China rückt die strategisch wichtigen Seltenen Erden erneut ins Zentrum der geopolitischen Bühne – und diesmal mit voller staatlicher Kontrolle. Während Peking die Zügel in einer Branche anzieht, die längst zu einem Machtinstrument im globalen Handelskonflikt geworden ist, hallen die Auseinandersetzungen mit den USA und der Trump-Administration nach. Die Märkte reagieren prompt und treiben die Kurse der Unternehmen nach oben. Es bleibt die Frage, ob China damit den nächsten Schlag in einem schwelenden Wirtschaftskrieg setzt?
China: Kontrolle für Seltene Erden
Laut einem Bericht von Bloomberg erholen sich Chinas Seltenerdmetallunternehmen nach der Verschärfung der Kontrollen durch Peking.
Am Montag verzeichneten Chinas Seltenerdmetallproduzenten einen Kursanstieg, nachdem die Regierung Pläne für strengere Kontrollen einer Branche vorgelegt hatte, die eine entscheidende Rolle im Handelskrieg des Landes mit Donald Trump und den USA spielt.
In einer am Freitag auf der Website des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie veröffentlichten Erklärung drängen die Behörden auf ein System zur besseren Verfolgung aller inländischen Lieferungen. Dazu gehört auch die Verpflichtung, regelmäßig Produktionsdaten an die Regierung zu übermitteln. Strengere Vorschriften für die Produktion von Seltenen Erden kommen in der Regel größeren, etablierten Unternehmen zugute.
Zu den Top-Performern gehörte der Magnetlieferant JL-Mag Rare-Earth Co., dessen Aktien in Hongkong um bis zu 18 % stiegen. Auf dem Festland legte die China Northern Rare Earth Group High-Tech Co. um bis zu 10 % zu, während die China Rare Earth Resources and Technology Co. 8,5 % und die Zhejiang Zhongke Magnetic Industry Co. 12 % gewannen.
Verschärfung der Kontrollen
Der Vorstoß für eine noch strengere staatliche Kontrolle von Seltenen Erden folgt auf die Verschärfung der Überwachung der meisten Exporte dieser kritischen Rohstoffe durch China als Teil seiner harten Haltung gegenüber der Zolloffensive von Präsident Donald Trump. Die Seltenerdindustrie ist bereits stark reguliert und staatlich dominiert, wenngleich Peking auch eine Kampagne gegen Schmuggel gestartet hat, um die Exporte zu kontrollieren.
Probleme bereitet China indessen die Rebellenarmee in Myanmar. Das Land ist der drittgrößte Produzent von Seltenen Erden weltweit und ein wichtiger Lieferant für das benachbarte China. Rebellen haben jedoch kürzlich die Kontrolle über die meisten Minen des Landes übernommen, was eine komplizierte Situation für Peking und die globalen Lieferketten schafft.
Der am Freitag angekündigte Seletene-Erden-Plan basiert auf Vorschlägen, die erstmals im Juni 2024 veröffentlicht wurden. Er klärt die Zuständigkeiten verschiedener Stellen – Unternehmen, Kommunalverwaltungen, Ministerien – bei der Steuerung der Produktion und der Überwachung von Verstößen.
FMW/Bloomberg
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