Folgen Sie uns

Indizes

China veröffentlicht Statement zu Handelskrieg mit USA: „Handelstyrannei“. Und Steve Bannon benennt die wirklichen Ziele von Trump..

China kontert Trump – und Steve Bannon zeigt, warum der Handelskrieg erst ganz am Anfang steht!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Wie China den Handelskrieg sieht

China hat am heutigen Montag ein „White Paper“ zu seiner Position im Handelskrieg mit den USA veröffentlicht unter dem Titel „“Facts about the China-US trade dispute and China’s stance”. Darin versucht Peking, die bislang segensreichen Wirkungen des gegenseitigen Handels mit den USA zu zeichnen und spricht von einer „Handelstyrannei“ („bullying“) der USA, die diese Bemühungeen zunichte machten. In sechs Kapiteln wird dargestellt, warum der Handel für China und die USA eine win-win-Situation darstelle, die nun durch die aggresive Haltung der Trump-Administration gefährdet sei.

China sei das weltweit wichtigste sich entwickelnde Land, die USA das weltweit wichtigste bereits entwickelte Land, so das White Paper. Aus dieser unterschiedlichen Entwicklungsstufe sowie den unterschiedlichen Wirtschaftsmodellen beider Länder ergäben sich Spannungen, die jedoch durch einen „rationalen“ und „gleichberechtigten“ Ansatz lösbar seien. Eine Lösung des Konflikts wiederum sei nicht nur im Interesse beider Länder, sondern aufgrund der Bedeutung beider Länder im Interesse der Weltwirtschaft insgesamt:

„Trade and economic relations between China and the United States are of great significance for the two countries as well as for the stability and development of the world economy.“

Die Lösung des Konflikts sei jedoch möglich durch den Aufbau von Vertrauen, Kooperation und dem Willen, Kompromisse zu schließen:

„The key, however, lies in how to enhance mutual trust, promote cooperation, and manage differences.“

Beide Länder hätten seit vierzig Jahren erfolgreich versucht, im Sinne der Wirtschaft zu handeln – das sei aber mit der neuen Regierung Trump anders geworden! Die Trump-Administration versuche nun durch Unilateralismus, Protektionsmus und ökonomische Hegemonialdenken andere Länder, allen voran China, einzuschüchtern:

„Rather, it has brazenly preached unilateralism, protectionism and economic hegemony, making false accusations against many countries and regions, particularly China, intimidating other countries through economic measures such as imposing tariffs, and attempting to impose its own interests on China through extreme pressure.“

China dagegen habe sich stets konstruktiv verhalten und praktikable Lösungen des Konflikts angeboten:

„It has overcome many difficulties and made enormous efforts to stabilize China-U.S. economic and trade relations by holding rounds of discussions with the U.S. side and proposing practical solutions.“

 

Worum es Trump wirklich geht: Reindustrialisierung der USA

Dass die Dinge zwischen den USA und China weiter eskalieren werden, weil die USA gar nicht an einer wirklichen Enigung interessiert seien, hat nun am Freitag der ehemalige Top-Berater von Trump, Steve Bannon, in einem Interview mit der in Hongkong ansässigen „South China Morning Post“ klar gemacht. Trumps Ziel sei, so Bannon, den Handelskrieg mit China “unprecedentedly large” (so groß wie noch nie) und “unbearably painful” (unerträglich schmerzhaft) zu machen. Trump werde erst dann aufhören, wenn er den Sieg davon getragen habe. Sein Ziel sei, die USA zu reindustrialisieren (“re-industrialise America”).

Die USA würden diesen Handelskrieg gewinnen, weil sie am längeren Hebel sitzen würden. Die Kapitalflucht aus China belege, dass es bei den Menschen in China kein Vertrauen gebe in die chinesische Wirtschaft, so Bannon:

“Why [does there have] to be massive capital controls placed on Chinese money? Otherwise all will flee to midtown Manhattan … They want to buy real assets in the US. That shows you a dramatic lack of confidence in their own economy.”

Dabei sei das Ziel, die USA zu reindustrialisieren, wesentlich auf ihn selbst (Bannon) und den jetzigen US-Justizminister Jeff Sessions zurück zu führen – beide hätten bereits 2013 erkannt, dass das das eigentliche Top-Thema sein müsse:

“This is where Jeff Sessions and I sat in 2013 as we were trying to imagine what the 2016 presidential election would look like. We made trade the top issue, when trade was not even among the top 100 issues of the others.”

Damit zeigt Bannon klar auf, worum es eigentlich geht – und dass Peking anbieten kann, was es will, weil die Trump-Administration an einem Kompromiß (angesichts des Ziels der Reindustrialisierung bei gleichzeitiger Eindämmung der einzig ernst zu nehmenden Konkurrenz-Macht China) gar kein Interesse hat,  zu einer Lösung des Konflikts zu kommen! Faktisch stehen wir damit erst ganz am Anfang des Handelskriegs!

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Werner

    24. September 2018 13:49 at 13:49

    Entschuldigung, aber das ist nicht wirklich neu. Erinnern wir uns an die Antrittsrede Trumps – dort hat er klar den „American Worker“ angesprochen , für den und dessen Wohl er tätig sein wolle.
    Arbeit(splätze) in den Staaten schaffen, das ist seine Agenda.

    • Avatar

      Trigo

      24. September 2018 14:42 at 14:42

      Trumps Agenda ist me, myself and I. Die „ American Worker“ werden die negativen Auswirkungen seiner Agenda als erstes spüren.

  2. Avatar

    Roberto

    19. Oktober 2018 20:32 at 20:32

    @ FMW
    Hallo herr Fugmann, können Sie diesen ekligen Kommentar von diesem dubiosen User „guguk“ nicht löschen und ihn sperren ?
    ich fühle mich von solch einem gehässigen Kommentar beleidigt. Er versucht heir Hetze zu verbreiten und das ist wahrlich nicht die plattform für.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

    VG
    Roberto

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      19. Oktober 2018 20:42 at 20:42

      @Roberto, ist gelöscht..

  3. Avatar

    Roberto

    19. Oktober 2018 20:46 at 20:46

    Vielen Dank Herr Fugmann und einen schönen Feierabend :-)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – negative Nachrichten

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich LIVE im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Heute gibt es verschiedene negative Nachrichten, welche die Stimmung zum Handelsauftakt eintrüben.

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Zweiter Abrutscher im Dax?

Avatar

Veröffentlicht

am

Folgt im Dax demnächst ein zweiter Abrutscher? Schauen wir im folgenden Video ganz genau auf den Chart. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

weiterlesen

Aktien

Impfstoff-Wettlauf, Delivery Hero im Dax, und Aktien ohne Alternative?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Der Corona-Impfstoff aus Russland sorgte für etwas Hoffnung an der Börse. Aber ist es nur eine Luftnummer? Zweifel sind angebracht, aber die Börsianer nutzten diese Euphorie diese Woche kurzzeitig für steigende Aktienkurse. Im folgenden Video bespricht Manuel Koch schwerpunktmäßig den vermutlich neuen Dax-Titel „Delivery Hero“, der Wirecard wohl noch im August ersetzen wird (hier dazu die gestrige FMW-Analyse).

Und der Dax selbst? Robert Halver von der Baader Bank kommt im Video auch zu Wort. Es gebe zwar viele Probleme im Herbst – aber wo sei die Anlage-Alternative zu Aktien in den nächsten Monaten, so seine rhetorische Frage. Auch im Video besprochen werden zwei konkrete Handelsideen der trading-house Börsenakademie. Die Aktien von Daimler seien ein Kauf. Hier könne man Market einsteigen. Bei Silber könne man kaufen, mit einer Kauf-Limit-Order. Beide Ideen werden konkret begründet.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen