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Chinas Ministerpräsident verkündet, was EZB und Fed nicht wahrhaben wollen

Redaktion

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am

Von Claudio Kummerfeld

Quantitative Easing (QE), also das Auflegen eines massiven Anleihekaufprogramms, ist seit 2008 zum Allheilmittel der drei großen Notenbanken geworden, Fed in den USA; EZB in Europa und BOJ in Japan. Seitdem wurden gigantische Geldmengen von den Notenbanken neu erschaffen und in die Finanzwelt gepumpt. Fast schon eine Ironie, dass ein kommunistischer Regierungschef den Notenbankern erklären muss, dass das nicht funktioniert.

China MP Li Keqiang muss Fed und EZB etwas erklären
Chinas Ministerpräsident Li Keqiang.
Foto: World Economic Forum/Sebastian Derungs / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Nicht das selbe machen wie EZB und Fed

Li Kequiang sprach gestern erneut darüber, dass China eben NICHT den Weg der drei vorher genannten gehen will, nämlich für gigantische Summen (alleine 1,2 Billionen Euro bei der EZB) Anleihen des eigenen Staates und der eigenen Regionalverwaltungen aufzukaufen. Er schloss diesen Weg für China definitiv aus! Er sprach die Tatsache an, die Notenbanker wie Ökonomen auf Teufel komm raus nicht aussprechen, geschweige denn diskutieren wollen, nämlich dass so ein QE keine strukturellen Probleme löst, sondern eben nur kurzfristig die Finanzmärkte stimuliert, aber eben nicht dauerhaft (!) die Realwirtschaft.

Ehrlicherweise muss man erwähnen, dass Mario Draghi zu Beginn des QE der EZB erwähnt hatte, dass die EZB damit den Politikern der Eurozone Zeit erkaufen wolle, politische Lösungen für die Wirtschaftskrise in Europa zu finden. Dass die EZB aber jetzt dazu übergegangen ist das QE als Wirtschaftssteuerungselement zu betrachten wie Fed + BOJ auch, erkennt man daran, dass mehrere EZB-Vertreter jüngst verkündeten die EZB werde ALLE Maßnahmen ergreifen, die ihr zur Verfügung stünden um die Inflation weiter Richtung 2% anzuheizen.

QE löst nicht die strukturellen Probleme

Aber zurück zu China. Ministerpräsident Li Kequiang sagte gestern bei seiner Rede vor dem „World Economic Forum“ in Dalian das QE alleine könne keine strukturellen Probleme beim Wirtschaftswachstum lösen – es würde z.B. zu negativen Überschuss-Effekten führen. Genau das scheinen die westlichen Notenbanken, die doch eigentlich im Sinne des „freien Marktes“ denken müssten, anders zu sehen. Die US-Notenbank „Federal Reserve“ hat neben der Preisstabilität auch die Aufgabe den Arbeitsmarkt in den USA mit ihrer Politik zu unterstützen, und legte seit 2008 drei gigantische Kaufprogramme auf, die immer nur während ihrer Laufzeit für einen Push sorgten. Aber jetzt, seit Auslaufen des 3. QE Ende 2014 lahmt die US-Wirtschaft schon wieder. Wie bei einem Drogenabhängigen geht es ihm erst wieder gut, wenn er den nächsten Schuss bekommt. Fängt man einmal damit an, kann man nur schwer wieder aufhören, denn der Gewöhnungseffekt setzt sofort ein bei Geld aus dem Nichts für 0% Zinsen!

China ging bisher einen „realen“ Weg. Man verkauft Teile seiner Devisenreserven in Form von US-Staatsanleihen. Das Geld wurde in Yuan konvertiert um ihn zu stützten und um in die Börse gepumpt zu werden. Zudem wurden halbstaatliche wie auch private Institutionen aufgefordert die Börse zu stützen. Und der Staat legt jetzt neue Konjunkturprogramme (Brücken und Straßen) auf.

Aber wer weiß. Vielleicht lässt sich die KP in Peking vom freien Westen ja doch noch zum QE bekehren? Verkehrte Welt, dass der Westen dem kommunistischen China die staatliche Stützung der freien Märkte vormacht – Notenbanken sind zwar nicht Teil eines Regierungsapparats, aber dennoch staatliche Einrichtungen. Noch ist China der festen Überzeugung es geht dort ohne QE, sondern nur mit den bisher „normalen“ staatlichen Stützungsmaßnahmen, wo u.a. die Infrastrukturmaßnahmen strukturell in der Realwirtschaft wirken sollen. Denn im Gegensatz zum QE kommen diese Gelder auch komplett und unmittelbar in dort an!

Li Kequiang sagte gestern auch, dass ein langsameres Wirtschaftswachstum in China akzeptabel sei, solange der Arbeitsmarkt und die Einkommen der Menschen in Ordnung seien. Er schloss auch eine „harte Landung“ der chinesischen Wirtschaft aus. Die bisherigen staatlichen Stützungsmaßnahmen würden in den ökonomischen Indikatoren langsam Wirkung zeigen. „The stable fundamentals have not changed“, so Li. Naja, ob das stimmt…. man sei in vollem Umfang fähig zu reagieren, wenn die Wirtschaft hinter den gesetzten Zielen zurückbleibe. Aber, wenn er sich an seine Worte hält, eben ohne QE.

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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