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Chinas Aufstieg zur Supermacht – und der Abstieg des Westens

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Frank Sieren zählt ohne Zweifel zu den besten deutschen Kennern Chinas – er selbst lebt seit mehr als 20 Jahren in Peking und hat seitdem viel Erhellendes über das Reich der Mitte geschrieben. Sieren widmet sich in folgendem Interview mit „Mission Money“ der Frage, wie der weitere Aufstieg Chinas die Dominanz der USA gefährdet – und was das alles für Deutscheland bedeuten wird – sehr sehenswert:


Die Großstadt Chongqing

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    13. Februar 2019 15:20 at 15:20

    Der Chinakenner Frank Sieren hat in diesem Video zwei für mich zentrale Botschaften verbreitet, die ich auch vor zwei Tagen in meinem Morgenkommentar in den Raum gestellt habe.
    – Es wird zu einem Deal zwischen den USA und China kommen und
    – wenn die chinesischen Produkte nach einer Anhebung der Zölle bei Walmart plötzlich 20% mehr kosten,
    dann werden die Wähler auf die Barrikaden gehen…….
    Das ist die Crux für Trump in diesem Handelskonflikt.
    Wir werden bald schlauer sein.

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    Wolfgang M.

    13. Februar 2019 16:03 at 16:03

    Der Inhalt dieses Videos gibt mir in anderer Hinsicht zu denken. Es steht diametral zu den Aussagen von Dirk Müller, der China als die „größte Blase“ der Menschheit bezeichnet. Frank Sieren, der Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaft studiert hat, lebt seit 20 Jahren in China und ist seit 2010 Korrespondent des Handelsblatts in Peking. Wer hat bessere Einblicke in die chinesische Wirtschaft, Dirk Müller oder Frank Sieren? Der Chinaspezialist oder die wirtschafts-journalistische Allzweckwaffe aus Frankfurt?

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      tm

      14. Februar 2019 04:01 at 04:01

      Könnte die Wahrheit nicht irgendwo dazwischen liegen? Bei Dirk Müller geht es selten unter Superlativen, da muss es gleich die größte Blase aller Zeiten sein. Wäre es nicht durchaus denkbar, dass Chinas Wirtschaft aufgeblasen ist und künftig langsamer wachsen wird, dass aber China dennoch im langfristigen Durchschnitt schneller wachsen wird als die USA, so dass China in 25 oder 40 Jahren größte Volkswirtschaft sein wird?

      • Avatar

        Wolfgang M.

        14. Februar 2019 06:44 at 06:44

        @tm. Eine vernünftige Betrachtungsweise.

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    md

    13. Februar 2019 20:18 at 20:18

    sehr gute analyse von dem herrn sieren. interessant finde ich wie der herr sieren meinte wir müssten unsere werte den chinesen übermitteln. weiterhin meinte er in china zählt die gemeinschaft und nicht wie bei uns das individuum selbst. werte finde ich werden aber von der gemeinschaft erzielt und nicht von einem individuum. also habem die chinesen mehr werte und stehen hinter ihrer kutur und bewahren traditionen.
    als nächstes wird in china alles mögliche gebaut vor allem in die infrastruktur wird investiert.
    als vergleich, vor ca 20 jahren hätte stuttgart 21 gebaut werden sollen was ja wenn man sich die nachrichten heute durchliest ein gelungenes projekt hätte sein können. ist aber gescheitert an 200 bezahlten demonstranten die täglich auf der matte standen und der zentralen machtwaffe „medien“ welche diese kleinpartei auf ihrer seite hatte.

    meiner meinung nach gibt es bei den machtverhältnissen auf der welt gerade ein erdbeben. die chinesen wollen wachstum und macht und wir wollen klimaschutz. beides zusammen glaube ich funktioniert nicht weil wachstum verursacht logischerweise umweltschädigung durch abgase, gifte und vm. – würde ich mal sagen ohne große kenntnisse.

    jetzt noch ein gag. :) ich wüßte wie man die chinesen in ihrem wachstum stoppen könnte und die menschen in den stressmodus schalten könnten. wir transferieren kostenlos die grünen und den umweltschutzverein nach china für …. weiß ich auch nicht wofür, aber zumindest wären wie diese unruhestifter los.

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      leftutti

      13. Februar 2019 21:39 at 21:39

      @md, soweit ich weiß, ist Stuttgart 21 nicht an 200 bezahlten Demonstranten gescheitert, sondern an der Dummheit und Ignoranz von 200 zahlenden Lobbyisten und ein paar dämlichen bezahlten Politikern und Planern.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/richard-lutz-heute-wuerde-man-stuttgart-21-nicht-mehr-bauen-a-1203971.html

      Dennoch bedanke ich mich bei Ihnen und allen weiteren 199 bezahlten Bienenfreunden hier auf FMW, die das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bereits gestern souverän demokratisch gegen Söder und die Bauernlobby durchgebracht haben. Ach, Sie waren gar nicht dabei? Klingt eher lächerlich für Sie? Sie verachten Honig? Bienen sind eher stechende und lästige Feinde des Menschen, zumindest nicht eines Volksbegehrens wert?
      Sie fragen sich, wie ich auf derartige Unterstellungen komme? Ein Mensch, der Wirtschaftswachstum und Zukunftsmärkte wie Umweltschutz und -technologien noch immer als Antagonisten betrachtet, erscheint mir doch als etwas dümmlich-naives Individuum, zugegebenermaßen ohne große Kenntnisse, wie Sie selber zugeben.

      Und jetzt noch ein Gag :) Das Wachstum der Chinesen ist bekanntermaßen schon längst gestoppt und schwer rückläufig, wir transferieren Schlauwiener wie Sie nach China, damit durch Ihre Expertisen die werte- und traditionsorientierte kommunistisch-kapitalistische Plan- und Wunschwirtschaft wieder ins Laufen kommt.

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      leftutti

      13. Februar 2019 21:57 at 21:57

      @md, soweit ich weiß, ist Stuttgart 21 nicht an 200 bezahlten Demonstranten gescheitert, sondern an der Dummheit und Ignoranz von 200 zahlenden Lobbyisten und ein paar dämlichen bezahlten Politikern und Planern.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/richard-lutz-heute-wuerde-man-stuttgart-21-nicht-mehr-bauen-a-1203971.html

      Dennoch bedanke ich mich bei Ihnen und allen weiteren 199 bezahlten Bienenfreunden hier auf FMW, die das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bereits gestern souverän demokratisch gegen Söder und die giftspritzende Bauernlobby durchgebracht haben. Ach, Sie waren gar nicht dabei? Klingt eher lächerlich für Sie? Sie verachten Honig? Bienen sind eher stechende und lästige Feinde des Menschen, zumindest nicht eines Volksbegehrens wert?
      Sie fragen sich, wie ich auf derartige Unterstellungen komme? Ein Mensch, der Wirtschaftswachstum und Zukunftsmärkte wie Umweltschutz und -technologien noch immer als Antagonisten betrachtet, erscheint mir doch als etwas dümmlich-naives Individuum, zugegebenermaßen ohne große Kenntnisse, wie Sie selber zugeben.

      Und jetzt noch ein Gag :) Das Wachstum der Chinesen ist bekanntermaßen schon längst gestoppt und schwer rückläufig, wir transferieren Schlauwiener wie Sie nach China, damit durch Ihre Expertisen die werte- und traditionsorientierte kommunistisch-kapitalistische Plan- und Wunschwirtschaft wieder ins Laufen kommt.

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      Michael

      14. Februar 2019 02:17 at 02:17

      oh weh, @md, der Kommentar war aber jetzt echt peinlich und ging von vorne bis hinten ins blau-braune Höschen.
      als nächstes wird in china alles mögliche gebaut vor allem in die infrastruktur wird investiert China hat ganze Geisterstädte für Millionen gebaut und in den Sand der Wüste gesetzt, die sich mehr und mehr in Richtung Peking ausbreitet, was sogar schon live per Satellitenaufnahme lebhaft zu verfolgen ist. Auch Frank Sieren streitet die teilweise vollkommen verfehlte superkapitalistische Planwirtschaft und die extremen Umweltprobleme nicht ab, er hat nur das Glück, dass man im Interview nicht weiter nachbohrt.
      Und ständig setzt er die vollkommenen Fehlplanungen und -investitionen ins Verhältnis zur Gesamt-Einwohnerzahl von 1,4 Milliarden, was natürlich alles relativ schön erscheinen lässt.
      An wen und was erinnert mich das gerade?
      Alleine die Aussage, 1,4 Milliarden Menschen muss man stärker steuern, als 80 Millionen, das ist klar, und da halten die sich gar nicht lange mit diesen Fragen auf, sondern sie kucken, wie muss es aussehen, damit es funktioniert… Wir brauchen auf alle Fälle mehr Staat in Deutschland… lässt bei mir die Alarmglocken schrillen.
      Wie sehr und warum und wohin muss man als nicht demokratisch gewählter Machthaber seine 1,4 Milliarden Bürger in einem kulturell extrem zerrissenem Land steuern, dass durch eine sog. kommunistische Kulturrevolution die kranken nationalistischen Fantasien der Diktatoren des beginnenden 20. Jahrhunderts ins neue Jahrtausend transportieren konnte?

      Und dann kommt ein Vollpfosten daher, der in dem Zusammenhang Stuttgart 21 als potenziell gelungenes Infrastrukturprojekt bezeichnet, wären da nicht 200 bezahlte grüne Demonstranten gewesen…

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      tm

      14. Februar 2019 03:59 at 03:59

      Ich fänd es sinnvoller, Leute wie Sie irgendwohin zu transferieren.

      Wer behauptet, in China würden die Traditionen bewahrt, war noch nie dort.

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    md

    14. Februar 2019 01:23 at 01:23

    @leftutti, mir scheint sie haben das video nicht gesehen sonst würden sie mich vielleicht besser verstehen. auch haben sie mich falsch verstanden. ich bin für umweltschutz bzw klimaschutz. nur hat es in meinen augen schon mit wirtschaftlichem wachstum zu tun. zb in der türkei wird stark solarstromanlagen gebaut. allerdings nur im süden der türkei, weil dort 1700 sonnenstunden im jahr sind und es sich rechnet. der norden der türkei also alles was an das schwarze meer grenzt mit 1400 sonnenstunden nicht gefördert wird. 1400 stunden leftutti 1400. hier bei uns haben wir im süden gerade mal ca 1000 sonnenstunden. und im mitteldeutschland gerade so 950 sonnenstunden. das rechnet sich nicht aber wird durch starke subventionen gefördert. die subventionen werden dann als ökösteuer an die verbraucher geleitet, also zahlen die menschen den nichtuntergang dieser firmen. diese steuern fehlen den menschen aber um es auszugeben, also weniger konsum weniger wachstum. stellen sie sich mal nordskandinavien vor. könnte man dort solarstromanlagen bauen ? sehen sie manchmal macht sogar die geografische lage klimaschutz und umwltschutz ( jetzige beispiel energie ) fast unmöglich.
    und ausserdem wohnen wir hier in einem erdbebensicheren gebiet. von daher atomkraftwerke auszuschalten hätte man auch besser vorher gründlich überlegen müssen und abwägen müssen.
    und so ist es auch mit den windkraftanlagen, alles was mit umweltschutz/klimaschutz zu tun hat bekommt der arbeitnehmer per steuer zu spüren.
    und somit ist es für mich zu erst mal ein wachstumsbremser weil schlicht und einfach die menschen weniger zum ausgeben haben.

    leftutti, zur zeit hört man wenig bis kaum etwas weder von den grünen oder dem umweltschutzverein, oder zieht man sich zurück wegen den demos der gelbwesten in frankreich. kann es sein das man angst hat das unsere menschen auch aufwachen würden aus ihrem traumaschlaf und würden gegen diese absurden und auf falschen fakten aufgebaute fahrverbote und absurden todeszahlen durch stickoxide auf die straßen gehen.

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      leftutti

      14. Februar 2019 11:19 at 11:19

      @md, Sie sind schon für Umweltschutz und Klimaschutz, aber nicht hier bei uns, im Land der freien Autofahrer.
      Sie unterstützen Kernkraft, weil Deutschland angeblich völlig erdbebensicher ist?
      Dass bei Beben aber auch hierzulande durchaus größere Schäden auftreten können, haben zum Beispiel die Erschütterungen gezeigt, die im April 1992 in der Grenzgegend zwischen Deutschland und den Niederlanden registriert wurden. Das sogenannte Erdbeben von Roermond hatte damals eine Stärke von 5,3 und verursachte Schäden im dreistelligen Millionenbereich… Das Erdbeben erschütterte zudem erneut den Glauben an die Unverwüstlichkeit von Atomanlagen. Im Block A des (250 Kilometer vom Epizentrum entfernten) Kernreaktors Biblis wurde durch die Erdstöße der zulässige Beschleunigungsgrenzwert von 45 Zentimetern pro Quadratsekunde überschritten; Techniker fuhren den Reaktor daraufhin langsam herunter.
      https://www.gfz-potsdam.de/din4149-erdbebenzonenabfrage/
      http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erdbeben-hier-ist-das-risiko-in-deutschland-am-hoechsten-a-1212912.html
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13688075.html

      Und wohin mit dem ganzen Atommüll, der uns für 100.000e von Jahren erhalten bleibt, können Sie uns sicher auch gleich sagen?

      Ihnen ist hoffentlich klar, dass der Strompreis dank der Liberalisierung und der Gier unserer Energiekonzerne seit 2001 von 14 auf 30 Cent gestiegen ist, die EEG-Umlage aber nur 6,8 Cent von diesen 16 Cent Steigerung ausmacht? Ohne EEG-Zulage könnte eine dreiköpfige Familie ungefähr 20 EUR pro Monat mehr verkonsumieren, pro Kopf also nicht mal 7 EUR. Ein wahrer Konsum- und Wachstumsbooster!

      Wer erzählt Ihnen überhaupt den Blödsinn, dass sich beim heutigen Stand der Technik erneuerbare Energien in Deutschland nicht rechnen? Und haben Sie in Ihrer schlauen Rechnung auch die gewaltige Menge an neu geschaffenen Arbeitsplätzen berücksichtigt? Mit aktuell etwa 350.000 Beschäftigten zählen die Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren längst zu den wichtigsten Arbeitgebern hierzulande.

      Last but not least glaube ich nicht, dass irgendwer Angst vor irgendwelchen wegen Stickoxiden erwachenden Wutbürgern hat. Erstens einmal sind es genau die, die ihren Hintern ohnehin nicht aus dem Auto bewegen, also können sie auch nicht auf die Straße gehen. Gut, sie könnten neongelbe Fähnchen aus ihren SUVs hängen lassen und protestierend und hupend durch Berlin fahren… Die einzigen, die jemals in nennenswerten Bewegungen auf die Straße gingen und auch etwas bewirkt haben, sind die Grünen bzw. die Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung, aus der sie letztendlich hervorgegangen sind.

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      leftutti

      14. Februar 2019 12:05 at 12:05

      Folgendes könnten Sie noch in Ihre tiefschürfenden Überlegungen einfließen lassen:
      Die EEG-Umlage wird für Kleinabnehmer durch folgenden Faktor massiv erhöht: Sog. steigende „privilegierte“ Strommengen. Weil die stromintensive Industrie von der Umlage praktisch befreit ist, tragen kleinere Verbraucher, also Haushalte sowie industrielle und gewerbliche Verbraucher Mehrkosten in Milliardenhöhe.

      Solarstrom verursacht geringere Umweltschäden als Energie aus fossilen Energieträgern oder Kernkraft und senkt somit die externen Kosten der Energieerzeugung. Durch die starke Kostensenkung der Photovoltaik sind die Vermeidungskosten einer Hausdachanlage in Deutschland inzwischen auf ca. 17–70 € (je nach Art und Technik der Anlage) je Tonne CO2 gefallen, womit die Solarstromerzeugung günstiger ist als die Kosten für Klimawandelfolgeschäden, die mit 80 € je Tonne CO2 angesetzt werden.

      Bei der Stromerzeugung treten verschiedene externe Effekte auf, die externe Kosten verursachen. Diese externen Kosten sind nicht im Strompreis enthalten, sondern werden von der Allgemeinheit in unterschiedlichem Ausmaß getragen. Nach dem Verursacherprinzip müssten diese Kosten eigentlich zusätzlich über den Strompreis erbracht werden, um eine Wettbewerbsverzerrung zwischen konventionellen und erneuerbaren Energieträgern im Bereich der Stromerzeugung zu vermindern.

      Ein Ansatz die externen Kosten der Umweltbelastung der Stromerzeugung herzuleiten, ist die Methodenkonvention des Umweltbundesamtes. Danach betragen die externen Kosten der Stromproduktion aus Braunkohle 10,75 ct/kWh, aus Steinkohle 8,94 ct/kWh, aus Erdgas 4,91 ct/kWh, aus Photovoltaik 1,18 ct/kWh, aus Wind 0,26 ct/kWh und aus Wasser 0,18 ct/kWh. Für Atomenergie wird ein Wert von 10,70 bis 34,00 ct/kWh angesetzt, da unterschiedliche Studien zu schwankenden Ergebnissen kommen.

      Müssten Sie also alle Kosten direkt über den Strompreis bezahlen, die durch nicht-regenerative Energiequellen (speziell Atomkraftwerke) verursacht werden, würden Sie sich gerne freiwillig für die vergleichsweise lächerlichen 6,8 Cent EEG-Zulage freuen, die noch dazu in naher Zukunft immer mehr sinken wird.

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Zinsen: Warum auch wir jetzt in der Japan-Falle sitzen

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Zinsen und die Japan-Falle - Symbolbild Brieftasche, Geld und Auto

Für Schuldner ist es eine gute Nachricht, für Sparer eine Schlechte: Die Zinsen werden bei uns bis zur Abschaffung der Gemeinschaftswährung Euro bei null und negativ bleiben. Die Schuldenexplosion im Zuge der Corona-Krise lässt zukünftig keine steigenden Kreditkosten mehr zu.

Die Corona-Krise drückt die risikolosen Zinsen weiter nach unten

Bankenvolkswirte, Politiker und Anlageberater hatten die Hoffnung auf wieder steigende Zinsen bei ihrer Klientel stets wachgehalten. Noch im Sommer 2018 versprach der Vorstandsvorsitzende der größten Bank der USA, James L. Dimon von JPMorgan Chase & Co.: „Die Zinsen werden schneller und stärker steigen, als die meisten Menschen es sich vorstellen können“. Die These, dass auch Europa oder sogar die USA in die gleiche Nullzinsfalle wie Japan mit seiner weltweiten Rekordverschuldung in Höhe von 237 Prozent des BIP geraten könnten, wurde von „seriösen“ Ökonomen brüsk zurückgewiesen. Dabei war damals schon klar, dass die permanent steigenden Schuldenquoten im Vergleich zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt zwangsläufig auf die Abschaffung des Zinses in den entwickelten Volkswirtschaften hinauslaufen. Doch zu diesem Zeitpunkt war „Zinsnormalisierung“ das Zauberwort. Bereits ein Quartal nach den Aussagen des wohl mächtigsten Privatbankers des Planeten brach der US-Aktienmarkt fast unter der „Normalisierung“ der US-Zinsen zusammen. Das Thema Zinserhöhungen war fortan vom Tisch. Im Herbst 2019 zwang dann die Krise am US-Geldmarkt die US-Notenbank (Fed) sogar zur Auflage eines neuen Gelddruckprogramms (QE-Programm).

Im Frühling des Jahres 2020 sind die „risikolosen“ Zinsen für Staatsanleihen, Termingeld und Sparkonten nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Deutschland zurück auf historischen Tiefstständen. Die großen Zentralbanken haben die Leitzinsen in den letzten beiden Monaten im Rekordtempo nach unten gedrückt. Im Jahr 2020 stehen weltweit 93 Zinssenkungen lediglich 4 Zinserhöhungen gegenüber. Über den massenhaften, ja zum Teil unlimitierten Ankauf von Staatsanleihen sind auch die Zinsen am Kapitalmarkt de facto abgeschafft worden. Die Zinskupons für „mündelsichere“ Bundesanleihen weisen über alle Laufzeiten, also von drei Monaten bis zu 30 Jahren, ein negatives Vorzeichen auf. Wohlgemerkt nominal, also noch vor Abzug der jährlichen Inflationsrate.

Das Ziel dieser „Zinssteuerung“ durch die Notenbanken ist die Entlastung der stark angeschlagenen und hoch verschuldeten Wirtschaft im Bereich der Kapitalkosten. Darüber hinaus sollen Staaten, Kommunen, Banken, Unternehmen und Häuslebauer finanziell am Leben erhalten werden. Der Versuch der südeuropäischen Staaten die Nordländer zu Eurobonds mit gemeinsamer Haftung zu bewegen, zielt ebenfalls auf die Absenkung der zu zahlenden Zinsen am Kapitalmarkt ab. Niedrige Zinsen oder besser gleich die Abschaffung des Zinses sind zu einer Überlebensnotwendigkeit für Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und sogar Frankreich geworden. Das Gleiche gilt aber mittlerweile auch für die USA und unverändert für Japan. Vorsicht ist geboten bei Lockangeboten exotischer Banken aus Malta oder Estland, die um an dringend benötigte Liquidität zu kommen, deutschen Sparern ein paar Zinskrümel mit einer Null vor dem Komma hinwerfen, vor Steuern und Inflation versteht sich. Diese Zinsen sind nicht ohne Risiko, ebenso wie die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals.

Die ökonomischen Folgen der Corona-Krise sind schwerwiegend

Aus gutem Grund liegen die Zinsen in Japan seit über zwei Dekaden auf bzw. nahe oder jetzt sogar unter null. Nippon weist mit 235 Prozent die weltweit höchste Staatsverschuldung auf. Die Bank of Japan finanziert das komplette Staatsdefizit von zuletzt drei Prozent des BIP pro Jahr. Noch im Jahr 1991 lag die öffentliche Schuldenquote im Land der aufgehenden Sonne bei moderaten 39 Prozent. Die Immobilien und Bankenkrise, die auf den Boom in den Achtzigerjahren folgte, hat Japan in den letzten 30 Jahren immer tiefer in die Schuldenmisere und damit auch in die Zinsfalle getrieben. Nach dem Platzen der New Economy Blase und dem Platzen der Immobilienblase in den USA und Europa sorgt nun die Corona-Krise dafür, dass auch die entwickelten Volkswirtschaften im Westen ihre Schulden nur noch durch Gratiskredite aus der Notenpresse tragen können. Würden sich die Zinsen in den USA Richtung 5 Prozent bewegen, würden ein Drittel der öffentlichen Ausgaben ausschließlich für den Kapitaldienst aufgewendet werden müssen. In Italien mit einer Staatsverschuldung von 133 Prozent des BIP sieht die Lage noch prekärer aus.

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Ursula von der Leyen und der Marshall-Plan für Europa – bitte warten Sie nicht darauf!

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EU mit Marshall-Plan?

Ursula von der Leyen hat als Präsidentin der EU-Kommission aktuell einen Marshall-Plan für Europa in Spiel gebracht. So nennt sie es sogar ganz offiziell. Woran denkt man bei „Marshall-Plan“ sofort? Richtig, dass ein großer starker Helfer von außen kommt, und hilft. Doch wer soll hier die große starke Hand von außerhalb sein, wenn Frau von der Leyen gleich einen Marshall Plan für die ganze EU aufstellen möchte? Und abgesehen davon: Wer ihre Ausführungen liest, dem wird klar, dass es hierbei eher um warme Worte geht nach dem Motto „nächstes Jahr wird alles besser“ oder „wir gründen eine Arbeitskreis“. Warme Worte, die auf EU-Ebene reges Treiben und Hilfe für die Bürger zeigen sollen. Aber wenn es konkret wird, was liest man da? Es gibt keine Idee für hunderte Milliarden oder Billionen Euros für einen Sonderfonds oder Ähnliches. Es geht eigentlich nur darum, dass die zukünftigen Ausgaben im EU-Haushalt doch bitte intelligenter und innovativer ausgegeben werden sollen. Aber was hat das bitte mit einem „Marshall Plan“ zu tun? Also bitte, warten Sie nicht auf einen Geldsegen aus Brüssel für Ihr Unternehmen oder ihr privates Bankkonto. Zitat aus den offiziellen Aussagen der EU-Kommission:

Die Prioritäten im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU würden eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie die EU-Länder die Folgen der Krise überwinden können.

Präsidentin von der Leyen schreibt: „Unsere Welt hat sich verändert. Damit unser Haushalt den neuen Anforderungen gerecht wird, müssen wir ihn entsprechend zuschneiden. Die nächsten Jahre entscheiden darüber, wie gut und wie schnell unsere von der aktuellen Krise geschwächten Volkswirtschaften ihren Motor anwerfen und wir unseren einzigartigen Binnenmarkt wieder in Schwung bringen können.

Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden. Deshalb haben wir die Pflicht, das Geld aus unserem nächsten Haushalt besonders klug und nachhaltig zu investieren. Es muss bewahren helfen, was uns lieb und teuer ist und das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuern. Und es muss eine strategische Investition in unsere Zukunft sein. Dies umfasst beispielsweise innovative Forschung, die digitale Infrastruktur, saubere Energie, eine intelligente Kreislaufwirtschaft und zukunftstaugliche Verkehrssysteme. Ein solcher Marshall-Plan kann entscheidend dazu beitragen, ein moderneres, nachhaltigeres und widerstandsfähigeres Europa aufzubauen.

Unsere Europäische Union – davon bin ich überzeugt – kann aus dieser Situation gestärkt hervorgehen, so, wie sie es nach jeder Krise in unserer Geschichte getan hat.“

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Argentinien ist pleite: Überdenken Sie Fremdwährungs-Investments! – Werbung

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Lieber Börsianer,

Das erste Opfer der Krise auf Staatsebene hat sich gefunden. Argentinien kündigte an, für einen Teil der eigenen, auf US-Dollar lautenden Kredite bis Jahresende nicht mehr zahlen zu wollen. Damit ist das erste Schwellenland praktisch zahlungsunfähig und wirft einen Schatten auf die einstmals aussichtsreiche Anlageklasse. Wenngleich nur ein Bruchteil der Emerging Markets in die Staatspleite schlittern wird, so sind doch die Möglichkeiten zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft beschränkter als in den USA, den ehemaligen Tiger-Staaten und Europa. Zeit, die Notbremse zu ziehen?

Argentiniens Zahlungseinstellung betrifft bis jetzt ausschließlich nach argentinischem Recht emittierte Anleihen. Somit ist die große Zahlungsunfähigkeit, die auch Kreditausfallversicherungen auslösen und Argentinien vor Jahre vom internationalen Kapitalmarkt abschneiden würde, noch nicht eingetreten. Doch die Zahlungsaussetzung zeigt, wie knapp die Devisen im Land inzwischen sind, das bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus als Pleitekandidat galt.

Die Schwellenländer leiden gleich dreifach unter dem Coronavirus:

– Die heimische Wirtschaft erzeugt deutlich weniger Waren und Dienstleistungen.
– Auslandskunden kaufen deutlich weniger Waren und Dienstleistungen, Touristen bleiben aus und somit der Strom von Devisen, der zur Begleichung von in Fremdwährung lautenden Verpflichtungen nötig ist.
– Ausländische Kapitalgeber ziehen aus Angst ihr Kapital aus den Schwellenländern ab und bunkern es in als sicher geltenden Anleihen Europas, der USA und Japans.

Schwellenländer können ihre Wirtschaft kaum unterstützen

Alle drei Probleme machen eine Unterstützung der Wirtschaft durch den Staat nötig, der aber oft selbst kaum Devisenreserven hat und in der Krise auch schwerer bzw. nur mit hohen Zinsen an Devisen herankommt. Weiterhin werten die Währungen der Schwellenländer schnell ab, was Auslandsschulden zusätzlich verteuert. Unter Dollarknappheit leiden durchaus auch fortgeschrittenere Volkswirtschaften. Doch die bekommen bei der US-Zentralbank problemlos…..

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Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

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