Folgen Sie uns

Europa

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, und weitere interessante Erkenntnisse

Redaktion

Veröffentlicht

am

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Dies kann man ganz klar ableiten aus der Addition der Export- und Importsummen. Zwar importieren wir aus keinem anderen Land so viel wie aus China – aber bei den Exporten aus Deutschland heraus liegt China nur auf Platz Nummer 3. Aber wie gesagt, zusammengerechnet mit 199,3 Milliarden war dies das größte Gesamtvolumen im letzten Jahr.

Bei den USA ist das Verhältnis genau umgekehrt. Die USA sind der größte Empfänger von deutschen Exporten, aber die USA exportieren deutlich weniger nach Deutschland. Das gesamte Handelsvolumen liegt hier nur bei 178 Milliarden Euro. Auffällig ist auf der deutschen Importseite, dass Polen und Tschechien die Nummer 6 und 7 sind mit Volumen von 55 und 48 Milliarden Euro.

Daraus kann man ablesen, wie viele deutsche Produzenten inzwischen Teile-Fertigungen in diesen Ländern haben, (zum Beispiel die Autohersteller). Diese Teile gehen dann nach Deutschland in die Endmontage-Straßen, und somit kommen große Importvolumen aus diesen Ländern zustande. Auch auffallend sind die hohen Importe aus den Niederlanden mit 98 Milliarden Euro.

Dies kann natürlich damit erklärt werden, dass Übersee-Lieferungen (vor allem Öl) über die Niederlande nach Deutschland kommen. Umgekehrt auf der Exportseite geht auch ein großes Volumen Richtung Niederlande, da die deutschen Exporteure ja nicht nur Bremen und Hamburg zum Verschiffen nutzen. Produzenten entlang des Rheins können viel sinnvoller Häfen wie Rotterdam nutzen. Hier noch ein paar Worte zur aktuellen Außenhandelsstatistik vom Statistischen Bundesamt:

Wichtigstes Abnehmerland deutscher Waren im Jahr 2018 waren wie bereits in den Vorjahren die Vereinigten Staaten. Güter im Wert von 113,5 Milliarden Euro wurden von Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert. Auf den Plätzen zwei und drei der bedeutendsten deutschen Exportländer lagen Frankreich (105,3 Milliarden Euro) und die Volksrepublik China (93,1 Milliarden Euro). Nach Deutschland importiert wurden die meisten Waren im Jahr 2018 aus der Volksrepublik China (106,2 Milliarden Euro). Auf den Plätzen zwei und drei der wichtigsten deutschen Lieferländer lagen die Niederlande (98,2 Milliarden Euro) und Frankreich (65,2 Milliarden Euro). Die höchsten Exportüberschüsse wies Deutschland im Jahr 2018 mit den Vereinigten Staaten (48,9 Milliarden Euro), dem Vereinigten Königreich (45,0 Milliarden Euro) und Frankreich (40,2 Milliarden Euro) aus. Mehr Waren importiert als dorthin exportiert wurden aus China. Für dieses Land betrug der Importüberschuss im Jahr 2018 13,0 Milliarden Euro.

China

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    tm

    19. Februar 2019 09:41 at 09:41

    „Umgekehrt auf der Exportseite geht auch ein großes Volumen Richtung Niederlande, da die deutschen Exporteure ja nicht nur Bremen und Hamburg zum Verschiffen nutzen. Produzenten entlang des Rheins können viel sinnvoller Häfen wie Rotterdam nutzen.“

    Aber sind das dann Exporte in die Niederlande? Dann dürfte es fast keine Exporte etwa nach Italien geben, dafür aber umso mehr Exporte nach Österreich.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage