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China und USA: Zunehmende Konfrontationen – es brodelt gewaltig!

Die gestrige Meldung, dass China keine oder weniger US-Staatsanleihen kaufen wolle, kommt nicht aus dem Nichts – die Konflikte zwischen den USA und China verschärfen sich auf wirtschaftlicher Ebene in den letzten Tagen erheblich!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Gestern sorgte die Meldung, wonach China keine oder weniger US-Staatsanleihen kaufen wolle, für schwere Turbulenzen an den Märkten. Zwar hat Chinas Devisenverwaltung SAFE (State Administration of Foreign Exchange) diese Meldung als „Fake News“ zurück gewiesen, doch ist die Stimmung derzeit zwischen den USA und China gerade im wirtschaftlichen Bereich schwer gereizt. Dazu beigetragen hat auch die vom US-Kongreß vorgestern beschlossen Zusammenarbeit mit Taiwan, das bekanntlich von Peking als zu China gehörig beansprucht wird – aus Sicht der chinesischen Regierung ist das eine klare Provokation!

Nun hat heute China den USA verstärkten Protektionismus vorgeworfen. So erklärte der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums Gao Feng:

„Wir stellen fest, dass die Stimme des Protektionismus in den USA immer lauter wird und nun sogar die Oberhand gewonnen hat!“.

Was war passiert? Der chinesische Telekommiunikationsausrüster und (weltweit drittgrößte) Smartphone-Hersteller Huawei versucht seit langem, auch im US-Markt Fuß zu fassen, etwa durch einen geplanten Deal mit AT&T und Verizon. Aber der US-Kongreß blockiert das seit dem Jahr 2012, weil er davon ausgeht, dass dadurch die nationale Sicherheit der USA gefährdet sei. Man ging dabei so weit, den US-Unternehmen von Geschäften etwa mit Huawei abzuraten, weil das Unternehmen der verlängerte Arm Pekings sei. Es gehe um Spionage, wie nun ein Brief des US-Kongresse, der gestern an alle entscheidenden US-Behörden verschickt wurde, behauptet („only reinforces our concerns regarding Huawei and Chinese espionage“). Darin wird vor der angeblich von Huwai und anderen chinesischen Tech-Firmen ausgehende Gefahr für die USA gewarnt („on the threat Huawei and other Chinese technology companies pose“).

Eiegntlich wollte Huwai den Deal mit AT&T auf der gerade laufenden Consumer Electronics Show in Las Vegas verkünden – woraus nun absehbar nichts mehr werden wird! Daher die harsche Reaktion des chinesischen Handelsministeriums heute!

Aber auch das wiederum hat eine Vorgeschichte – in der letzten Woche haben amerikanische Regulatoren der zum Alibaba-Konzern gehörenden Ant Financial (ehemals Alipay, das die weltweit größte Online-und Smartphone-Bezahlplattform betreibt) untersagt, Teile des amerikanischen Konzerns MoneyGram (zweitgrößte Anbieter von Geldüberweisungen in der Welt) zu übernehmen (für 1,2 Milliarden Dollar). Damit ist praktisch die Tür für den Alibaba-Tycoon Jack Ma zugeschlagen worden – Alibaba wird damit faktisch der Markteintritt in die USA verwehrt!


Jack Ma, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Alibaba Group
Von World Economic Forum at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6419886

Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums Gao Feng meinte heute, dass China stark gegen alle protektionistischen Tendenzen opponiere – was natürlich bestenfalls eine Halbwahrheit ist, schließlich ist es kein Zufall, dass US-Tech-Giganten wie Google oder Amazon in China kein Bein auf die Erde bekommen. Der einzige große amerikanische Tech-Konzern, der noch nennenswerte Marktanteile in China hat, ist Apple – aber dessen Marktpräsenz wird von Peking systematisch zurück gedrängt.

Blickt man auf diesen gesamten Kontext, dann wird klar: die gestrige Meldung, dass China keine oder weniger US-Staatsanleihen kaufen wolle, kommt nicht aus dem Nichts – sie ist vielmehr Bestandteil eines Säbelrasselns beider Großmächte, das eine Tendenz zur verstärkten Konfrontation beider Großmächte hat. Die Märkte würden gut daran tun, sich dieser Konfrontation bewußt zu werden!

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    tm

    11. Januar 2018 14:02 at 14:02

    Welches Druckmittel aber hätte China? Es wäre für die US-Wirtschaft (und letztlich auch für die europäische) prima, wenn China seine Währugnsmanipulation über die Käufe von US-Staatsanleihen endlich beendet.

    Zur Zeit hält China 5,8% aller ausstehenden US-Staatsanleihen und kauft bei Fälligkeit alter Anleihen regelmäßig neue nach. Würde dieses Re-Investment beendet, würde der Bestand relativ schnell abschmelzen, der CNY würde aufwerten und Chinas Handelsbilanzüberschuss schwinden.

  2. Avatar

    GiGi

    11. Januar 2018 18:36 at 18:36

    Führt China nicht auch in diesem Monat am 18. Januar den Petro Yuan ein ?

    Das würde doch (Endlich) ganz klar die $ Dominanz beeinträchtigen und der US Hegemonie in der Welt mal eines auf die Mütze geben.

    Sinkender Dollar ? I hope so ;-)

    • Avatar

      Michael

      11. Januar 2018 19:15 at 19:15

      Me too, @GiGi :)

  3. Avatar

    Schnulliputzi

    11. Januar 2018 19:53 at 19:53

    USA = viel Wind um nichts.

  4. Avatar

    Nachlebnik

    24. Januar 2018 19:28 at 19:28

    Gebt jedem erwachsenen Chinesen einen Knüppel in die Hand und die Amis können sich ihre Atombomben dahin stecken wo nie die Sonne hin scheint. Die Welt ist so einfach. Man muss sich nur alter Rezepte erinnern. Herrmann schlug die modernst bewaffneten römischen Legionen auch mit Knüppeln.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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