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Chinas Interbankenmarkt mit Liquiditätsproblemen

Nach Aussagen chinesischer Händler hat der Interbankenmarkt ein schweres Liquiditätsproblem – und das obwohl die People´s Bank of China gestern 50 Milliarden Yuan in die Banken gepumpt hatte. Dass diese Summe offenkundig nicht ausreicht, zeigt der Anstieg der 7-Tages-Ausleihesätze (seven-day repo rate) über die psychologisch wichtige 4%-Marke. Die Notenbank Chinas selbst hatte diese Marke als „Wohlfühlgrenze“ bezeichnet – ein Anstieg darüber deutet klar auf Stresssymptome im System.
Ein wichtiger Faktor der verknappten Liquidität ist das bevorstehende Neujahrsfest in China, bei dem Chinesen im großen Maßstab Geschenke kaufen und dafür Gelder von ihren Konten abziehen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Notenbank in Kürze erneut Liquidität ins Bankensystem pumpen wird.

Unterdessen hat Chinas Notenbank eine weitere Flexiblisierung des Yuan angekündigt (derzeit darf die Währung zum US-Dollar in einer Tagesspanne von 2% floaten). Mit Blick auf die Verschuldung der Provinzen zeigte sich der Vizechef der Notenbank, Pan Gongsheng, besorgt: sie sei in einigen Provinzen deutlich zu hoch, in der Summe aber kontrollierbar.

Der Aktienmarkt in Shanghai gab zum Handelsende seine zwischenzeitlichen Gewinne wieder weitgehend ab. Der viel beachtete HSBC-Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe in China hat sich zwar leicht auf 49,8 erholt (Dezember noch 49,6), liegt aber nach wie vor unter der Expansionsschwelle von 50.



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