Die Wirtschaft in China verzeichnete im dritten Quartal ein gedämpftes Wachstum von 4,6% im Jahresvergleich, was leicht über den Erwartungen der Analysten lag. Dennoch bleibt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiterhin unter dem Jahresziel von 5 %. Diese Verlangsamung des Wachstums signalisiert anhaltende strukturelle Herausforderungen, insbesondere in Schlüsselsektoren wie Immobilien und Industrie, während andere Bereiche überraschend stabil blieben. Aber die Preise für Immobilien fallen weiter – so lange das so ist, wird die sich Wirtschaft in China nicht nachhaltig erholen können.
China: Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion übertreffen Erwartungen
Ein Lichtblick war der Konsumsektor: Die Einzelhandelsumsätze stiegen im September um 3,2% im Vergleich zum Vorjahr und übertrafen damit die Erwartungen von 2,5%. Dieser Zuwachs liegt auch deutlich über dem Wachstum im August von 2,1%, was auf eine vorübergehende Erholung der Konsumnachfrage hindeutet.
Auch die Industrieproduktion entwickelte sich stärker als erwartet und wuchs im September um 5,4 % im Vergleich zum Vorjahr (erwartet waren 4,5 %). Dies zeigt, dass Chinas industrielle Basis trotz globaler Herausforderungen wie nachlassender Nachfrage und geopolitischer Spannungen nach wie vor robust ist.
Immobilien-Sektor in China bleibt schwach
Der Immobiliensektor, ein Schlüsselproblem der chinesischen Wirtschaft, kämpft weiterhin mit Rückgängen. Die Preise für neue Wohnungen fielen im September erneut um 0,7 % im Monatsvergleich, was den gleichen Rückgang wie im August darstellt. Im Jahresvergleich verschlechterte sich die Lage sogar mit einem Preisrückgang von 5,8%. In 66 von 70 beobachteten Städten fielen die Preise, ein Indikator für die anhaltenden Schwierigkeiten in diesem Sektor. Zwar hat sich der Rückgang der Investitionen in Immobilienentwicklungen laut Wohnungsbauminister Ni Hong verlangsamt, doch eine spürbare Erholung ist weiterhin nicht in Sicht.
Investitionen und Arbeitsmarkt
Die Investitionen in das Anlagevermögen (fixed asset investments), die für den Zeitraum von Januar bis September 2024 erhoben wurden, stiegen um 3,4% im Vergleich zum Vorjahr und lagen damit leicht über den Erwartungen von 3,3%. Diese Zahl spiegelt das vorsichtige Vertrauen der Unternehmen in die langfristigen wirtschaftlichen Aussichten wider.
Positiv entwickelte sich der Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sank im September auf 5,1 %, gegenüber 5,3 % im Vormonat, was eine leichte Verbesserung darstellt und auf eine langsame Stabilisierung des Arbeitsmarktes hindeutet.
Rhetorik aus Peking: „Stabil“
In den offiziellen Mitteilungen des National Bureau of Statistics (NBS) wird die wirtschaftliche Lage häufig als „stabil“ bezeichnet. Die Rhetorik spiegelt den Willen der Regierung wider, Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung zu stärken, obwohl die Wirtschaft von strukturellen Problemen betroffen bleibt. Laut ersten Schätzungen erreichte das BIP in den ersten drei Quartalen 2024 insgesamt 94.974,6 Milliarden Yuan (ca. 12.200 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 4,8 % im Jahresvergleich entspricht.
Trotz stabilisierender Maßnahmen verlangsamt sich Chinas Wirtschaftswachstum weiter, und wesentliche Herausforderungen – insbesondere im Immobiliensektor – bleiben bestehen. Während Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion im September positiv überraschten, bleibt der Pfad zur Erreichung des Jahresziels von 5% unsicher und hängt im Wesentlichen von den Erfolgen der Stimulus-Pakete aus Peking ab. Bislang erscheinen diese Stimulus-Maßnahmen wie ein Orchester ohne Dirigent..
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Wenn Xi 5% Wachstum vorgibt, es aber nur 4,8% „werden“, dann ist das wohl als Entschuldigung der Regierung zu sehen. Die Leute, die viel Geld mit Wohnungen verloren haben, oder die Absolventen, die keine Jobs finden, hätten sich sicher sehr geärgert, wenn es 5% gewesen wäre. Immerhin kann man 4,8% problemlos auf 5% aufrunden, groß ist der Gesichtsverlust daher nicht. Man stelle sich vor es wären nur 4,4% geworden- Köpfe wären gerollt – bei den Statistikern. PS: Siehe Griechenland. Sa kam der führende Statistiker vor Gericht, weil er nicht mehr lügen wollte.