaner sind sich nun ganz sicher, dass die Öl-Raffinerien in Saudi-Arabien aus dem Iran angegriffen worden sind – die Saudis wiederum prügeln den Ölpreis nach unten mit der Aussage, bald sei alles wieder normal (heute dazu eine PK um 19.15Uhr der Saudis, wir berichten bei FMW so zeitnah wie möglich..)..

Hinweis: Live-Webinar Fed-Enscheidung, 18.09.; 19.55Uhr – Sie können die Live-Kommentierung der Fed-Entscheidung am Mittwoch unter folgendem Link mitverfolgen:

https://www.youtube.com/watch?v=pf-dBWKa0Js

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Indizes

Trump und die Kriegsgefahr im Nahen Osten

Die Angriffe auf die große Ölförderanlage in Saudi-Arabien haben eine bereits brisante Sicherheitslage weiter eskaliert – was aber wird Trump machen?

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Die Angriffe auf die große Ölförderanlage in Saudi-Arabien haben eine bereits brisante Sicherheitslage weiter eskaliert und zugleich verkompliziert – was aber wird Trump nun machen?

Es geht um Öl, dem Schmiermittel der Welt – und damit fangen in vielen Ländern die Alarmglocken an zu schrillen. Dabei richten sich die Augen aller sofort auf die USA, die beim Thema Ölversorgung in der Vergangenheit nicht lange „gefackelt“ haben. Wird sich der bisherige „Kriegsgegner“ Trump zurückhalten? Ein paar Argumente:

Trump und das Interesse der USA am billigen Öl

US-Präsident Trump wird nicht müde zu betonen, dass sich die USA in punkto Ölversorgung autark gemacht haben, dank eines Frackingbooms ohnegleichen. Gleichzeitig sei seine Regierung „locked and loaded“, also Gewehr bei Fuß, um in den Konflikt einzugreifen. Wieder einmal eine der vielen Drohungen Trumps, mit der Absicht die verschiedenen Parteien einzuschüchtern. Aber es gibt ein paar handfeste Gründe, die den US-Präsidenten erst einmal vom Kampfbefehl abhalten:

  • Der Anstieg des Ölpreises um 13 Prozent gab einen Vorgeschmack, was bei einem Nahostkrieg folgen würde. Da würde es nicht bei 70 oder 80 Dollar bleiben. Die Inflationsrate würde aufgrund der Vielzahl der Ölprodukte stark angetrieben und das hieße in der jetzigen Phase der Abschwächung der Weltwirtschaft: Rezession ante portas, zumindest in vielen Ländern. Wie schon öfters erwähnt: Der Auslöser von Rezessionen in der Nachkriegszeit war fast in jedem Fall ein deutlicher Anstieg der Zinsen und/oder der Inflation. Diese ist bekanntermaßen das Letzte, was der US-Präsident im Wahljahr 2020 erleben möchte.
  • Zwar könnten sich die USA mit ihrer Frackingindustrie stark vor der Wirkung höherer Ölpreise schützen, nicht aber die anderen Volkswirtschaften. Die Auswirkungen der globalisierten Wirtschaft auf die US-Wirtschaft ließen nicht lange auf sich warten.
  • Die Benzinpreise würden dennoch steigen, sehr zum Missfallen der Trumpˋschen Wähler in Ohio, Illinois, Michigan und anderen Bundesstaaten. Der typische US-Pickup ist alles andere als ein Kostverächter.
    Was würde denn ein militärischer Konflikt mit dem Iran bedeuten? Der Krieg mit einer Nation von über 80 Millionen Einwohnern und einer Armee von fast 900 000 Soldaten – von den Verbündeten erst gar nicht zu reden.
  • Die Drohungen von Trump haben in wirtschaftlichen Bereichen gelegentlich schon eine recht kurze Halbwertzeit. Und im Militärischen? Was hatte Donald Trump in den Vorjahren Nord-Koreas Machthaber Kim Jong Un nicht alles angedroht? Fire and fury, die komplette Vernichtung und das Resultat?
  • Hatte Trump nicht erst kürzlich den Hardliner John Bolton entlassen, der ihn im Sommer mit aller Macht zu einem militärischen Eingreifen in der Straße von Hormus drängen wollte? Die Interpretation dieses Verhaltens ist eine andere als ein Drang nach einem militärischen Konflikt.

Aus diesen Argumenten wird deutlich, dass US Präsident Trump einen Krieg mit dem Iran vermutlich längstmöglich verhindern und aus dem Weg gehen möchte. Er brächte ihm in der nächsten Zeit erheblich mehr Nachteile als Vorteile in seiner Agenda. Der Egoismus des US-Präsidenten könnte damit derzeit sogar zu etwas nützlich sein.

Negativzinsen Inflation Quirion

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Ein schneller militärischer Erfolg gegen Teheran, den er seinen Wählern verkaufen könnte, dafür sieht er nur geringe Chancen. Ein langwieriger blutiger Kampf ist seinen Wählern aber erst recht nicht zu vermitteln.

Fazit

Man muss es immer wieder wiederholen: Trumps oberstes Ziel ist seine Wiederwahl, jetzt zählt der Wahlkampf und einen Krieg mit wirtschaftlichen Folgen und toten amerikanischen Soldaten kann er nicht gebrauchen. Der Angriff auf die saudi-arabische Raffinerie hat bisher keine Menschenleben gekostet. Sollte jedoch auch nur ein Amerikaner (Bürger oder Soldat) ums Leben kommen, könnte ein automatischer Reflex aus alten Zeiten ausgelöst werden. „America is under attack“ hieß es vor nicht allzu langer Zeit – mit den bekannten Folgen.

Sollte dieser Fall eintreten, würde sich die Nation sofort vereinen, Republikaner und Demokraten – und der militärische Einsatz höchstwahrscheinlich rasch Realität.

Trump kann derzeit keinen Krieg gebrauchen

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Rüdiger Born: Konflikt im Nahen Osten bewegt den Markt

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Gibt es Krieg im Nahen Osten? Auch für China könnte ein Krieg gegen den Iran Auswirkungen haben. Der Ölmarkt ist im Augenblick voll im Fokus des Gesamtmarkts. Gold ist heute mein „Trade des Tages“. Bitte melden Sie sich hier an, wenn Sie täglich meine Analysen kostenfrei lesen möchten.

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