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China und die USA unter Trump: die Verwerfungen haben schon begonnen – Zeichen stehen auf Wirtschaftskrieg!

Wir laufen auf eine direkte Konfrontation zwischen den USA und China zu – zunächst ökonomisch. China wird weiter US-Staatsanleihen verkaufen!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Gestern war ein hisorischer Tag – keine Frage. Aber gestern war auch ein Wendepunkt an den Märkten, der von weitreichender Bedeutung ist! Während sich aber die Medien vorwiegend auf die Entwicklung am Aktienmarkt fokussieren, werden jetzt am Anleihemarkt die Karten neu gemischt. Und da es an diesem (Staatsanleihen-)Markt um gigantisch große Summen geht (dagegen ist der Aktienmarkt „Kindergeburtstag“), lassen sich hier bereits Entwicklungen erkennen, die die nächsten Monate, wahrscheinlich Jahre prägen werden!

Denn eines scheint seit gestern klar: die Renditen für US-Anleihen werden steigen, weil der Markt aufgrund der Pläne Trumps (und der Dominanz der Republikaner im Kongress) nun ein starkes Anziehen der Inflation erwartet. Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Entwicklung der 10-jährigen US-Anleihe, der Benchmark für den weltweiten Handel für Staatsanleihen:

us10jaehrige

Der Kurs der Anleihe ging zuerst steil nach oben (Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen angesichts der ersten Panik der Märkte), dann aber scharf nach unten – sprich die Renditen steigen, weil eben die Anleger verstärkte Inflation erwarten und daher einen Rendite-Ausgleich fordern.

Gestern gab es eine Emission einer 10-jährigen US-Anleihe – und die Nachfrage der Investoren war unterirdisch! Am Markt hält sich das Gerücht, dass die Chinesen gestern massiv US-Anleihen verkauft hatten, seit klar war, dass Trump die Wahl gewinnen wird – wie viel genau die Chinesen verkauften, werden wir, da die Daten dazu vom US-Finanzministerium sehr zeitverzögert veröffentlicht werden, wohl erst im Februar erfahren.

Nun vergleichen wir den Chart der 10-jährigen US-Anleihe mit der Entwicklung des Dollar-Yuan (offshore):

usdcnh10-11-16

Der Yuan wurde abverkauft, weil man erwartet, dass Trump Einfuhrzölle von bis zu 45% für Waren aus China verlangen wird. Schätzungen gehen davon aus, dass dann die Exporte Chinas in die USA innerhalb eines Jahres um ca. 25% fallen würden. Und es ist schwer vorstellbar, dass die Chinesen das einfach so hinnehmen würden – vielmehr würden sie selbst Gegenmaßnahmen gegen amerikanische Produkte/Firmen verhängen. Das würde viele US-Konzerne hart treffen, allen voran Apple: die Kalifornier produzieren nicht nur ihr wichtigstes Produkt in „Greater China“, sondern die Region ist auch nach den USA der wichtigste Absatzmarkt für Apple. China würde Apple wahrscheinlich in Geiselhaft nehmen und aus dem Markt drängen. Dann müsste Apple wohl seine Produkte nicht nur woanders verkaufen, sondern auch woanders produzieren.

Zurück zum Yuan: Peking hatte seinen Bürgern versprochen, den Yuan nicht weiter abwerten zu lassen – und muß daher mit Stützungskäufen zugunsten des Yuan auf die Dollar-Stärke reagieren. Nun wird erwartet, dass Trump, der China stets als „Großmeister der Währungsmanipulation“ bezeichnet hat, Peking auffordern wird, den Yuan zu stärken. Dass die Forderung ziemlich bar jeder Realität ist, sieht man an mehreren Tatsachen:

1. der vergleichsweise weniger manipulierte Offshore-Yuan (Hongkong) ist deutlich schwächer zum Dollar als der von der Regierung gesteuerte Onshore-Yuan (Shanghai). Das heißt: der freiere Markt erwartet eine weitere Abwertung des Yuan, daher fliehen auch Millionen von Chinesen aus ihrer Währung. Peking wiederum muß den Yuan stützen, sonst würde er weiter fallen.

2. Kapital fließt seit ca. zwei Jahren ab aus China – nicht wie in den Jahren zuvor, als stets Kapital in das Land floß. Das schwächt den Yuan – insofern ist der Yuan derzeit eher zu stark als zu schwach, wie Trump unterstellt. Um den Yuan zu stärken, müsste die Regierung also noch mehr ihrer Devisenreserven einsetzen, als sie es ohnehin schon tut – alleine im letzten Monat gut 45 Milliarden Dollar!

Heute wieder auffällige Bewegungen auch beim Onshore-Yuan:

All das bedeutet: wir laufen auf eine direkte Konfrontation zwischen den USA und China zu – zunächst ökonomisch. China wird weiter US-Staatsanleihen verkaufen, was für die USA irgendwann zu einem Problem werden wird, wenn sein größter Gläubiger die Füße in die Hand nimmt. Irgendwer muß schließlich die Schuldenorgie, die sich verstärkt seit Aufhebung der US-Schulden-Obergrenze massiv nach oben geschaukelt hat, weiter finanzieren. Wenn die Chinesen streiken – und das ist ihr größtes Druckmittel – ist das sorglose Leben der Amerikaner auf Pump erst einmal vorbei.

Es droht also ein Wirtschaftskrieg mit anschließendem Crash von US-Staatsanleihen. Sollte das so eintreten, wäre es mehr als illusorisch zu glauben, dass sich diesem Mega-Sog auch andere Märkte wie der Aktienmarkt entziehen könnte!

24 Kommentare

24 Comments

  1. Avatar

    M.Müller

    10. November 2016 11:41 at 11:41

    Weltklasse Kommentar!
    Wir haben uns wohl abgesprochen!!
    Wie Ich heute schon auf eurer Seite Kommentiert habe ist das größte Problem der Anleihemarkt!!!!Das ist den meisten nicht bewusst weil jeder der Meinung ist das auch wietrhin bis zum nimmerleinstag die Notenbanken Schuldgeld in den Umlauf bringen!!

    Ob long oder short,die Ausschläge zeigen doch das ist alles nicht mehr normal!!
    Hier rate Ich doch zur größten Vorsicht!!
    Wir befinden uns in einer Art Hypnosezustand! Das ist die größte Blase aller Zeiten und die kann morgen in einem Monat oder in 5 Jahren implodieren!!
    Möchte keinen dabei anfeinden und jeden seine Meinung dazu lassen!
    Das ist Demokratie!
    Dies ist leider der größte Trugschluss aller Zeiten!!
    Nochmals zum Nachdenken!? Um den Aktienindex Dax Dow usw. geht es schon lang nicht mehr, der darf schon gar nicht mehr koregieren dieser wird durch nicht erwirtschaftetes Geld(Schuld) am Leben erhalten!!
    Das was uns um die Ohren fliegen wird ist der Anleihemarkt!
    Viele Bankster raten ihren Kunden zu diesen fragwürdigsten Produkten allerzeiten!!
    Täglich werden ca. 700 Milliarden Dollar im Anleihemarkt gehandelt gegenüber 200 Milliarden dollar am Aktienmarkt.
    Der Anleihemarkt hat eine Spekulationsseuche ausgelöst in der Größenordnung von etwo 120 Billionen Dollar!! Global!! Das ist unglaublich!
    Das ist kein kleines Problem sondern ein Tsunami,Erdbeben was weiß Ich alles!
    Und das ist das Große Problem warum die Notenbanken intervenieren und die Zinsen nicht anheben können.
    Holt euch das Jahr 2008 noch mal im Gedächtnis zurück!??
    Die Märkte brachen teilweise über die hälfte ein was ein Vernichtung der Börsenwerte nach sich zog!
    Die Frage erübrigt sich was mit den Anleihemärkten passieren wird!?
    Das ist ein Teufelskreis mit keinem Entkommen!!

  2. Avatar

    klack

    10. November 2016 11:42 at 11:42

    Wenn das Volumen am Anleihemarkt so gigantisch ist und die Chinesen verkaufen signifikant T-Bonds ,werden die erhaltenen Dollars in die eigene Währung getauscht,müssten sie damit eigentlich den Dollar schwächen ,aber das Gegenteil ist der Fall..
    Findet nicht allgemein eine Umschichtung vom Anleihemarkt in den Aktienmarkt statt,
    die Marktbewegung spricht dafür,wie lange das anhält wird sich zeigen.

  3. Avatar

    Wolfgang Koch

    10. November 2016 11:43 at 11:43

    Bravo,Herr Fugmann,so ist die Lage&nicht anders.Ich verfolge FMW tagtäglich,ärgere mich manchmal selbst über nicht geistesüberprüfte,emotionale Kommentare meinerseits,aber that’s life!Mir scheint auch:Die Globalisierung frisst ihre Kinder.Schaut alles in allem nicht so gut aus(pers.Meinung!)Die,mir vom Restvolk vorgesetzte Kanzlerin,sieht das etwas anders:Deutschland geht es gut(richtig zur Zeit,aber warum?Schuldenorgie aller unserer Kunden auf dem Weltmarkt?)Targosalden?.Sollten die Oettingerschlitzaugen(scusi!)ihre Amistaatsanleihen abstossen,bevor the Donald sie inflatorisch entwertet,dann Gnade uns der Allmächtige!Aber bis dahin spielt die Musik auf dem Oberdeck der unsinkbaren HMS=Her Merkels Ship.MS Deutschland noch!

  4. Avatar

    Karl Müller

    10. November 2016 11:58 at 11:58

    Keine Chance, dass die Aktien-Zocker mal richtig auf die Frexxe kriegen. Mal drei Jahre fallende Märkte und dazwischen immer kurze scharfe Zwischenrallys, welche die Ich-hab-den-Boden-gefunden-Wahrsager wieder in den Mart treiben und ihnen doch neue herbe Verluste bescheren *träum*

    *Puff* – aAus der Traum. Die einfache Wahrheit ist:

    Die Rißes dieser Welt werden gewinnen – einfach weil sie in der Überzhl sind und sich an keinem Tag zu schade sind, immer und immer wieder unverschämt und ganz frech den Zentralbank-Put einzufordern.

    Da helfen auch keine kapitalflüchtenden Chinesen. Kapitalflucht ist übrigens ein genau so sinnloses Wort wir Rostschutzfarbe – schützt den Rost … ;-)

    VG Karl

    • Avatar

      Gerd

      10. November 2016 12:29 at 12:29

      Im Hinterkopf bitte immer an TINA denken. Und wenn der sichere Hafen „Anleihen“ zu unsicher wird, dann erst recht.

      Der Crash kommt. Aber wie ich Ihnen schon mal schrieb, kommt der nach meiner Meinung für Ihre Dax-Shorts wahrscheinlich zu spät.
      Dass Sie sich von den Zins-Shorts getrennt haben, ist mehr als verständlich (schrieb petkov auch schon). Allerdings natürlich nichts desto weniger äußerst schade.

      • Avatar

        mona

        10. November 2016 14:40 at 14:40

        Ich bin ja kein Profi,aber bitte,wer ist „TINA“…?

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          10. November 2016 14:42 at 14:42

          @mona, eine sehr hübsche junge Dame! Nein, im Ernst: das steht für „There is no alternative“, es gibt keine Alternative (gemeint ist keine Alternativen zu Aktien)..

          • Avatar

            mona

            10. November 2016 15:04 at 15:04

            Erstmal vielen Dank,für die Info..,
            …aber dann ist doch Edelmetall die beste Alternative zu Anleihen,oder?

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            10. November 2016 15:07 at 15:07

            @mona, seit dem Trump-Sieg denke ich ja – davor wäre ich skeptisch gewesen..

          • Avatar

            mona

            10. November 2016 15:14 at 15:14

            @Fugmann,
            dann bin ich ja beruhigt,denn was man hier alles so an Kommentaren in letzter Zeit lesen muß,da wird mir ganz schwindelig.

    • Avatar

      sabine

      11. November 2016 09:45 at 09:45

      2008 haben viele Aktien-Zocker einstecken müssen. Diesmal sicher auch. Nur eben nicht die fetten Banken an der Wallstreet oder City of London.
      Hat 2009 nicht GoldmanSachs einen Supergewinn eingefahren? Und JPMorgan?

      a) Zumindest will Trump keinen Weltkrieg, was aber immer wieder in meiner Umgebung herumposaunt wird. Denn er will Freund zu Putin sein. Und China fängt sicher keinen an.
      b) Es interessiert ihn eher der Wirtschaftsschaden aus Japan und China. „When was the last time you saw a Chevrolet in Tokyo?“ Nicht die Weltmachstellung gegen Rußland.
      c) Er spricht über falsche Statistiken der Regierung!!!!! „He also said the US unemployment rate of about 5.5% was misleading, as it did not include people who had given up looking for work: Zitat“But think of it: GDP below zero, horrible labor participation rate, and our real unemployment is anywhere from 18% to 20%. Don’t believe the 5.6%. Don’t believe it.““
      Er ist gegen Obamacare:“ Trump repeatedly called Obamacare „the big lie“ and mocked Obama’s signature healthcare policy for its rocky rollout and buggy website. „It is a disaster. And remember the $5 billion website? 5 billion we spent on a website. And to this day it doesn’t work. A $5 billion website….,“ he said.“
      .
      Und er will „End the current strategy of nation-building and regime change.“ Gegen Wolfowitz &Co, die immer sagen:
      „Eine „feindlich gesinnte Macht“ wird als Land klassifiziert, das stark genug ist, um eine von Washington unabhängige Außenpolitik zu betreiben.“ http://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/warum-die-welt-in-ernsthafte-probleme-schlittert/
      Der hat doch mal Eier in der Hose.

  5. Avatar

    leser

    10. November 2016 12:24 at 12:24

    Ich denke auch, dass der Anleihemarkt das Schicksal der Aktienmärkte bestimmen wird. Der Anleihmarkt ist über 3,5 x so groß. Schon 1% Punkt Zinsanstieg bedeutet bei der derzeitigen Verschuldung einen (Buch-)Verlust von 2,1 Billionen. Und wenn das Vertrauen in diesen Markt ins Wanken kommt, dann werden auch die Zentralbanken nicht mehr helfen können. Dafür ist der Markt einfach zu groß. Dazu kämen dann noch die Schieflagen bei den Derivaten, die auch nur begrenzt große Schwankungen vertragen dürften. Tage wie gestern in Folge können da bestimmt schon einige Kopfzerbrechen machen.
    Der Dax wird morgen oder am Montag wieder Richtung Süden drehen. Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine.

  6. Avatar

    Gerd

    10. November 2016 13:00 at 13:00

    M. Müller schrieb seinen ähnlichen Kommentar schon mal an anderer Stelle.
    Ich meinen folgenden in viel kürzerer Form auch:

    Wenn es denn schon so zu erwarten ist, dass der Anleihemarkt einbricht, was spricht dagegen, das Geld vorher, d.h. JETZT noch in einen sicheren Hafen umzuschichten? Und das wäre,
    Z.Bsp. in A k t i e n .
    Einfach mal den umgekehrten Weg beschreiten wie die letzten Jahre?

    Wir haben bei den DAX-Werten ein durchschnittliches KGV von, sagen wir 15. Ich glaube zwar, es liegt sogar niedriger, aber sei es drum. Ich lege noch einen Schnaps drauf und sage 20.

    In zurückliegenden Jahrzehnten war es üblich, im Rahmen von Unternehmensbewertungen (z.B. w eines Verkaufs), den angemessenen Kaufpreis zu ermitteln aufgrund des Substanzwertes und des voraussichtlich nachhaltig erzielbaren Ertrags, der auf die Gegenwart abgezinst wird (Ertragswert). Nichts anders ist es bei den DAX-Unternehmen.

    Da einem Unternehmen und den Erträgen daraus Risiken anhaften, wurden die Erträge aus einer mehr oder weniger risikofreien Anlage gegenübergestellt. Sagen wir mal die 10-jährige Bundesanleihe. Es wurde sodann ein Risikoabschlag auf den Ertragswert gemacht.

    Mir ist nicht bekannt, dass der Risikoabschlag jemals mehr als 50% betrug – oder umgekehrt, der Aufschlag zugunsten der Bundesanleihe mehr als 100%.

    Das übertragen auf die heutigen KGV bei Aktien von unterstellten 20, dürfte die Bundesanleihe demnach ein „KGV“ von 40 aufweisen. Dann wäre Gleichstand. Aktien wären nicht zu teuer, nicht zu billig – und dasselbe gilt für die Anleihe.

    Nun hat die Anleihe bei einer momentanen Rendite von etwa 0,25% aber nicht ein KGV von 40, sondern von 400 (100:0,25).

    Um den Gleichstand auf längere Sicht wieder herzustellen, müsste entweder die Anleiherendite auf 2,50% steigen, was einem Bundfuture-Kurs von ganz, ganz grob gerechnet 135 entspräche, statt jetzt 160.
    Oder der DAX dürfte auf 100.000, i.W. Einhunderttausend steigen.
    Dann hätte er ein KGV von 200, was beim „KGV“ von 400 durchaus angemessen wäre.

    Unterstellt, diese Berechnung aus der betriebswirtschaftlichen Unternehmensbewertung würde auch heute noch gelten – welches von den beiden genannten Anlageformen ist dann wohl der „sicherere Hafen“?

  7. Avatar

    mona

    10. November 2016 13:10 at 13:10

    Die Probleme wurden hier bei FMW zum Thema „Wirtschaftskrieg&Devisenreserven“schon mal ausführlich kommentiert!
    Somit ohne Worte…
    Aber wenn wir uns schon so auf den Anleihecrash eingerichtet haben,was ist die Alternative?
    Keine Ideen hier zu lesen…?

  8. Avatar

    Claudius

    10. November 2016 13:23 at 13:23

    @ Markus Fugmann
    Sehr guter Artikel:

    Je stärker der $ aufwertet, desto mehr muss China intervenieren um den Yuan nicht zu sehr abzuwerten. Im Umkehrschluss steigen die Renditen in den USA und somit die Zinsen. Die Folge ist ein schwächerer Dollar. Damit kann/muss China nicht mehr so viel zur Stützung der Währung intervenieren, da die Devisenreserven nicht mehr so viel wert sind, aber auch der Kapitalfluchtsog abnehmen wird.
    Das Inflationsprogramm der USA führt insbesondere dann in China und den Emerging Markerts durch den schwächeren Dollar wieder zu erhöhtem Konsum = Aufwertung der Inlandswährung und somit insb. in China wieder zu erhöhten Rohstoffimporten und somit wieder steigende wirtschaftliche Aktivität. Analogie zu Nixon 71 = Aufhebung des Goldstandards = Dollarabwertung (gegen Rohstoffwährungen) und Reagan Anfang der 80er erst eine kurze Depression in den USA (Anzeichen haben wir ja in der Industrie schon länger) und dann die extreme Aufwertung bis 85 (hier insb. gegen Industriewährungen).
    Es bleibt spannend.

    Grüße Claudius

  9. Avatar

    LookOut

    10. November 2016 13:37 at 13:37

    Nicht vergessen auch wenn China viel weniger exportiert in die USA, der Wachstum Chinas um 7% ist trotzdem gebucht, dadrüber müssen wir uns keine Sorgen machen.

  10. Avatar

    Gerd

    10. November 2016 13:46 at 13:46

    „Je stärker der $ aufwertet, desto mehr m u s s China intervenieren um den Yuan nicht zu sehr abzuwerten. Im Umkehrschluss steigen die Renditen in den USA und somit die Zinsen. Die F o l g e ist ein s c h w ä c h e r e r Dollar“

    Kann man vielleicht so oder so sehen.
    Könnte es aber nicht auch sein, das China gar nicht m u s s , weil ihm ein schwächerer Yuan Äußerst gut in den Kram passt?

    Und mit der These, dass höhere Zinsen eine s c h w ä c h e r e
    Währung hervorbringen, habe ich auch ein klein bisschen meine
    Verständnisprobleme. Ich muss auch immer schlucken, wenn Herr Fugmann das im Zusammenhang mit dem britischen Pfund bringt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. November 2016 13:52 at 13:52

      @Gerd, da müssen Sie etwas missverstanden haben: wann habe ich gesagt, dass höhere Zinsen eine schwächere Währung hervorbringen??
      Ich sage: das schwache Pfund steigert die Inflation in UK, weil UK auf Importe angewiesen ist und für diese Importe nun deutlich mehr Pfund zahlen muß als vor dem Brexit-Votum! Nichts anderes..

      • Avatar

        Gerd

        10. November 2016 13:58 at 13:58

        Wenn ich das falsch verstanden habe, bitte ich jetzt schon mal um „Sorry“.

        Ich schau das noch mal nach in den Berichten über Brexit.
        Ich muss jetzt aber erst mal weg. Kann sein, dass ich dann morgen im Büßergewand vor Ihnen stehen werde.

        • Avatar

          mona

          10. November 2016 14:27 at 14:27

          @Gerd,
          Wenn es eng wird,dann ist „Mann“schnell wieder weg!
          Aber du brauchst dich doch nicht deswegen sooo klein zu machen,das nach Unterwürfigkeit klingt!
          Was ist hier bloß aus den Männern geworden?
          Gerd..Kopf hoch und durchstarten…

    • Avatar

      Claudius

      10. November 2016 13:58 at 13:58

      Ich denke temporär = kurzes Zeitfenster max. 2-3 Jahre sind Inflation und höhere Zinsen währungsschwächend insb. beim Dollar, da Rohstoffe in Dollar gehandelt werden, deshalb nimmt die USA auch eine Sonderstellung ein. On the long run > 3 Jahre wird der Dollar sicher aufwerten, nämlich dann wenn der Rest der Welt nachziehen muss.

    • Avatar

      mona

      10. November 2016 14:04 at 14:04

      Was China angeht,da verweise ich auf ein Datum,um den 20.April 2016…!
      Aber es wurde leider schon wieder von den Profis vergessen und unser Mainstream hat gar nicht darüber berichtet!
      Darum die jetzt aufkommende Diskussion, heute durch einen Bericht von @Fugmann…
      Nur soviel dazu….FMW hat noch nicht vor allzu langer Zeit,über die schwindenden Devisenreserven in China berichtet..und was erwähnt er seit ca.2 Tagen verstärkt…?

      • Avatar

        mona

        10. November 2016 14:32 at 14:32

        Ein Hinweis für die Innlands Trader:
        Rußland ist der Schuhputzer von China!
        …und beide verfolgen das gleiche Ziel…..das wir,die Mehrheit der Deutschen,noch gar nicht auf dem Schirm haben….

  11. Avatar

    gerd

    11. November 2016 08:45 at 08:45

    Nur der guten Ordnung halber:

    Nur für den Fall, dass irgendwer an dieser Stelle meine angekündigte Antwort an@Markus Fugmann
    bzgl. meiner Zins/-Währungsunterstellung erwarten sollte – die steht auf Marktgeflüster von Donnerstag Abend.

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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