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China: warum der Aktienmarkt stark unter Druck ist..

FMW-Redaktion

In Shanghai fällt der Aktienmarkt heute um 2,8% – und hat damit in den letzen beiden Handelstagen gut 5% verloren. Dafür gibt es vorwiegend zwei Gründe: der erste ist, dass die Rohstoff-Blase, die sich seit Anfang April mit atembeaubender Geschwindigkeit aufgeblasen hatte, nun offenkundig zu Ende ist – so fällt etwa Eisenerz (iron ore), das sich an den drei Rohstoff-Börsen Chinas in kurzer Zeit im Preis verdoppelt hatte, weiter mit einem Verlust von auch heute wieder -4%.

Noch wichtiger aber ist ein Interview mit einem namentlich nicht genannten, aber offenkundig sehr hochrangigen „Offiziellen“ (wörtlich heißt es: „eine Person mit Auorität“) in der chinesischen Tageszeitung People’s Daily. Häufig nutzen Chinas Top-Politiker solche anonyme Interviews, um ihre Sicht der Dinge zu kommunizieren – solche Interviews haben damit semioffiziellen Charakter, sie sind eine Botschaft an die Finanzmärkte Chinas.

Und was diese „Person mit Autorität“ gesagt hat, schmeckt vor allem den Aktienmärkten im Reich der Mitte nicht wirklich: die Regierung müsse vermeiden, die Wirtschaft des Landes mit Liquidität zu fluten – das ist eine klare Absage an weitere Stimulusmaßnahmen. Und genau das trifft die Finanzmärkte Chinas ins Mark, nachdem die schwachen Daten zum Export und Import des Landes, die am Wochenende veröffentlicht worden waren, eben diese Hoffnungen noch einmal genährt hatten.

Die Absage an weitere Stimuli begründet die „Autorität“ mit der Notwendigkeit, den hohen Verschuldungsgrad der Unternehmen nicht noch weiter ausufern zu lassen. Dementsprechend müsse man sich darauf einstellen, dass die Erholung der Wirtschaft im Reich der Mitte L-förmig verlaufen werde, und nicht U-förmig oder V-förmig – gemeint ist damit eine stabile, aber nicht wirklich nach oben gerichtete Entwicklung der Konjunktur. Das Potential der Wirtschaft, so die „Auorität“, reiche auch ohne Stimlusmaßnahmen aus. Es sei nun aber erforderlich, das Problem der faulen Kredite ernsthaft anzugehen – und genau das ist bisher in China nicht wirklich passiert.

Für Chinas Aktienmärkte dürften diese Perspektiven ziemlich deprimierend sein. Nun droht ein ähnliches Szenarion wie im Sommer letzten Jahres, vielleicht in abgemilderter Form. Die westlichen Aktienmärkte, die letztes Jahr lange so taten, als ginge sie der Abverkauf in China nichts an, sollten daher gewarnt sein..



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