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China verweigert neuen Finanz-Firmen die Registrierung – das hat Folgen..

FMW-Redaktion

China hat heute einen bedeutungsvollen Schritt gemacht: man verweigert Firmen, in deren Namen ein Finanzbezug erkennbar ist, die Registrierung, wie das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ berichtet.

Dadurch können neu gegründete Firmen nicht mehr wie bisher sich bei den lokalen Niederlassungen des staatlichen Ministeriums für Industrie und Handel registrieren lassen – sie brauchen, um sich bei den Behörden zu registrieren, zuvor eine Genehmigung der Finanzregulierer (die wiederum im Zweifel nicht erteilt wird). Damit startet Peking offenkundig eine Kampagne, die am 14.April begonnen hat und bis Januar 2017 dauern wird, wie „Caixin“ andeutet.

Was bedeutet dieser Schritt: mit einem Wort wird damit Millionen von Chinesen die Möglichkeit genommen, neue Kredite zu bekommen. Denn die neue Richtlinie wird dazu führen, dass keine neuen Peer-to-Peer Internetfirmen mehr auf den Markt kommen werden: auf diesen Plattformen konnten sich Chinesen bislang auch außerhalb der offiziellen Banken Kredite besorgen – die staatlichen offiziellen Banken vergeben in der Regel keine Kredite an „normale“ Privatpersonen. Daher haben sich viele Chinesen über derartige Plattformen Kredite besorgt, um sich dann eine Immobilie zu kaufen – oder in den Aktienmarkt zu investieren.

Nach dem sich jedoch zuletzt Betrugsfälle gehäuft hatten und diesen Plattformen eine Mitschuld am Überschwang mit anschließendem Crash am Aktienmarkt Chinas gegeben wurde, soll damit nun Schluß sein. In der Regel funktionieren diese Plattformen so: Privatpersonen geben diese Plattformen Geld zu einem bestimmten Zinssatz, die Plattformen wiederum verleihen dann das Geld zu etwas höheren Zinsen.

Mit der neuen Richtlinie wird dieses Business-Modell in Frage gestellt. Betroffen sind aber auch andere Bereiche: Crwodfunding, Vermögensverwalter, Online-Versicherungen etc. Peking will damit einerseits die zunehmenden Probleme mit unseriösen Anbietern bekämpfen – und gleichzeitig das zuletzt wieder enorm gestiegene Kreditwachstum eindämmen.

An den Märkten wird dies als ein Vorzeichen gesehen, dass auch Chinas Notenbank ihre Politik teilweise ändern wird: sie dürfte weitere geldpolitische Maßnahmen zögerlicher beschließen, weil die neue Richtlinie eine Signalwirkung hat: die Kredite wachsen zu schnell, also muß auf die Bremse getreten werden. So sind zuletzt vor allem die Immobilienpreise in den sogenannten Tier1-Städten wieder massiv gestiegen – in einigen Großstädten entscheidet inzwischen ein Losverfahren, wer eine neue Immobilie kaufen darf.

Gleichwohl hat sich am Immobilienmarkt ein riesiger Angebotsüberhang aufgebaut: würde China nun alle Bautätigkeiten einstellen, würde es nach den derzeitigen Verkaufszahlen vier Jahre dauern, bis das derzeit bestehende Immobilien-Angebot abverkauft wäre. Peking kämpft derzeit an fast allen Fronten, um die zunehemdenn Ungleichgewichte seiner Wirtschaft auszubalancieren. Vor allem der gigantische Schuldenaufbau, das ist den Machthabern klar, kann so nicht weiter gehen. Die neue Richtlinie dürfte an den Aktienmärkten Chinas nicht gerade für Euphorie sorgen..



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