Aktien

Chinas Politbüro warnt

Chinas Politbüro hat sich heute erstaunlich klar zur Lage im Reich der Mitte geäußert und warnt vor Risiken und Abwärtsdruck für die Wirtschaft des Landes. Gleichzeitig wolle man das Liquiditätsniveau auf „vernünftige“ Weise anpassen. Und das bedeutet: die Liquidität dürfte weiter verknappt werden. Zur Erinnerung: Chinas Notenbank hat sieben Mal mehr Liquidität ins heimische Bankensystem eingeführt als die amerikanische Fed durch ihre Anleihekäufe (QE) erzeugt hat.

Zuvor waren die Aktienmärkte in China schwer unter Druck geraten. So fiel der Shanghai Composite 1%, in Shenzhen verloren die Märkte 2%, in Hong Kong knapp 1,5%. Bestimmend war die Sorge um Überkapazitäten in vielen Branchen, insbesondere im Immobiliensektor in kleineren und mittleren Städten, wo die Preise derzeit überwiegend rückläufig sind. Viele Immobilienentwickler haben daher massiv die Preise gesenkt und sich so den Zorn derjenigen zugezogen, die bereits einen Kauf getätigt haben.

Hinzu kommen Sorgen über eine weitere Liquiditätsverknappung, die durch das Politbüro heute Vormittag dann eine Bestätigung erfahren haben. Viele Firmen haben keinen Zugang mehr zu regulären Bankkrediten und müssen daher zu horrenden Zinsen bei Schattenbanken leihen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Yuan heute Nacht ein weiteres 16-Monatstief markiert hat und deutlich über der Marke von 6,25 schloss (zum US-Dollar). Damit verstärkt sich der Druck auf Firmen, die Kredite in Fremdwährungen (häufig im kaum verzinsten Hong Kong-Dollar) aufgenommen hatten oder mittels sogenannter Target Redemption Forwards auf eine weitere Aufwertung des Yuan gewettet hatten (siehe dazu unseren Artikel „Yuan-Abwertung trifft Investoren hart„).

Dass Chinas Regierung nun erstmals offiziell vor einer Abwärtsdynamik der Wirtschaft warnt, ist möglicherweise ein historischer Wendepunkt. Vielleicht werden wir uns in einigen Jahren an diese Warnung erinnern und sagen: Das war der Beginn des wirtschaftlichen Kollaps einer noch nie dagewesenen Kreditblase..

 



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