Anleihen

China und Japan verkaufen weiter US-Staatsanleihen

FMW-Redaktion

China und Japan haben ihre Bestände von US-Staatsanleihen weiter deutlich reduziert – das zeigen in der Nacht auf den heutigen Mittwoch veröffentlichte Daten des US-Finanzministeriums.

So fielen die Bestände Chinas von 1,270 Billionen Dollar auf nun nur noch 1,258 Billionen Dollar, während Japan seine Bestände von 1,197 Billionen Dollar auf nun 1,177 Billionen Dollar reduzierte. Damit hat Japan den geringsten Besatnd seit knapp zwei Jahren. Die Daten stamen aus dem September – spiegeln also die Entwicklung von vor zwei Monaten. Im August hatte China den Yuan stark abgewertet – und in der Folge US-Staatsanleihen verkauft, um den Yuan zu stützen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Belgien, das kürzlich noch weltweit drittgrößter Halter von US-Statsanleihen war, seine Bestände noch kontinuierlichem Abbau wieder erhöht hat – von 110,7 Milliarden Dollar auf nun 135,8 Milliarden Dollar. Dennoch hat sich der Bestand Belgiens in kurzer Zeit (seit Februar 2015) mehr als halbiert. Es gilt als nahezu sicher, dass ein Großteil der unter der Bezeichnung „Belgien“ laufenden Staatsanleihen der USA weitgehend von China stammen.

Zugenommen haben dagegen die Bestände Deutschlands an US-Staatsanleihen: so stiegen von 80,2 Milliarden Dollar auf 83,4 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr.

Während die Verkäufe Chinas wohl eindeutig erfolgten, um den Yuan zu stützen, ist die Situation im Falle Japans weniger klar. Im Februar diesen Jahres war Japan noch knapp vor China größter Anleihehalter der USA, hat aber seitdem seine Bestände kontinuierlich zurück gefahren. Bislang war es Praxis, dass institutionelle Invstoren aus Japan US-Anleihen kauften und Gewinne einfuhren, weil die US-Anelihen deutlich besser rentieren als japanische Staatsanleihen (abzüglich der Kosten für das Hedgen des Yen). Offenkundig fürchten viele Investoren in Japan, dass die Kurse der US-Anleihen aufgrund der zu erwartendedn Zinsanhebung durch die Fed im Dezember weiter unter Druck kommen und damit diese Kalkulation nicht mehr aufgeht: man fürchtet mit einem Wort Kursverluste.

Dieser Trend dürfte sich, das ist bei den Daten des nächsten Monats zu erwarten, fortsetzen. Insbesondere nach der letzten Fed-Sitzung waren die Anleiherenditen in den USA gefallen, sprich die Renditen war gestiegen – für Halter von US-Staatsanleihen bedeutet das Kursverluste. Im September hat sich der Bestand an US-Staatsanleihen ausländischer Halter jedoch kaum verändert und verbleibt bei 6,1 Billionen Dollar.



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