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Chinas Crash Reaktion: Cyber-Polizisten und Cash nur noch für Staats-Banken

Von Markus Fugmann

China pumpt erneut Geld in die Banken, um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Interessant dabei ist, dass das Geld nicht in Geschäfts-Banken fliessen soll, sondern in rein staatliche Institute. Der Grund dürfte sein, dass die Geschäftsbanken mit den Geldern des Staates an den Aktienmärkten spekuliert haben – und nach dem Crash hat die Regierung erkannt, dass Geldspritzen für nicht-staatliche Geschäftsbanken ein zweischneidiges Schwert sind.

Die Cash-Injektion in staatliche Institute ist daher gewissermaßen ein Mißtrauensvotum gegen nicht-staatliche Banken, hinzu kommt, dass ein ganz großes Stimulus-Programm wie nach der Finanzkrise 2008 durch solche punktuellen Massnahmen erneut unwahrscheinlicher wird. Die Märkte reagierten dementsprechen verschnupft: der Shanghai Composite fiel um 1,62%, der Shenzhen Component gab knapp über 1% ab.

Die Regierung will – offenkundig verunsichert durch den Crash, der viel Ansehen gekostet hat und das Mantra „die Partei hat immer Recht“ ankratzt – die Kontrolle im Internet verschärfen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua heute bekannt gab, wird die Regierung in wichtigen IT- und Internetfirmen Einheiten von „Cyber-Polizisten“ fest installieren, angeblich um Betrug und Kriminalität zu bekämpfen, vorwiegend jedoch um die „Verbreitung von Gerüchten“ zu unterbinden. Was damit gemeint ist, dürfte klar sein: jegliche Formen der Kritik an der Regierung etc.

Noch ist unklar, welche Firmen davon betroffen sein werden, doch liegt auf der Hand, dass Marktführer wie Alibaba (E-Commerce), Tencent Holdings (Social Media) und die führende Suchmaschine Baidu im Fokus der Behörden stehen.



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