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China: „Unglaublich agressiv“ bei Kampf gegen Dollar

FMW-Redaktion

Es herrscht nackte Panik an den Geldmärkten Chinas! So steigt der Yuan-Einlagezins (overnight deposit rate) in Hongkong auf 80% – der höchste Wert seit dem Jahr 2010! Und der Yuan-Aufwärtscrash setzt sich unvermindert fort – zwischenzeitlich fällt Dollar-Yuan (offshore) unter die Marke von 6,80:

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Dabei weitet sich der Abstand zwischen dem in Hongkong gehandelten offshore-Yuan und dem in Shanghai gehandelten onshore-Yuan so weit aus wie seit dem Jahr 2010 nicht mehr. Der Anstieg des (offshore-) Yuan zum US-Dollar ist mit 2,3% in zwei Tagen der stärkste seit dem Jahr 2010 – also seit Aufzeichnung der Daten. Es gibt also eine regelrechte Treibjagd nach Yuans, während diejenigen, die auf eine weitere Aufwertung des Dollar zur chinesischen Währung gesetzt hatten, nun regelrecht aus dem Markt geprügelt werden (darunter vile amerikanische Hegdefonds)!

Hintergrund sind einerseits die Kapitalkontrollen – die jedoch angeblich keine Kapitalkontrollen sind, wie Peking uns weißmachen will. Aber die Machthaber haben staatseigene Firmen angewiesen, Dollar-Bestände zu verkaufen – und nun sollen angesichts der Yuan-Aufwertung auch die Bürger des Landes dazu animiert werden, genau dasselbe zu tun – das ist die eigentliche Botschaft der massiven Yuan-Aufwertung! Schafft kein Kapital mehr ins Ausland, denn der Yuan erlebt eine Wiederauferstehung, genau das versucht Peking klar zu machen.

Und die Notenbank hilft eifrig mit. Mit sogenannten Reverse-Repos saugt sie weitere Yuan-Liquidität aus dem Markt ab – und das in einer Zeit, in der die Liquidität ohnehin knapp ist vor den Neujahrsfeiertagen in China (Ende Januar). Das sei, wie ein Händler in Hongkong heute formuliert hat, eine „unglaublich aggressive Taktik.“

Es ist zu erwarten, dass Peking an dieser aggressiven Politik festhalten wird – mindestens bis zur Amtseinführung von Donald Trump am 20.Januar und bis zu den Neujahsfeierlichkeiten im Reich der Mitte (27.Januar bis 02.Februar).

Derweil aber flüchten die Chinesen weiter in Bitcoins:

Kann China den Dollar weiterhin drücken zum Yuan? Auf längere Sicht wird das schwierig, weil die Ursachen für die Kapitalflucht ja nicht beseitigt sind. Aber Peking zeigt Muskeln – das ist auch eine Antwort auf die aggressiven Aussagen von Donald Trump!



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6 Kommentare

  1. Immer schön rein in die Pseudoewährung Bitcoin… ich bleib beim Gold, glänzend,schön, seit 5000 Jahren echtes Geld.

    1. Bitcoin ist eine Währung per Definition (auch Euro, Dollar, Yen usw.). Gold ist Geld per Definition.

      Ob Geld oder doch nur Währung bestimmt in dem Fall die Funktion als Wertspeicher. Ohne die Verfügbarkeit von Strom sind Bitcoins wertlos und noch nicht einmal als Währung zu gebrauchen. Und Fiatmoney verliert ständig an Wert, deshalb ist es auch kein Geld.

  2. Ist ein starker Yuan jetzt gut oder schlecht für die Märkte. Letztes Jahr war ein schwacher offenbar schlecht. Gilt jetzt der umkehrschluss?

  3. Ein Paradebeispiel dafür, dass staatliche Planwirtschaft nicht funktioniert. Schon gar nicht bei Banken und Geld. Jeder Eingriff hat Nebenwirkungen, die dann wieder neue Eingriffe auslösen. Eine gigantische Bürokratie jagt das Phantom. Am Ende kommt Tod durch Selbst-Strangulation.

  4. Das letzte mal als die Raten am chinesischen Interbankenmarkt so extrem hochgeschossen sind, folge der Crash in 2008. Trotzdem zeigen die Aktienmärkte derzeit kein wirkliches Anzeichen von Schwäche, also noch ist alles im grünen Bereich. Abwarten und Tee trinken :-)

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