Anleihen

China und der Yuan: Unter der Oberfläche brodelt es gewaltig!

Der Oktober dürfte ein "schwarzer Monat" für Chinas Devisenreserven gewesen sein!

FMW-Redaktion

Es herrscht ja derzeit scheinbar Ruhe in China – die Konjunkturdaten scheinen sich gebessert zu haben. Aber unter der Oberfläche brodelt es gewaltig, und das vor allem wegen dem Yuan!

Bekanntlich hat der US-Dollar in den letzten Tagen abgwertet – aufgrund der gestiegenen Wahrscheinlichkeit eines Wahlsieges von Donald Trump. Und der Yuan hat sich gegenüber dem Dollar in den letzten Tagen einigermaßen stabil gehalten – aber nicht gegenüber einem Währungskorb, den die Notenbank Chinas im letzten Dezember eingeführt hatte: gegenüber diesem Währungskorb ist der Yuan nun auf den tiefsten Stand seit Enführung gefallen. Mithin also hat die Führung in Peking eine weitere Abwertung zugelassen – gleichwohl aber mit Stützungskäufen interveniert, um den Fall des Yuan nicht zu offensichtlich werden zu lassen.

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Dollar-Yuan (offshore) ist in den letzten Tagen stabil, aber zu anderen wichtigen Währungen fällt der Yuan

Nun haben zwei Analysten ausgerechnet, dass im Okotober die Währungsreserven Chinas massiv gefallen sein dürften – auch wegen der Devisenmarkt-Interventionen der People´s Bank of China. Diese Interventionen dürften bei 19,5 Milliarden Dollar im Oktober gelegen haben – und damit so viel wie seit Januar nicht mehr, als die Märkte panisch abverkauften aufgrund der China-Thematik.

Diese beiden Analysten – Khoon Goh von der Australia & New Zealand Banking Group und Jens Nordvig, ehemals Chefvolkswirt bei Nomura, jetzt CEO von Exante und einer der weltweit anerkanntesten Devisenprognostiker – gehen davon aus, dass im Oktober die Währungsreserven um 80 Milliarden Dollar gefallen sind – und damit deutlich stärker, als die Märkte erwarteten. Und das vor allem aus folgenden Gründen (siehe dazu den „Brief“ von Nordvig im englischen Original):

1. hat die Abwertung des Yuan zum US-Dollar die in Dollar ausgewiesenen Devisenreserven Chinas geschmälert

2. haben diese Devisenreserven einen massiven Wertverlust erlitten aufgrund des Abverkaufs an den Märkten für Staatsanleihen – Devisenreserven werden ja überwiegend in der Form von ausländischen Staatsanleihen gehalten (genau das würde einen Crash am Anleihemarkt ja so gefährlich machen, weil sich dann gigantische Werte global in Luft auflösen!)

3. eben die Interventionen zur Stützung des Yuan, die eben mit den Devisenreserven finanziert werden (konkret wohl durch den Verkauf vor allem amerikanischer Staatsanleihen durch China, das belegen die letzten Daten aus den USA zu den ausländischen Käufern/Verkäufern von US-Staatsanleihen!

Um den 06. oder 07. November herum wird China voraussichtlich seine Zahlen zu den Währungsreserven veröffentlichen. Die Reserven Chinas sind schon länger im Sinkflug, der Abwärtstrend ist allen klar, seit massiv Geld aus China herausfließt (zuvor floß ja vor allem durch die Geldpolitik der Fed viel Geld nach China hinein). Aber wenn die psychologisch wichtige 3-Billionen-Marke bei den Währungsreserven unterschritten werden sollte, wird es wohl ein Wiedersehen mit der China/Yuan-Panik aus dem August 2015 und Januar 2016 geben!



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