Allgemein

China und ein Ponzi-Schema

FMW-Redaktion

Es ist nur die Spitze des Eisbergs: Chinas Behörden haben eine Plattorm, die Kreditgeber und Kreditnehmer miteinander verbinden, als „Ponzi-Schema“ bezeichnet, wie heute die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Es handelt sich um die Plattform „Ezubo“, die im Dezember spektakulär implodiert war. Über diese Plattform hatten sich viele Chinesen Kredite besorgt, die dann zu Investments in Aktien oder Immobilien genutzt worden waren. Als die Plattform dann von den Behörden geschlossen wurde, kam es zu Demonstrationen der Geschädigten in Peking und anderen Städten Chinas.

Ezubo hatten Investoren, die in das Geschäftsmodell investiert hatten, hohe Renditen versprochen. Nach Angaben von inzwischen Verhafteten Managern des Unternehmens wurden 95% der versprochenen Projekte von Ezubo gar nicht umgesetzt, das Geld floß vielmehr direkt in die Taschen der Betrüger. Und das dürfte kein Einzelfall sein. Anfang 2014 gab es in China 880 solcher peer-to-peer-Kreditplattformen, Ende 2015 waren es dann schon knapp 2600. Mit dem Absturz der Aktienmärkte und der Schwäche am chinesischen Immobilienmarkt hat sich die Zahl der von diesen Plattformen vergebenen Kredite, die nicht mehr zurück gezahlt werden, um den Faktor 14 gesteigert. Nach Angaben des chinesischen Datenlieferanten Wangdaizhijia Co. sind mindestens 1263 Plattformen als „problematisch“ eingestuft, sprich liegt Betrugsverdacht nahe.

Es ist daher damit zu rechnen, dass die Untersuchungen gegen Ezubo nur der Anfang sind – Peking will offenkundig in diesem Sektor aufräumen, um weitere Unruhe in der Bevölkerung zu vermeiden. Chinas Regulierungsbehörde hat inzwischen vorgeschlagen, alle Plattformen zu verbieten, die garantierte Rendite für Investoren versprechen. So hatte etwa Ezubo garantierte Renditen zwischen 9% und 14% versprochen. Als die Behörden mißtrauisch wurden, hatten Angestellte versucht, die Geschäftsunterlagen des Untenrnehmens in einem eigens gegrabenen, sechs Meter tiefen Loch zu vergraben. Inzwischen sind zahlreiche Top-Manager auch anderer peer-to-peer-Plattformen untergetaucht, die Gelder dürften für die Investoren unwiderbringlich verloren sein.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage