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China und die USA unter Trump: die Verwerfungen haben schon begonnen – Zeichen stehen auf Wirtschaftskrieg!

Wir laufen auf eine direkte Konfrontation zwischen den USA und China zu – zunächst ökonomisch. China wird weiter US-Staatsanleihen verkaufen!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Gestern war ein hisorischer Tag – keine Frage. Aber gestern war auch ein Wendepunkt an den Märkten, der von weitreichender Bedeutung ist! Während sich aber die Medien vorwiegend auf die Entwicklung am Aktienmarkt fokussieren, werden jetzt am Anleihemarkt die Karten neu gemischt. Und da es an diesem (Staatsanleihen-)Markt um gigantisch große Summen geht (dagegen ist der Aktienmarkt „Kindergeburtstag“), lassen sich hier bereits Entwicklungen erkennen, die die nächsten Monate, wahrscheinlich Jahre prägen werden!

Denn eines scheint seit gestern klar: die Renditen für US-Anleihen werden steigen, weil der Markt aufgrund der Pläne Trumps (und der Dominanz der Republikaner im Kongress) nun ein starkes Anziehen der Inflation erwartet. Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Entwicklung der 10-jährigen US-Anleihe, der Benchmark für den weltweiten Handel für Staatsanleihen:

us10jaehrige

Der Kurs der Anleihe ging zuerst steil nach oben (Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen angesichts der ersten Panik der Märkte), dann aber scharf nach unten – sprich die Renditen steigen, weil eben die Anleger verstärkte Inflation erwarten und daher einen Rendite-Ausgleich fordern.

Gestern gab es eine Emission einer 10-jährigen US-Anleihe – und die Nachfrage der Investoren war unterirdisch! Am Markt hält sich das Gerücht, dass die Chinesen gestern massiv US-Anleihen verkauft hatten, seit klar war, dass Trump die Wahl gewinnen wird – wie viel genau die Chinesen verkauften, werden wir, da die Daten dazu vom US-Finanzministerium sehr zeitverzögert veröffentlicht werden, wohl erst im Februar erfahren.

Nun vergleichen wir den Chart der 10-jährigen US-Anleihe mit der Entwicklung des Dollar-Yuan (offshore):

usdcnh10-11-16

Der Yuan wurde abverkauft, weil man erwartet, dass Trump Einfuhrzölle von bis zu 45% für Waren aus China verlangen wird. Schätzungen gehen davon aus, dass dann die Exporte Chinas in die USA innerhalb eines Jahres um ca. 25% fallen würden. Und es ist schwer vorstellbar, dass die Chinesen das einfach so hinnehmen würden – vielmehr würden sie selbst Gegenmaßnahmen gegen amerikanische Produkte/Firmen verhängen. Das würde viele US-Konzerne hart treffen, allen voran Apple: die Kalifornier produzieren nicht nur ihr wichtigstes Produkt in „Greater China“, sondern die Region ist auch nach den USA der wichtigste Absatzmarkt für Apple. China würde Apple wahrscheinlich in Geiselhaft nehmen und aus dem Markt drängen. Dann müsste Apple wohl seine Produkte nicht nur woanders verkaufen, sondern auch woanders produzieren.

Zurück zum Yuan: Peking hatte seinen Bürgern versprochen, den Yuan nicht weiter abwerten zu lassen – und muß daher mit Stützungskäufen zugunsten des Yuan auf die Dollar-Stärke reagieren. Nun wird erwartet, dass Trump, der China stets als „Großmeister der Währungsmanipulation“ bezeichnet hat, Peking auffordern wird, den Yuan zu stärken. Dass die Forderung ziemlich bar jeder Realität ist, sieht man an mehreren Tatsachen:

1. der vergleichsweise weniger manipulierte Offshore-Yuan (Hongkong) ist deutlich schwächer zum Dollar als der von der Regierung gesteuerte Onshore-Yuan (Shanghai). Das heißt: der freiere Markt erwartet eine weitere Abwertung des Yuan, daher fliehen auch Millionen von Chinesen aus ihrer Währung. Peking wiederum muß den Yuan stützen, sonst würde er weiter fallen.

2. Kapital fließt seit ca. zwei Jahren ab aus China – nicht wie in den Jahren zuvor, als stets Kapital in das Land floß. Das schwächt den Yuan – insofern ist der Yuan derzeit eher zu stark als zu schwach, wie Trump unterstellt. Um den Yuan zu stärken, müsste die Regierung also noch mehr ihrer Devisenreserven einsetzen, als sie es ohnehin schon tut – alleine im letzten Monat gut 45 Milliarden Dollar!

Heute wieder auffällige Bewegungen auch beim Onshore-Yuan:

All das bedeutet: wir laufen auf eine direkte Konfrontation zwischen den USA und China zu – zunächst ökonomisch. China wird weiter US-Staatsanleihen verkaufen, was für die USA irgendwann zu einem Problem werden wird, wenn sein größter Gläubiger die Füße in die Hand nimmt. Irgendwer muß schließlich die Schuldenorgie, die sich verstärkt seit Aufhebung der US-Schulden-Obergrenze massiv nach oben geschaukelt hat, weiter finanzieren. Wenn die Chinesen streiken – und das ist ihr größtes Druckmittel – ist das sorglose Leben der Amerikaner auf Pump erst einmal vorbei.

Es droht also ein Wirtschaftskrieg mit anschließendem Crash von US-Staatsanleihen. Sollte das so eintreten, wäre es mehr als illusorisch zu glauben, dass sich diesem Mega-Sog auch andere Märkte wie der Aktienmarkt entziehen könnte!

24 Kommentare

24 Comments

  1. Avatar

    M.Müller

    10. November 2016 11:41 at 11:41

    Weltklasse Kommentar!
    Wir haben uns wohl abgesprochen!!
    Wie Ich heute schon auf eurer Seite Kommentiert habe ist das größte Problem der Anleihemarkt!!!!Das ist den meisten nicht bewusst weil jeder der Meinung ist das auch wietrhin bis zum nimmerleinstag die Notenbanken Schuldgeld in den Umlauf bringen!!

    Ob long oder short,die Ausschläge zeigen doch das ist alles nicht mehr normal!!
    Hier rate Ich doch zur größten Vorsicht!!
    Wir befinden uns in einer Art Hypnosezustand! Das ist die größte Blase aller Zeiten und die kann morgen in einem Monat oder in 5 Jahren implodieren!!
    Möchte keinen dabei anfeinden und jeden seine Meinung dazu lassen!
    Das ist Demokratie!
    Dies ist leider der größte Trugschluss aller Zeiten!!
    Nochmals zum Nachdenken!? Um den Aktienindex Dax Dow usw. geht es schon lang nicht mehr, der darf schon gar nicht mehr koregieren dieser wird durch nicht erwirtschaftetes Geld(Schuld) am Leben erhalten!!
    Das was uns um die Ohren fliegen wird ist der Anleihemarkt!
    Viele Bankster raten ihren Kunden zu diesen fragwürdigsten Produkten allerzeiten!!
    Täglich werden ca. 700 Milliarden Dollar im Anleihemarkt gehandelt gegenüber 200 Milliarden dollar am Aktienmarkt.
    Der Anleihemarkt hat eine Spekulationsseuche ausgelöst in der Größenordnung von etwo 120 Billionen Dollar!! Global!! Das ist unglaublich!
    Das ist kein kleines Problem sondern ein Tsunami,Erdbeben was weiß Ich alles!
    Und das ist das Große Problem warum die Notenbanken intervenieren und die Zinsen nicht anheben können.
    Holt euch das Jahr 2008 noch mal im Gedächtnis zurück!??
    Die Märkte brachen teilweise über die hälfte ein was ein Vernichtung der Börsenwerte nach sich zog!
    Die Frage erübrigt sich was mit den Anleihemärkten passieren wird!?
    Das ist ein Teufelskreis mit keinem Entkommen!!

  2. Avatar

    klack

    10. November 2016 11:42 at 11:42

    Wenn das Volumen am Anleihemarkt so gigantisch ist und die Chinesen verkaufen signifikant T-Bonds ,werden die erhaltenen Dollars in die eigene Währung getauscht,müssten sie damit eigentlich den Dollar schwächen ,aber das Gegenteil ist der Fall..
    Findet nicht allgemein eine Umschichtung vom Anleihemarkt in den Aktienmarkt statt,
    die Marktbewegung spricht dafür,wie lange das anhält wird sich zeigen.

  3. Avatar

    Wolfgang Koch

    10. November 2016 11:43 at 11:43

    Bravo,Herr Fugmann,so ist die Lage&nicht anders.Ich verfolge FMW tagtäglich,ärgere mich manchmal selbst über nicht geistesüberprüfte,emotionale Kommentare meinerseits,aber that’s life!Mir scheint auch:Die Globalisierung frisst ihre Kinder.Schaut alles in allem nicht so gut aus(pers.Meinung!)Die,mir vom Restvolk vorgesetzte Kanzlerin,sieht das etwas anders:Deutschland geht es gut(richtig zur Zeit,aber warum?Schuldenorgie aller unserer Kunden auf dem Weltmarkt?)Targosalden?.Sollten die Oettingerschlitzaugen(scusi!)ihre Amistaatsanleihen abstossen,bevor the Donald sie inflatorisch entwertet,dann Gnade uns der Allmächtige!Aber bis dahin spielt die Musik auf dem Oberdeck der unsinkbaren HMS=Her Merkels Ship.MS Deutschland noch!

  4. Avatar

    Karl Müller

    10. November 2016 11:58 at 11:58

    Keine Chance, dass die Aktien-Zocker mal richtig auf die Frexxe kriegen. Mal drei Jahre fallende Märkte und dazwischen immer kurze scharfe Zwischenrallys, welche die Ich-hab-den-Boden-gefunden-Wahrsager wieder in den Mart treiben und ihnen doch neue herbe Verluste bescheren *träum*

    *Puff* – aAus der Traum. Die einfache Wahrheit ist:

    Die Rißes dieser Welt werden gewinnen – einfach weil sie in der Überzhl sind und sich an keinem Tag zu schade sind, immer und immer wieder unverschämt und ganz frech den Zentralbank-Put einzufordern.

    Da helfen auch keine kapitalflüchtenden Chinesen. Kapitalflucht ist übrigens ein genau so sinnloses Wort wir Rostschutzfarbe – schützt den Rost … ;-)

    VG Karl

    • Avatar

      Gerd

      10. November 2016 12:29 at 12:29

      Im Hinterkopf bitte immer an TINA denken. Und wenn der sichere Hafen „Anleihen“ zu unsicher wird, dann erst recht.

      Der Crash kommt. Aber wie ich Ihnen schon mal schrieb, kommt der nach meiner Meinung für Ihre Dax-Shorts wahrscheinlich zu spät.
      Dass Sie sich von den Zins-Shorts getrennt haben, ist mehr als verständlich (schrieb petkov auch schon). Allerdings natürlich nichts desto weniger äußerst schade.

      • Avatar

        mona

        10. November 2016 14:40 at 14:40

        Ich bin ja kein Profi,aber bitte,wer ist „TINA“…?

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          10. November 2016 14:42 at 14:42

          @mona, eine sehr hübsche junge Dame! Nein, im Ernst: das steht für „There is no alternative“, es gibt keine Alternative (gemeint ist keine Alternativen zu Aktien)..

          • Avatar

            mona

            10. November 2016 15:04 at 15:04

            Erstmal vielen Dank,für die Info..,
            …aber dann ist doch Edelmetall die beste Alternative zu Anleihen,oder?

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            10. November 2016 15:07 at 15:07

            @mona, seit dem Trump-Sieg denke ich ja – davor wäre ich skeptisch gewesen..

          • Avatar

            mona

            10. November 2016 15:14 at 15:14

            @Fugmann,
            dann bin ich ja beruhigt,denn was man hier alles so an Kommentaren in letzter Zeit lesen muß,da wird mir ganz schwindelig.

    • Avatar

      sabine

      11. November 2016 09:45 at 09:45

      2008 haben viele Aktien-Zocker einstecken müssen. Diesmal sicher auch. Nur eben nicht die fetten Banken an der Wallstreet oder City of London.
      Hat 2009 nicht GoldmanSachs einen Supergewinn eingefahren? Und JPMorgan?

      a) Zumindest will Trump keinen Weltkrieg, was aber immer wieder in meiner Umgebung herumposaunt wird. Denn er will Freund zu Putin sein. Und China fängt sicher keinen an.
      b) Es interessiert ihn eher der Wirtschaftsschaden aus Japan und China. „When was the last time you saw a Chevrolet in Tokyo?“ Nicht die Weltmachstellung gegen Rußland.
      c) Er spricht über falsche Statistiken der Regierung!!!!! „He also said the US unemployment rate of about 5.5% was misleading, as it did not include people who had given up looking for work: Zitat“But think of it: GDP below zero, horrible labor participation rate, and our real unemployment is anywhere from 18% to 20%. Don’t believe the 5.6%. Don’t believe it.““
      Er ist gegen Obamacare:“ Trump repeatedly called Obamacare „the big lie“ and mocked Obama’s signature healthcare policy for its rocky rollout and buggy website. „It is a disaster. And remember the $5 billion website? 5 billion we spent on a website. And to this day it doesn’t work. A $5 billion website….,“ he said.“
      .
      Und er will „End the current strategy of nation-building and regime change.“ Gegen Wolfowitz &Co, die immer sagen:
      „Eine „feindlich gesinnte Macht“ wird als Land klassifiziert, das stark genug ist, um eine von Washington unabhängige Außenpolitik zu betreiben.“ http://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/warum-die-welt-in-ernsthafte-probleme-schlittert/
      Der hat doch mal Eier in der Hose.

  5. Avatar

    leser

    10. November 2016 12:24 at 12:24

    Ich denke auch, dass der Anleihemarkt das Schicksal der Aktienmärkte bestimmen wird. Der Anleihmarkt ist über 3,5 x so groß. Schon 1% Punkt Zinsanstieg bedeutet bei der derzeitigen Verschuldung einen (Buch-)Verlust von 2,1 Billionen. Und wenn das Vertrauen in diesen Markt ins Wanken kommt, dann werden auch die Zentralbanken nicht mehr helfen können. Dafür ist der Markt einfach zu groß. Dazu kämen dann noch die Schieflagen bei den Derivaten, die auch nur begrenzt große Schwankungen vertragen dürften. Tage wie gestern in Folge können da bestimmt schon einige Kopfzerbrechen machen.
    Der Dax wird morgen oder am Montag wieder Richtung Süden drehen. Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine.

  6. Avatar

    Gerd

    10. November 2016 13:00 at 13:00

    M. Müller schrieb seinen ähnlichen Kommentar schon mal an anderer Stelle.
    Ich meinen folgenden in viel kürzerer Form auch:

    Wenn es denn schon so zu erwarten ist, dass der Anleihemarkt einbricht, was spricht dagegen, das Geld vorher, d.h. JETZT noch in einen sicheren Hafen umzuschichten? Und das wäre,
    Z.Bsp. in A k t i e n .
    Einfach mal den umgekehrten Weg beschreiten wie die letzten Jahre?

    Wir haben bei den DAX-Werten ein durchschnittliches KGV von, sagen wir 15. Ich glaube zwar, es liegt sogar niedriger, aber sei es drum. Ich lege noch einen Schnaps drauf und sage 20.

    In zurückliegenden Jahrzehnten war es üblich, im Rahmen von Unternehmensbewertungen (z.B. w eines Verkaufs), den angemessenen Kaufpreis zu ermitteln aufgrund des Substanzwertes und des voraussichtlich nachhaltig erzielbaren Ertrags, der auf die Gegenwart abgezinst wird (Ertragswert). Nichts anders ist es bei den DAX-Unternehmen.

    Da einem Unternehmen und den Erträgen daraus Risiken anhaften, wurden die Erträge aus einer mehr oder weniger risikofreien Anlage gegenübergestellt. Sagen wir mal die 10-jährige Bundesanleihe. Es wurde sodann ein Risikoabschlag auf den Ertragswert gemacht.

    Mir ist nicht bekannt, dass der Risikoabschlag jemals mehr als 50% betrug – oder umgekehrt, der Aufschlag zugunsten der Bundesanleihe mehr als 100%.

    Das übertragen auf die heutigen KGV bei Aktien von unterstellten 20, dürfte die Bundesanleihe demnach ein „KGV“ von 40 aufweisen. Dann wäre Gleichstand. Aktien wären nicht zu teuer, nicht zu billig – und dasselbe gilt für die Anleihe.

    Nun hat die Anleihe bei einer momentanen Rendite von etwa 0,25% aber nicht ein KGV von 40, sondern von 400 (100:0,25).

    Um den Gleichstand auf längere Sicht wieder herzustellen, müsste entweder die Anleiherendite auf 2,50% steigen, was einem Bundfuture-Kurs von ganz, ganz grob gerechnet 135 entspräche, statt jetzt 160.
    Oder der DAX dürfte auf 100.000, i.W. Einhunderttausend steigen.
    Dann hätte er ein KGV von 200, was beim „KGV“ von 400 durchaus angemessen wäre.

    Unterstellt, diese Berechnung aus der betriebswirtschaftlichen Unternehmensbewertung würde auch heute noch gelten – welches von den beiden genannten Anlageformen ist dann wohl der „sicherere Hafen“?

  7. Avatar

    mona

    10. November 2016 13:10 at 13:10

    Die Probleme wurden hier bei FMW zum Thema „Wirtschaftskrieg&Devisenreserven“schon mal ausführlich kommentiert!
    Somit ohne Worte…
    Aber wenn wir uns schon so auf den Anleihecrash eingerichtet haben,was ist die Alternative?
    Keine Ideen hier zu lesen…?

  8. Avatar

    Claudius

    10. November 2016 13:23 at 13:23

    @ Markus Fugmann
    Sehr guter Artikel:

    Je stärker der $ aufwertet, desto mehr muss China intervenieren um den Yuan nicht zu sehr abzuwerten. Im Umkehrschluss steigen die Renditen in den USA und somit die Zinsen. Die Folge ist ein schwächerer Dollar. Damit kann/muss China nicht mehr so viel zur Stützung der Währung intervenieren, da die Devisenreserven nicht mehr so viel wert sind, aber auch der Kapitalfluchtsog abnehmen wird.
    Das Inflationsprogramm der USA führt insbesondere dann in China und den Emerging Markerts durch den schwächeren Dollar wieder zu erhöhtem Konsum = Aufwertung der Inlandswährung und somit insb. in China wieder zu erhöhten Rohstoffimporten und somit wieder steigende wirtschaftliche Aktivität. Analogie zu Nixon 71 = Aufhebung des Goldstandards = Dollarabwertung (gegen Rohstoffwährungen) und Reagan Anfang der 80er erst eine kurze Depression in den USA (Anzeichen haben wir ja in der Industrie schon länger) und dann die extreme Aufwertung bis 85 (hier insb. gegen Industriewährungen).
    Es bleibt spannend.

    Grüße Claudius

  9. Avatar

    LookOut

    10. November 2016 13:37 at 13:37

    Nicht vergessen auch wenn China viel weniger exportiert in die USA, der Wachstum Chinas um 7% ist trotzdem gebucht, dadrüber müssen wir uns keine Sorgen machen.

  10. Avatar

    Gerd

    10. November 2016 13:46 at 13:46

    „Je stärker der $ aufwertet, desto mehr m u s s China intervenieren um den Yuan nicht zu sehr abzuwerten. Im Umkehrschluss steigen die Renditen in den USA und somit die Zinsen. Die F o l g e ist ein s c h w ä c h e r e r Dollar“

    Kann man vielleicht so oder so sehen.
    Könnte es aber nicht auch sein, das China gar nicht m u s s , weil ihm ein schwächerer Yuan Äußerst gut in den Kram passt?

    Und mit der These, dass höhere Zinsen eine s c h w ä c h e r e
    Währung hervorbringen, habe ich auch ein klein bisschen meine
    Verständnisprobleme. Ich muss auch immer schlucken, wenn Herr Fugmann das im Zusammenhang mit dem britischen Pfund bringt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. November 2016 13:52 at 13:52

      @Gerd, da müssen Sie etwas missverstanden haben: wann habe ich gesagt, dass höhere Zinsen eine schwächere Währung hervorbringen??
      Ich sage: das schwache Pfund steigert die Inflation in UK, weil UK auf Importe angewiesen ist und für diese Importe nun deutlich mehr Pfund zahlen muß als vor dem Brexit-Votum! Nichts anderes..

      • Avatar

        Gerd

        10. November 2016 13:58 at 13:58

        Wenn ich das falsch verstanden habe, bitte ich jetzt schon mal um „Sorry“.

        Ich schau das noch mal nach in den Berichten über Brexit.
        Ich muss jetzt aber erst mal weg. Kann sein, dass ich dann morgen im Büßergewand vor Ihnen stehen werde.

        • Avatar

          mona

          10. November 2016 14:27 at 14:27

          @Gerd,
          Wenn es eng wird,dann ist „Mann“schnell wieder weg!
          Aber du brauchst dich doch nicht deswegen sooo klein zu machen,das nach Unterwürfigkeit klingt!
          Was ist hier bloß aus den Männern geworden?
          Gerd..Kopf hoch und durchstarten…

    • Avatar

      Claudius

      10. November 2016 13:58 at 13:58

      Ich denke temporär = kurzes Zeitfenster max. 2-3 Jahre sind Inflation und höhere Zinsen währungsschwächend insb. beim Dollar, da Rohstoffe in Dollar gehandelt werden, deshalb nimmt die USA auch eine Sonderstellung ein. On the long run > 3 Jahre wird der Dollar sicher aufwerten, nämlich dann wenn der Rest der Welt nachziehen muss.

    • Avatar

      mona

      10. November 2016 14:04 at 14:04

      Was China angeht,da verweise ich auf ein Datum,um den 20.April 2016…!
      Aber es wurde leider schon wieder von den Profis vergessen und unser Mainstream hat gar nicht darüber berichtet!
      Darum die jetzt aufkommende Diskussion, heute durch einen Bericht von @Fugmann…
      Nur soviel dazu….FMW hat noch nicht vor allzu langer Zeit,über die schwindenden Devisenreserven in China berichtet..und was erwähnt er seit ca.2 Tagen verstärkt…?

      • Avatar

        mona

        10. November 2016 14:32 at 14:32

        Ein Hinweis für die Innlands Trader:
        Rußland ist der Schuhputzer von China!
        …und beide verfolgen das gleiche Ziel…..das wir,die Mehrheit der Deutschen,noch gar nicht auf dem Schirm haben….

  11. Avatar

    gerd

    11. November 2016 08:45 at 08:45

    Nur der guten Ordnung halber:

    Nur für den Fall, dass irgendwer an dieser Stelle meine angekündigte Antwort an@Markus Fugmann
    bzgl. meiner Zins/-Währungsunterstellung erwarten sollte – die steht auf Marktgeflüster von Donnerstag Abend.

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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