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China: Verhaftungen – und Zahlungsausfall eines Staatsunternehmens

FMW-Redaktion

Neue Verhaftungswelle in China: Cheng Boming, Chef des größten Brokers in China, CITIC, ist mit zahlreichen weiteren Mitarbeitern des Unternehmens verhaftet worden. Der Vorwurf: Insider-Handel – wobei die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua sich darüber ausschweigt, wie dieser Insiderhandel genau abgelaufen sein soll. CITIC ist in China eine echte Größe, vergleichbar mit Goldman Sachs in den USA. Bereits im Vormonat waren Mitarbeiter ebenfalls wegen des Vorwurfs des Insider-Handels festgenommen worden.

Pikant an dem Vorgehen gegen CITIC ist vor allem die Tatsache, dass China Aufsichtsbehörde vorwiegend CITIC als Broker genutzt hatte, um die Stützungs-Interventionen am Aktienmarkt im Juli durchzuführen. Dabei soll die Aufsichtsbehörde bzw. der zur Stützung von der Behörde beauftragte Fonds auch Aktien gekauft haben, deren fundamentaler Wert mehr als zweifelhaft ist und die zuvor durch Kurs-Manipulationen aufgefallen waren. Nun machen Gerüchte die Runde, dass die Behörden mit der Verhaftung von Cheng Boming und anderen Mitarbeitern des Unternehmens Mitwisser der eigenen fragwürdigen Transaktionen aus dem Verkehr ziehen wollen.

Unterdessen zeichnet sich in China der nächste Zahlungsausfall eines staatlichen Unternehmens ab: China Erzhong Group, Tochter der China National Machinery Industry Corp., hat heute mitgeteilt, dass man nicht in der Lage sei, eine am 28.September fällige Zinszahlung auf eine fünfjährige Anleihe zu leisten. Die Kreditgeber haben das Unternehmen bereits verklagt und fordern eine Reorganisation von China Erzhong Group.

Dass die Aktienmärkte trotz dieser negativen Nachrichten haussierten, lag auch an den Aussagen von Ma Jun, Chefvolkswirt der chinesischen Notenbank und früherer Chefvolkswirt der Deutschen Bank in China. Ma Jun sagte, Chinas Wirtschaft sei in besserem Zustand als die Märkte einpreisten. Viele hätten von der Entwicklung der Aktienmärkte auf den Zustand der Realwirtschaft geschlossen – dieser Rückschluss sei jedoch verkehrt. Fundamental habe sich wenig verändert an der Ausgangslage der Wirtschaft im Reich der Mitte. Derzeit sei vor allem eine Erholung am Immobilienmarkt zu beobachten.



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