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Chinas Exportstrategie: Massenware mit Dumpingpreis, wertvolle Basisrohstoffe nicht rausrücken!

Auf chinesischer Sicht scheint es eine kluge wirtschaftliche Strategie zu sein. Die einfachen Endprodukte, dessen Rohmaterialien weltweit verfügbar sind, schmeißt man zu Dumpingpreisen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Auf chinesischer Sicht scheint es eine kluge wirtschaftliche Strategie zu sein. Die einfachen Endprodukte, dessen Rohmaterialien weltweit verfügbar sind, schmeißt man zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt, und macht damit die globalen Wettbewerber kaputt, so wie es zuletzt in Europa geschah. Nach endlosem Abwarten (wie immer) erkannten in Brüssel einige kluge Köpfe dann doch, dass hier etwas schief läuft. So wurden dann im August diesen Jahres endgültige Strafzölle gegen China erlassen, da die EU zur Meinung kam: Ja, China verkauft seinen Stahl in der EU unter Herstellungspreis. Daher werden für die nächsten fünf Jahre zwischen 19,7-22,1% Importzölle fällig. Die EU-Kommission sagte dazu im August:

„In the wake of the global steel overcapacity crisis, the Commission is applying the trade defence instruments to re-establish a level-playing field between EU and foreign producers. The EU currently has over 100 trade defence measures in place, 37 of them targeting unfair imports of steel products, 15 of which from China. 12 more investigations concerning steel products are still ongoing.“

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Chinas Staatspräsident Xi Jinping. Foto: Antilong/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das ist die eine Seite. China hatte sich selbst in eine problematische Lage gebracht, mit viel zu viel Stahlproduktion, wo einem dann Mitte 2015 auffiel, dass man für all den produzierten Stahl keine Verwendung in China hatte. Also ab damit auf den Weltmarkt (u.a. nach Europa). Und die andere Seite der Medaille? China ist DER große Exporteur von sogenannten „Seltenen Erden“. Das sind für die Industrie extrem wichtige Basis-Rohstoffe, die weltweit nur in sehr begrenzten Mengen vorkommen, und auch nur in wenigen Ländern. Wegen dieser Rohstoffe ist der EU jetzt der Kragen geplatzt. Unglaublich oder? Dass die Damen und Herren in Brüssel sich mal richtig aufregen können, hätte man gar nicht mehr für möglich gehalten.

Man möchte jetzt endlich mal gegenüber anderen großen Handelspartnern die breite Brust zeigen. So verklagt man aktuell China vor der Welthandelsorganisation WTO, weil man offiziell der Meinung ist, dass China ausländische Produzenten diese seltenen Erden vorenthalte. Somit könnten zum Beispiel europäische Produzenten nicht in europäischen Fertigungsstätten Endprodukte herstellen. Ziel der Chinesen laut offiziellem EU-Text aus dieser Woche: China will ausländische Produzenten dazu bewegen, dass sie ihre Verarbeitungsstätten in China eröffnen, damit die seltenen Erden dort zu Endprodukten veredelt werden. Das würde natürlich mehr Jobs und Know How für China bedeuten. Aus rein chinesischer Sicht eine verständliche oder zumindest nachvollziehbare Maßnahme! Aus unserer europäischen „Opfersicht“ ist das natürlich weniger schön. Laut EU soll die WTO die unfairen Exportbeschränkungen Chinas für folgende Rohstoffe prüfen:

Antimon
Chrom
Kobalt
Kupfer
Nickeleisen
Graphit
Indium
Blei
Magnesia
Talk
Tantal
Zinn

Laut EU werden diese Stoffe dringend benötigt in der Produktion von Stahl, Autos, Luft- und Raumfahrt, dem Bauwesen und Elektonik. In der Tat: Fehlen die grundlegenden Komponenten, geht es nicht weiter. China selbst hatte in den letzten Monaten mehrfach darauf gedrängt von der weltweiten Staatengemeinschaft als „Marktwirtschaft“ offiziell anerkannt zu werden. Dann sollte es auch auf einem freien Markt ausländischen Käufern Zugang zu Rohstoffen gewähren – natürlich gegen eine anständige Bezahlung! Laut EU habe man sich mit China über die Problematik seiner Exportbeschränkungen unterhalten, aber leider ohne Einigung. Jetzt muss die WTO entscheiden. Entscheidet sie pro EU, kann China beweisen, dass man wirklich eien „Marktwirtschaft“ ist und einen richtigen Marktzugang gewähren. Die EU macht in ihrem Infotext Angaben zu der Anzahl der angeblich in der EU betroffenen Arbeitsplätze usw. Hier auszugsweise im Original:


Chromium and ferronickel, for example, are fundamental raw materials for the EU stainless steel sector which has a turnover of about €15 billion and involves about 20,000-25,000 direct jobs and up to 100,000 direct and indirect jobs. The EU tin mill producers of electro-chromium coated sheet (ECCS) using chromium and tin plate generate turnover of about €2.8 billion. There are about 3,900 jobs directly related to EU tin mill production. Magnesia is one of the main materials in the production of refractories, an industry with €3.4 billion sales, involving about 20,000 direct jobs in the EU.

The EU considers that China’s export restrictions on raw materials undermine core principles of the multilateral trading system, as they discriminate against foreign users of these materials and provide substantial and unfair advantages to Chinese firms. The WTO adjudicatory bodies already had two opportunities to clarify that these type of restrictions are illegal and do not represent a genuine effort to conserve exhaustible natural resources or to protect the environment and health of China’s population. The EU regrets China’s unwillingness to bring its legislation concerning the export of raw materials in-line with its WTO-commitments and is therefore once again challenging China’s export regime.

Background

The raw materials subject to the case include graphite, cobalt, copper, ferronickel, lead, chromium, magnesia, talcum, tantalum, tin, antimony and indium. Some of them (in bold) are among the twenty raw materials identified in 2013 as critical to Europe’s economy and essential to maintaining and improving our quality of life.
China committed as part of the terms of its WTO accession to eliminate export duties for all products other than those listed in a specific annex. The export duties on antimony, chromium, cobalt, copper, ferronickel, graphite, lead, magnesia, talc, tantalum, and tin the EU is challenging are imposed on products not listed in that annex.

China also imposes export quotas on antimony, indium, magnesia, talc and tin. Article XI:1 of the General Agreement on Tariffs and Trade 1994 (GATT 1994) generally prohibits restrictions on exports other than taxes, duties, and charges. China’s WTO Accession Protocol also includes commitments not to restrict the right to export goods.

In two previous WTO disputes (China – Measures Related to the Exportation of Various Raw Materials and China – Measures Relating to the Exportation of Rare Earths, Tungsten, and Molybdenum), the WTO found that China’s imposition of export duties and export quotas on two different sets of raw materials was inconsistent with China’s WTO commitments. In both cases, the WTO also confirmed that China cannot justify its imposition of export duties not listed in the specific annex under Article XX of the GATT 1994, and rejected China’s attempts to justify its imposition of export quotas as legitimate conservation or environmental protection measures.

Through this new WTO action, the EU expects that China will remove its WTO inconsistent export restrictions not only with regard to the challenged raw materials but also all other raw materials still subject to such restrictions.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    rote_pille

    28. Oktober 2016 18:01 at 18:01

    Warum hat man den billigen Stahl nicht stattdessen aufgekauft und daraus was gemacht? Jetzt steigen die Preise für alle europäischen Produkte, die mit dem billigen Stahl gefertigt wurden.

  2. Avatar

    bauer

    28. Oktober 2016 20:15 at 20:15

    Was denkt Xi Jinping gerade?
    Ihr werdet es wie immer zu spät erfahren….
    Seltene Erden,haben se auch nur 20% nach Europa exportiert,der Rest bleibt schön im Land….für Lithium Batterien haben die Chinas o mas…
    Mit Gold passiert das gleiche Zenario,denn auch da schlägt er zu!
    Er , Xi Jinping,versteht es nur zu gut,die EU um den Finger zu wickeln!

  3. Avatar

    Günter Mertens

    28. Oktober 2016 20:17 at 20:17

    Und was heißt das für den westlichen Kleinanleger?
    Nicht ärgern, sondern nachmachen!
    Also begrenzte wertvolle (=unentbehrliche) Rohstoffe kaufen. Z.B. praktischerweise Silber.
    Seltene Erden sind da schwieriger für den Privatanleger (nach dem Motto: Lass die Pfoten von Exoten!)

    P.s.: Gilt nicht für Trader, sondern für Langfristdenker (wie die Chinesen)

  4. Avatar

    warum wollen sie den wissen?

    16. März 2018 07:58 at 07:58

    ok ich schreibe einen kommentar :)

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Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

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Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

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Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

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Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

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US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

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US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

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