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China: Warum diese verrückte Wette aufgeht

Hannes Zipfel

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Shanghai ist in China das Finanzzentrum

Ein Investment in China in Zeiten wirtschaftlicher Verwerfungen in Folge der Coronavirus-Epidemie klingt abenteuerlich. Warum diese Wette dennoch aufgeht.

Auch die Aktienmärkte in China zeigen sich von Covid-19 unbeeindruckt

In dem Artikel „Keine Panik! Die Notenbanken haben alles im Griff! Oder etwa nicht?“ hatte ich bereits auf die Gründe für das ungewöhnlich deutliche Auseinanderdriften der Realwirtschaft und der Preise an den Aktienmärkten hingewiesen. In den letzten 25 Jahren kommt diese Diskrepanz bereits zum dritten Mal vor: Zunächst während der New-Economy-Blase, anschließend während der Immobilien-Blase in den USA und Südeuropa und nun erneut im Zuge der „Alles-Blase“. Bei der erstgenannten Blase waren es noch technologische Innovationen, flankiert von Maßnahmen der US-Notenbank unter ihrem ehemaligen Fed-Chef Alan Greenspan, die für FOMO und abenteuerliche Bewertungen an den Aktienmärkten sorgten. Bei den letzten beiden Blasen waren es primär die Notenbanken und ihre ultralaxe Geldpolitik, die das FOMO-Phänomen an den Immobilien- und Aktienmärkten auslösten.

Ein ganz aktuelles Beispiel für das Auseinanderdriften von Realwirtschaft und Börsenkurse gab es erst heute Morgen: zu beobachten an Hand der Reaktion des japanischen Aktienmarkts auf den größten Wirtschaftseinbruch im Land der aufgehenden Sonne seit fünf Jahren im Schlussquartal 2019. Das BIP Japans brach auf annualisierter Basis um -6,3 Prozent ein, im Vergleich zum Vorquartal um 1,6 Prozent und damit deutlich stärker als prognostiziert. Die Stimmung im Tokioter Stadtviertel Nihombashi-Kabutochō, dem Sitz der japanischen Börse, hat das nur kurz eingetrübt: Nach einem anfänglichen Mini-Crash erholte sich der 225 Werte umfassende Nikkei Index nahezu ebenso schnell wieder, wie er zuvor gefallen war.

Nikkei 225 Index Chart

Der Grund für die V-förmige Erholung lag jedoch nicht in Japan selbst, sondern in China. Die Aktien in Shanghai schossen über Nacht um 2,3 Prozent nach oben und glichen alle Verluste im Zuge des vorherigen Rekordeinbruchs im Volumen von 664 Mrd. Euro seit Anfang Februar wieder aus.

China Aktienkurse

Die Anleger in China gerieten in Verzückung, nachdem die politischen Entscheidungsträger in Peking erneut Maßnahmen ergriffen, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs zu lindern. Die chinesische Notenbank (PBoC) senkte die Zinssätze für ihre mittelfristigen Kredite und ebnete den Weg für die Senkung eines wichtigen Schlüsselzinses des Landes, die am Donnerstag bekannt gegeben werden soll. Peking wird zudem Lokalregierungen ermöglichen, noch vor März weitere 848 Mrd. Yuan (112 Mrd. Euro) an neuen Schulden aufzunehmen. Darüber hinaus will Peking „gezielte und schrittweise“ Konjunkturmaßnahmen ergreifen, einschließlich niedrigerer Unternehmenssteuern und der Freigabe weiterer Hilfsgelder für die Provinzbehörden, v. a. in Hubai.

Handelsdeal und monetärer Stimulus

Doch zurück zu meiner Wette: Diese hatte ihren Ursprung in dem „Plastik-Deal“ im Handelskrieg zwischen den USA und China, der zwar zulasten Dritter geht, aber für China durchaus positiv zu werten ist. Zumindest in Hinblick auf eine Unterbrechung der Zolleskalationsspirale zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. In Erwartung sich weiter erholender Aktienkurse in China fasste ich eine Zielallokation von 10 Prozent in meinem global ausgerichteten Wertpapierdepot ins Auge. Am 9. Januar erwarb ich die ersten Tranchen drei verschiedener ETF auf Aktien aus China. Bis Mitte Januar entwickelten sich die Kurse positiv und ich kam nicht dazu, die Positionen weiter aufzustocken. Ab Mitte Januar bröckelte der Markt mit den ersten Meldungen zum Corona-Virus Ausbruch in Wuhan langsam ab. Das eröffnete die Möglichkeit, zwei weitere Tranchen etwas günstiger zu erwerben. Nach der Wiederaufnahme des Handels nach den Neujahrsfeiertagen in China am 3. Februar brach der Markt dann trotz massiver Geldspritzen durch die People´s Bank of China um 8 Prozent ein. Bis zum 11. Februar war dank der Kurseinbrüche die Zielallokation im Portfolio erreicht.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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