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Chinas unfaire Praktiken – ein paar andere Aspekte des Handelskrieges

China profitiert im Export von WTO-Bestimmungen, ignoriert aber diese, wenn es um die andere Seite geht..

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Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Großmächten hinterlässt mehr und mehr Spuren in der Weltwirtschaft. Das liegt natürlich an der Schädlichkeit von Zöllen an sich, ihre Wirkung auf den Freihandel, die lähmende Unsicherheit für das Investitionsklima und die destruktiven Implikationen auf jahrelang entwickelte Handelsketten, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Aber es gibt noch eine andere Seite, wo man den Amerikaner durchaus beipflichten muss, auch wenn es in Summa nicht möglich ist.

 

Chinas Ignoranz gegenüber den Regeln des Freihandels

 

Bereits vor 18 Jahren ist das ehemalige „Entwicklungsland“ China der Welthandelsorganisation (WTO) beigetreten, es weigert sich aber beständig, die darin festgelegten Regeln des Freihandels zu beachten – auch jetzt noch als absolute Wirtschafts-Supermacht. Man profitiert im Export von diesen Bestimmungen, ignoriert aber diese, wenn es um die andere Seite geht. Hierzu ein paar Beispiele:

  • Keine Akzeptanz der Regeln zum Schutz geistigen Eigentums
  • Der Zwang für ausländische Investoren zur Preisgabe von Technologie
  • Keine öffentliche Ausschreibung von Staatsaufträgen
  • Der Zwang zur Datenspeicherung vor Ort für ausländische Unternehmen
  • Subventionierung staatseigener Betriebe und damit Wettbewerbsverzerrung
  • Preisdumping. Kein Land zieht mehr Anti-Dumping-Zölle auf sich, als China
  • Allein drei Viertel aller Zölle dieser Art der EU beziehen sich auf dieses Land

Ich behaupte jetzt nicht, dass westliche Staaten nicht auch gegen derartige Regeln verstoßen würden, aber die Dimensionen sind im KP-regierten China doch eklatant größer.

 

Chinas Aktionen für die „Neue Seidenstraße“

 

Chinas Regierungschef Xi Jinping hat bei seinem Europabesuch das ein oder andere Abkommen mit europäischen Staaten abgeschlossen, ohne Berücksichtigung der Interessen der EU als Ganzes. Bereits mit 17 europäischen Staaten bestehen Abkommen für das neue Projekt 2025.

Man kann die EU mit ihren Konstruktionsfehlern natürlich mit Recht kritisieren, aber was China gerade praktiziert, wäre umgekehrt ein absolutes Unding. Man stelle sich vor, die EU führte Verhandlung mit chinesischen Regionalregierungen und würde ohne Vorankündigung Infrastruktur und Objekte aufkaufen, ohne überhaupt vorher die Pläne dazu preiszugeben, vom Verstoß gegen internationalen Regeln gar nicht zu reden! Nicht einmal im Ansatz durchführbar. Das ungeeinte Europa zeigt sich dem chinesischen Vorgehen gegenüber bisher machtlos.

 

Fazit

 

China will die Regeln des Freihandels nutzen, gerade im Hinblick auf das große Projekt Seidenstraße, gleichzeitig aber für sich Sonderregeln in Anspruch nehmen. Das hat man in Berlin auch „schon“ erkannt, eine Übernahme einer so hochtechnologischen Firma wie das deutsche Roboterhaus KUKA in China – schlicht unmöglich.

Wie gesagt, die trumpsche Wirtschaftspolitik erfüllt einen mit Schaudern, aber Chinas teilweises ausbeuterisches Vorgehen in Afrika (das Spiel Kredite gegen Rohstoffe) und jetzt in Teilen Europas darf nicht weiter hingenommen werden – vernünftige konzertierte Aktionen täten Not.

 

Die Großstadt Chongqing

23 Kommentare

23 Comments

  1. Hesterberg

    13. Mai 2019 19:18 at 19:18

    Schön, dass Sie das Thema aufgreifen! Die unfairen Praktiken Chinas werden von der ganzen Welt seit Ewigkeiten zähneknirschend hingenommen, so als hätte noch niemand den denkwürdigen Satz „Wehret den Anfängen“ gehört. Über Trump kann man ja wirklich trefflich ablästern, aber Eier hat er. Die EU würde sich nie mit China anlegen und so lange warten, bis sie von dem asiatischen Riesen völlig abhängig ist.

  2. md

    13. Mai 2019 20:53 at 20:53

    ja, schön das sie die unfairen praktiken chinas ansprechen. aber ich komme nicht drum herum auch die kehrseite der medaille zu betrachten. die chinesen investieren seit ca. 20-30 jahren in afrika. sie gehen mit den staaten und völkern fair um. investition in infrastrucktur gegen rohstoffe. soweit so gut. was haben den andere gemacht um an die rohstoffe zu kommen. ob spanier portugiesen holländer franzosen engländer amis usw. egal welches buch ich lese, es ist gemordet und versklaft wurden. nie haben sie diese menschen als mensch angesehen, eher als menschen 4. oder 5. klasse. ich habe das buch “ wissenschaft bricht monopol“ gelesen und kann es jedem weiterempfehlen. deshalb liebe ich die deutschen, sie haben versucht alles per forschung und wissenschaft zu erzeugen ohne länder und völker zu ermordern und ihre rohstoffe zu rauben. aber auch den osmannen muss man loben auch der hat nicht völker wegen ihren rohstoffen überfallen.
    fazit: die alte welt ( der westen ) hat im umgang mit afrika oder südamerika früher viel falsch gemacht.
    bin mal gespannt auf wessen seite die afrikaner sein werden. auf der chinas oder den amis. hoffentlich auf unserer. die welt ist auf einmal sehr klein geworden.

    • leftutti

      13. Mai 2019 22:20 at 22:20

      @md, Ihr menschenverachtendes Weltbild mit einer Faszination für leicht nationalsozialisch angehauchte deutsche historische Autoren oder aktuell herrschende türkische Diktatoren wie Erdogan ist uns allen inzwischen hinlänglich bekannt.

      Schämen Sie sich eigentlich nicht, ganze extrem bevölkerungsreiche Kontinente wie Afrika als Investitionsgut unter den Kriterien der Stufe von Ausbeutung zu betrachten und zu bewerten: Wer die Menschen und die Natur dort weniger missbraucht, ist besser?!

      Wie kommen Sie eigentlich auf folgenden Blödsinn: deshalb liebe ich die deutschen, sie haben versucht alles per forschung und wissenschaft zu erzeugen ohne länder und völker zu ermordern und ihre rohstoffe zu rauben

      Wie passt das alles zu dem systematischen Genozid der Türkei an den Armeniern im 1. Weltkrieg oder dem der Deutschen an den Juden im 2. Weltkrieg?

      • md

        14. Mai 2019 22:42 at 22:42

        hallo mein freund leftutti, es ging um rohstoffe und da hab ich die deutschen gelobt weil sie nachweislich erfindergeist hatten. deshalb habe ich den schandfleck ( genozid gegen den jüdische glaubenden) nicht erwähnt. und einen genozid der türken gegen armenier gabs nicht. 1. so was machen wir türken nicht. 2. wahr ist, nach dem verrat der armenier haben wir sie alle bis nach armenien vertrieben.
        aber mal was anderes, warum dieser hass gegen uns türken. ehrlich alles gegen einen türken wird geglaubt. und nur negatives wird verbreitet.
        – warum erzählt niemand das wir türken sehr viele sefardische juden vor den spaniern gerettet haben.
        – warum erzählt und lobt niemand die tausenden juden die wir im 2. weltkrieg vor den deutschen gerettet haben. albert einstein hat es möglich gemacht. warum gibt es nicht hierfür ne abstimmung im bundestag auf antrag der grünen, das man der türkei zu dank verpflichtet ist ansonsten auch diese paar tausend juden vergast worden wären.
        -warum lobt man uns nicht das wir viele hugenotten aufgenommen haben die vor dem genozid ( bartholomäusnacht ) der franzosen geflüchtet sind.
        leftutti leftutti, bild dir eine eigene meinung, ich habe nicht studiert aber habe gelernt eine eigene meinung zu bilden.
        und noch eins mein freund, ehrlich gesagt lese ich einfach bücher ohne vorher zu recherchieren ob der autor ein linker rechter gläubiger ungläubiger usw ist. mach dies auch dann lernst du offener zu denken.
        dein deutschtürkischer freund 🙂

  3. Kritisch on fire

    13. Mai 2019 21:33 at 21:33

    Sehr geehrter Herr Müller!
    Bei aller Wertschätzung ihrer Kommentare muss ich hier einen Aspekt zur Dikussion stellen der mir nach Studium ihres Beitrages unter den Nägeln brennt.
    Warum sind denn die Konzerne nach China gegangen und haben die Bedingungen akzeptiert – aus Gründen die da unter anderem lauten:
    – In dem gigantischen Markt präsent zu sein und mit dem Aufstieg des Reiches der Mitte mitzupartizipieren.
    – Die unglaublich günstigen Kosten zu nutzen um den eigenen Ertrag / Gewinn zu steigern.
    Wenn auch nicht 1:1 zu vergleichen, so ist es ein wenig so wie nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, also in den postkommunistischen Ländern. „Alle“ wollten an dem Markt partizipieren, die günstigen Lohnkosten nutzen und regen sich danach auf, dass Korruption, Vetternwirtschaft, Enteignung und was sonst noch passiert ist, vorkommen. Ich halte das für heuchlerisch und als vorher zu kalkulierendes Risiko der Unternehmer, der Konzerne. Zuerst werden die Positiva ohne weiters darüber nachzudenken angenommen und wenn dann der Partner sich entwicklet wird darüber geklagt wie unseriös der doch sei.
    Vorher nachdenken, vorher alles abwiegen und nicht dem schnöden Mammon, völlig hirnlos nachrennen und dann verwundert sein.
    Das was jetzt passiert ist der Preis für die tollen Gewinne der Vergangenheit die man völlig lösgelöst jedes Denkens in die Zukunft bezahlen muss.
    Glauben sie mir einfach, ich weiß wovon ich rede!
    LG

  4. Jan

    13. Mai 2019 22:10 at 22:10

    Ich verstehe das geheule „unfair“ nicht. Hat jemanden einen Spiegel zuhause? Schau mal rein.
    Wie erklärt im Artikel sind die Regel und Vorgehen seit Jahren bekannt aber unser Gier hat uns wegschauen lassen und lieber mit dem „Teufel“ handeln lassen gegen bekannte unfaire bedingungen als zu sagen, so nicht. Hör auf mit heulen und bedenke Lösungen.
    Selbstbetrug ist auch Betrug und somit „unfair“.
    Bislang kämpft Trump dagegen. Ob er das vernünftig macht und dabei gewinnt werden wir sehen. Ich mag seine Art nicht und glaube nicht an den fetten Gewinne über die Zölle, es wird irgendwann ein anderes gleichgewicht geben was dann auch eines Tages wieder kippt.
    Kopf rechtzeitig einziehen, Blechdose Bohnen im Keller…

  5. Bundessuperminister für Europawahlen und Propaganda

    14. Mai 2019 00:41 at 00:41

    Das Wort zum Börsenmontag: Es ist wunderbar zu sehen, wie unsere Umfragewerte im Chaos steigen. Zugunsten von uns deutschen Wunderchristen, ohne eigenes Zutun aufgrund eigener völliger Innovationsunfähigkeit.
    Und auch von all den bunten Populisten, vom amerikanischen Eier-Narzissten, von osmanischen Demokratiebanausen.

    Doch halt, war da nicht eine demokratische Störaktion, ein Fehler im System? Eine demokratisch gewählte Mehrheit für die Opposition? Wir sorgen für Ordnung: Wenn die Werte nicht passen, wie in entscheidenden urbanen Wahlgebieten, fragen wir als demokratische Instanz bei der korrumpierten Basis erneut und erneut und wieder nach. Notfalls kontrollieren wir die subversiven Zellen freier Stimmabgabe. Solange, bis alles wieder demokratisch in Ordnung ist.

    Ordnung im Chaos ist lediglich ein tief verwurzelter Wunsch im Wertesystem fauler und feiger Reaktionärlinge, so verkaufen uns die Grünen das seit Jahrzehnten. Ausgerechnet die Grünen, die an allen Missständen seit 1984 (wie z. B. der Rechtschreibung und diesem schrecklichen Wort mit sss) entscheidend die Schuld mittragen.

    Für ein christlich-finanzielles Deutschland bei den Europawahlen, das Afrika und seine Bürger seit jeher akzeptiert und wissenschaftlich-ökonomisch-gesellschaftlich integriert hat.

  6. md

    14. Mai 2019 02:22 at 02:22

    hallo Wolfgang, ich bedaure es und es tut mir leid falls mein kommentar falsch verstanden wird. ich bin ein fan von ihnen. also mein kommentar nicht als kritik verstehen. war einfach nur meine sichtweise.

    • Wolfgang M.

      14. Mai 2019 07:04 at 07:04

      @md. Keine Sorge. Das Äußern von Meinungen sollte zentraler Bestandteil in diesem Forum sein, wenn diese faktenbasiert und nicht im Angriffsstil geäußert werden (und nicht allzu viel von populistischen Strömungen geprägt). Wir können damit alle jeden Tag etwas dazulernen, wenn wir dazu bereit sind.
      Viele Grüße

  7. Politologe

    14. Mai 2019 06:55 at 06:55

    Sind denn die riesigen Handelsdefizite u.Überschüsse nicht die Folgen der ungezügelten Globalisierung ?
    Hatte man denn nicht den Leuten versprochen, dass Alle davon profitieren werden ? Weil eben diese Globalisierungsgewinne hauptsächlich von den grossen Firmen kassiert werden u.alle Nachteile dem gemeinen Volk aufgebürdet werden, ist jetzt der Punkt der nationalen Tendenzen gekommen.
    Felix Zulauf redet sogar von „ Rückabwicklung der Globalisierung“

  8. leftutti

    15. Mai 2019 10:34 at 10:34

    @md, die Geschichte zu leugnen, macht sie nicht ungeschehen oder weniger wahr. Lesen Sie mal folgende Links:
    Der Vernichtungskrieg gegen die namibischen Ureinwohner gilt als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts. Wikipedia listet den Feldzug der Deutschen als von der UNO anerkannten Völkermord auf. Dort findet sich übrigens auch der unbestreitbare Genozid an den Armeniern und syrischen Christen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord#Auswahl_allgemein_anerkannter_V%C3%B6lkermorde
    https://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-kolonialgeschichte-namibia-die-deutschen-und-der-voelkermord-1.3217375
    https://www.n-tv.de/politik/20-Schaedel-fuer-Namibia-article4426591.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern
    https://de.wikipedia.org/wiki/Leugnung_des_V%C3%B6lkermords_an_den_Armeniern
    https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_syrischen_Christen

    Soviel zum Erfindergeist und zu Rohstoffen in deutschen Kolonien und Genoziden…

    Es ist übrigens ein in diesem Forum von Rechtspopulisten verbreiteter Irrglaube, dass ich Türken oder überhaupt irgendwen hier hasse. Im Gegenteil finden sich in meinem Freundeskreis auch einige sehr liebe türkische Menschen, die ich sehr mag und schätze. Aber wie in jedem Volk gibt es gute und sympathische Menschen, aber auch Vollidioten bis hin zu Schwerverbrechern. Und zu den beiden letzteren Kategorien zähle ich den Staatschef Erdogan.

    Und noch eins, mein Freund, machen Sie sich keine Sorgen um meine eigene freie Meinungsbildung und Selbstreflexionsfähigkeit. Auch wenn der Begrif bilden impliziert, dass die Meinung auch von anderen, von außen geformt, gestaltet, geprägt und beeinflusst wird, während der Wortteil Meinung lediglich ein Meinen beinhaltet, also ein eher diffuses Fürwahrhalten, dem sowohl subjektiv als auch objektiv eine hinreichende Begründung fehlt und das sich deshalb klar vom Wissen unterscheidet.
    Beide existieren bei mir dennoch und sind einem laufenden, hoffentlich noch lebenslangen Prozess unterworfen. Und dazu gehören sicherlich nicht das Leugnen historischer Tatsachen oder die engstirnige Denk- und Vorgehensweise, einzelnen nicht genehmen politischen Parteien die Schuld an allem zu geben, was mir nicht gefällt.

    • Shong09

      15. Mai 2019 11:18 at 11:18

      „Ihr menschenverachtendes Weltbild mit einer Faszination für leicht nationalsozialisch angehauchte deutsche historische Autoren oder aktuell herrschende türkische Diktatoren wie Erdogan ist uns allen inzwischen hinlänglich bekannt.

      Schämen Sie sich eigentlich nicht, ganze extrem bevölkerungsreiche Kontinente wie Afrika als Investitionsgut unter den Kriterien der Stufe von Ausbeutung zu betrachten und zu bewerten: Wer die Menschen und die Natur dort weniger missbraucht, ist besser?!

      Wie kommen Sie eigentlich auf folgenden Blödsinn: deshalb liebe ich die deutschen, sie haben versucht alles per forschung und wissenschaft zu erzeugen ohne länder und völker zu ermordern und ihre rohstoffe zu rauben“

      1. Die Nationalsozialisten waren alles andere als menschenverachtend, Sie sollten sich mal über den Verlauf und die korrekten Hintergründe des 2. WK informieren. Insbesondere ausserhalb der BRD gab es dazu schon sehr früh aufklärende Historiker und viele andere wie Militär usw.

      2. Es ist wohl gar keine Frage, dass weniger Missbrauch besser ist als mehr davon. Wie kommen Sie dazu, man könnte so etwas nicht miteinander vergleichen?!?

      3. Da hat MD vollkommen recht, mitunter einer der Hintergründe, warum die 5 amerikanischen und 2 britischen von 7 weltweiten Ölkonzernen (bis auf UDSSR) einen Krieg berfürworteten, war das Fischer Tropsch verfahren und viele weitere, um z.b. aus Kohle Öl herzustellen. Die Deutschen warren wissenschaftlich auf fast allen Bereichen weltweit führend. Ist nun mal ein Fakt. Deswegen wurde Frankfurt auch komplett vernichtet bis auf die zentrale der IG Farben mit ihren 400 Tonnen Akten an Patenten usw.

  9. Shong09

    15. Mai 2019 13:14 at 13:14

    2. Ne, nicht zynisch, einfach nur real. Würden Sie lieber einmal im Jahr missbraucht werden oder 10 mal im Jahr? Mir würde die Wahl sehr leicht fallen.

    3. Genau darauf hat aber MD angespielt, womit er vollkommen Recht hat, Sie haben dies aber abgetan.

    1. Lesen Sie doch mal ein paar gute Bücher und Berichte, Recherche sollte sorgfältig erfolgen, und glauben Sie nicht den ganzen Mist, der Ihnen in der BRD so an Lügen vorgegeben wird. Im Ausland trauert und lacht man über unsere Presse, die Politiker und die Deutschen, die diesen Mist ach noch glauben.

    Das Wort Holocaust wurde von den Engländern bereits 46 benutzt, allerdings als Holocaust of Dresden, wo schätzungsweise 500.000 Deutsche umgebracht wurden. Die Verbrennung der Leichen hat eine Woche gedauert. Dies wurde vom dritten Reich mit Videoaufnahmen dokumentiert. Diese wurden dann später in den 80er Jahren verwendet, um den Film Holocaust (ich glaube von den Amis) zu drehen.
    Hitler war wohl der Politiker, der am wenigsten Menschenverachtend war: Er hat am längsten von allen versucht, den Krieg zu verhindern und diplomatische Verhandlungen gesucht.
    Die Polen haben 38-39 250.000 von 2 Mio. Deutschen in Polen vor Kriegsausbruch erschlagen, 800.000 vertrieben. Zudem hat Polen Deutschland zuerst den Krieg erklärt.
    Sowohl Polen als auch die UDSSR konnten jeweils zu erheblichen Teil lediglich überrannt werden, da sie große Teile ihres Militär an der deutschen Grenze zum Angriffskrieg gegen Deutschland versammelt hatten und sich keinesfalls auf eine Vertreidigung eingestellt hatten.
    Die Deutschen haben mit Anstand gekämpft und der Regel auch die Zivilbevölkerung und Kriegsgefangenen behandelt, wenn die gegnerischen Soldaten sogar nicht direkt wieder frei gelassen wurden so wie in Norwegen.
    Ein amerikanischer Offizier sagte: „Lieber eine deutsche Division vor einem als eine französische hinter sich“
    Dazu sollte man z.B. die Hintergründe und Lügen über das Massaker von Tulle kennen: https://verschwiegenegeschichtedrittesreich.wordpress.com/2017/06/18/massaker-von-tulle/
    Falls Sie sich über die Hintergründe zum Bereich Juden usw. im dritten Reich interessieren, ist vlt. das Buch Verrat in der Normandie und Der Krieg, der viele Väter hatte etwas für Sie.

    Zu guter Letzt, sind wir uns sicherlich einig darüber, dass die leidtragenden die Völker Europas, insbesondere das deutsche und das russische aufgrund der jeweils hohen Verluste, waren und dabei meist der kleine Mann dran glauben muss. Die Gründe für die Kriege sind dagegen (immer) wirtschaftliche und geopolitische. Man sollte die Geschichte eben richtig aufarbeiten, damit man daraus die richtigen Lehren ziehen kann. Andere Länder schaffen das wohl wesentlich besser, auch wenn viele auf der Täterseite blind sind.

    • leftutti

      15. Mai 2019 14:10 at 14:10

      Ja, dann leugnen Sie mal schön weiter den Holocaust und verdrehen eindeutig gesicherte historische Tatsachen ins Gegenteil.

      Ich für meinen Teil möchte übrigens lieber gar nicht missbraucht werden, weder einmal, noch zehnmal…

      Und was md und seine „Anspielung“ auf Rohstoffe angeht, hat er geschrieben: deshalb liebe ich die deutschen, sie haben versucht alles per forschung und wissenschaft zu erzeugen ohne länder und völker zu ermordern und ihre rohstoffe zu rauben.
      Ich wiederhole: Die Deutschen haben versucht, alles per Forschung und Wissenschaft zu erzeugen, ohne Völker zu ermorden und … Rohstoffe zu rauben.

      Doch war es nicht vielmehr so (alles schriftlich belegt und nachweisbar):
      Deutsche Firmen sollten erfolgreich Rohstoffe in Afrika ausbeuten können. Das hatten die Nazis schon im Waffenstillstandsvertrag mit dem französischen Kollaborationsregime in Vichy festgeschrieben. Es ging der zukünftigen Kolonialmacht um die Rohstoffe des Kontinents, um Nahrungsmittel (Nüsse, Öle, Kaffee, Tee, Kakao, Tabak und Südfrüchte), Baumwolle, Sisal und Tropenhölzer sowie Erze, Metalle, Gold und Diamanten. Deutsche Gouverneure sollten über Landbesitz, Enteignung und Bodenverteilung entscheiden dürfen. Deutsche sollten die Geschäfte leiten, die Afrikaner arbeiten und wie Sklaven registriert und eingesetzt werden. Ab dem 16. Lebensjahr sollte jeder Schwarze ein »Arbeitsbuch« in einer Blechhülle bei sich tragen müssen, mit Angaben zum »Arbeits-«, »Steuer-« und »Gesundheitsnachweis«.

      Der Neger [ist] von Natur aus ein sprachloser Sklave. Er braucht den ›Meister‹ wie der Fisch das Wasser.
      H.E. Pfeiffer, Eigenleben und Eigenkultur der afrikanischen Eingeborenen, 1936

      Von der Zerschlagung Russlands versprach man sich ebenfalls eine riesige Beute an Rohstoffen und Nahrungsmitteln, ausreichend, um die notorischen Engpässe in der deutschen Kriegswirtschaft ein für alle Mal zu überwinden und das Wettrüsten mit Großbritannien und den USA aufnehmen zu können. Um dieses Ziel erreichen zu können, entwarfen Hitlers Agrarexperten schon in der Planungsphase des Krieges im Osten eine radikale Aushungerungspolitik gegenüber der sowjetischen Bevölkerung. Und wieder war es Herbert Backe im Ernährungsministerium in Berlin, der mit seinem Stab diese „Geopolitik des Hungers“ entwarf. Sie zielte darauf, ein Höchstmaß an Nahrungsmitteln aus dem Land zu pressen – ohne Rücksicht auf die Belange der dortigen Bevölkerung. So geht es aus den von Backe formulierten wirtschaftspolitischen Richtlinien hervor:

      Der Krieg ist nur weiter zu führen, wenn die gesamte Wehrmacht im dritten Kriegsjahr aus Russland ernährt wird. Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns Notwendige aus dem Land herausgeholt wird.

      • Shong09

        15. Mai 2019 15:12 at 15:12

        Ja, dann leugnen Sie mal schön weiter den Holocaust und verdrehen eindeutig gesicherte historische Tatsachen ins Gegenteil.

        Ich tue weder das eine noch das andere, aber damit kann man andere so schön diffamieren nicht wahr?! Aber ich informiere mich über die Tatsachen und die Hintergründe. Nur so kann man das ganze Bild zeichnen, aber dies scheint Sie nicht zu interessieren.

        Das alles könnten Sie dann eben durch das meiste ersetzen. Wollen Sie aber vermutlich nicht, denn darum geht es Ihnen nicht.
        Die Deutschen haben weder Krieg gegen Zivilbevölkerung geführt (Lüge über Coventry z.B. eindeutig widerlegt) noch eine radikale Aushungerungspolitik ggü dem Osten geführt. Stalin allerdings schon, Stichpunkt in der Ukraine Holodomor und in Russland ebenso. Genauso wie die Alliierten einen Völkermord in Deutschland begangen haben und ebenso als Ziel hatten und damit u.a. auch laut eigener Aussage begonnen haben. Die Giftgasbomben wurden zum Glück in Bari vorher von der Deutschen Luftwaffe zerstört.
        Rohstoffe werden wohl von allen genutzt, sobald sie im eigenen Territorium sind.
        Sofern mir bekannt ist, hat das Deutsche Militär nie Nahrungsmittel in nennenswerter Weise von Zivilisten enteignet. Wenn Sie dazu seriöse Quellen haben, können Sie diese doch mal gerne zur Verfügung stellen.

        • leftutti

          15. Mai 2019 18:45 at 18:45

          Quellen, die für Sie seriös sind, gibt es nicht, da diese die Kriegsverbrechen niemals zugeben würden. Es existieren jedoch Aktennotizen und andere schriftliche Belege der Nationalsozialisten, also Originalschriften. Bessere, glaubwürdigere und seriösere Quellen kann es kaum geben.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan#Protokoll_der_Staatssekret%C3%A4re-Besprechung,_2._Mai_1941
          https://de.wikipedia.org/wiki/Agrarwirtschaft_und_Agrarpolitik_im_Deutschen_Reich_(1933%E2%80%931945)#Der_Hungerplan
          https://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan#Auswirkungen_der_Hungerplanungen

        • leftutti

          16. Mai 2019 00:23 at 00:23

          @Shong09, und wieder einmal die immer gleiche langweilige und haltlose Argumentationsschiene aus der rechten Ecke:
          Eine Keule, irgend etwas, mit dem man diffamiert, nicht zu vergessen, das bekräftigende nicht wahr?! am Ende der Floskel.
          Sie informieren sich über Tatsachen und Hintergründe und zeichnen das ganze Bild (ohne Quellen und Beweise anzuführen), nicht zu vergessen, das bekräftigende aber dies scheint Sie nicht zu interessieren am Ende der nächsten Floskel.
          Das alles könnten Sie dann eben durch das meiste ersetzen, nicht zu vergessen, das bekräftigende denn darum geht es Ihnen nicht am Ende der Floskel.
          Doch halt, müssten Sie das mit dem ersetzen nicht eher @md empfehlen, der diese These in die Welt gesetzt hat? Ich habe ihn nur zitiert und dafür kritisiert.

          Sie sind mir übrigens noch Antworten zum Thema Menschenfreunde schuldig, da mir Ihre Ausrede, dass Rohstoffe wohl von allen genutzt werden, sobald sie im eigenen Territorium sind, etwas dünn und seicht angesichts der Tragweite des Themas erscheint:
          Der Neger [ist] von Natur aus ein sprachloser Sklave. Er braucht den ›Meister‹ wie der Fisch das Wasser.
          H.E. Pfeiffer, Eigenleben und Eigenkultur der afrikanischen Eingeborenen, 1936

          Der Krieg ist nur weiter zu führen, wenn die gesamte Wehrmacht im dritten Kriegsjahr aus Russland ernährt wird. Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns Notwendige aus dem Land herausgeholt wird.
          Quelle: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, Nürnberg, 14. November 1945 bis 1. Oktober 1946 (im Folgenden: IMG), Bd. 31, Nürnberg 1948, S. 84, Dok. 2718-PS, Aktennotiz über Ergebnis der heutigen Besprechung mit den Staatssekretären über Barbarossa, 2. Mai 1941.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      15. Mai 2019 18:22 at 18:22

      Sehr geehrter Shong09, sie schreiben von „Dresden, wo schätzungsweise 500.000 Deutsche umgebracht wurden. Die Verbrennung der Leichen hat eine Woche gedauert“.
      In dieser Aussage liegt ein gewaltiger Widerspruch zu den offiziellen schriftlichen Dokumenten der Nationalsozialisten, in denen von einer Opferzahl von etwa 20.000 bis 40.000 die Rede ist. Mundpropaganda und spätere rechtsextreme Geschichtsrevisionisten sowie Holocaustleugner trieben diese Größenordnungen im Laufe der Zeit in die Hunderttausende, seit einiger Zeit kursieren in diesen Kreisen Zahlen von 500.000 Opfern.

      Um jedoch begründen zu können, weshalb „nur“ die deutlich geringere Anzahl von etwa 20.000 bis 25.000 Opfern gefunden wurden, griffen diese Kreise auf die abenteuerliche Theorie einer vollständigen rückstandslosen Verbrennung (inkl. Gebeinen) zurück. Dafür wären allerdings Temperaturen von mehr als 2000 °C nötig, was bei einer Bombardierung zu der Zeit völlig ausgeschlossen ist.

      Weiterhin macht Ihre Aussage, dass die Verbrennung der Leichen eine Woche gedauert habe, vor diesem Hintergrund keinen Sinn, da es ja angeblich nichts mehr zu verbrennen gab.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      15. Mai 2019 22:23 at 22:23

      @Shong09, ergänzend darf ich Sie nochmals zitieren und kommentieren:
      „Lesen Sie doch mal ein paar gute Bücher und Berichte, Recherche sollte sorgfältig erfolgen“
      und
      „Wenn Sie dazu seriöse Quellen haben, können Sie diese doch mal gerne zur Verfügung stellen.“
      und
      „Falls Sie sich über die Hintergründe zum Bereich Juden usw. im dritten Reich interessieren, ist vlt. das Buch „Der Krieg, der viele Väter hatte“ etwas für Sie.“

      Sie führen hier als eigene Quellen einzig zwei Bücher auf, zumindest eines davon das Werk eines geschichtsrevisionistischen deutschen Autors mit Verbindungen zur rechtextremistischen Szene. Gleichzeitig scheinen Sie tausende von fundierten geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen und Untersuchungen der vergangenen 70 Jahre anzuzweifeln und zuhauf vorhandene Originaldokumente Ihrer nationalsozialisten „Menschenfreunde“ und Helden schlicht zu ignorieren.

      Es wurden hier bereits genug Quellen und Verweise mit entsprechenden Unterverweisen genannt, um „den ganzen Mist, der Ihnen in der BRD so an Lügen vorgegeben wird“ zu untermauern.

      Im Gegenzug möchte ich Sie bitten, wissenschaftlich belastbare Quellen für den „Holocaust of Dresden“ mit 500.000 Opfern und für die „250.000 in Polen vor Kriegsausbruch erschlagenen“ Deutschen zu nennen.
      Wenn Sie dazu seriöse Quellen haben, können Sie diese doch mal gerne zur Verfügung stellen, Recherche sollte sorgfältig erfolgen.

      • Shong09

        16. Mai 2019 01:20 at 01:20

        Am 15. Februar erfolgte zwischen 11:52 und 12:01 ein weiterer Luftangriff auf Dresden. Über 700.000 Brandbomben wurden auf 1,2 Millionen Bewohner und Flüchtlinge in Dresden (Bewohner + ca. 600.000 Flüchtlinge aus Ostdeutschland) auf Befehle von Großbritanniens damaligem Premierminister Winston Churchill und US-Präsident Franklin D. Roosevelt abgeworfen.

        Das Bombardement am 13. Februar 1945 war derart grausam, dass einige Historiker dieses Ereignis heute als den „Höhepunkt des Wahnsinns Churchills“ bezeichnen. „Ich will keine Vorschläge hören, wie wir die Wirtschaft und die Kriegsmaschinerie außer Gefecht setzen können, sondern ich will deutsche Flüchtlinge auf ihrer Flucht aus Breslau braten“, soll Churchill einst gesagt haben.

        Manche andere Schätzungen kommen auch nur auf 250.000-400.000 Tote Deutsche in Dresden, allerdings dürfen Sie selbst nur einmal anhand der obigen angegebenen Anzahl der Menschen in der überfüllten Stadt mit keinerlei Militär, dafür jede Menge Lazarette, davon ausgehen, dass die Menschen auch keinesfalls mit einem Angriff rechneten. Dies auch, weil die Russen keine Bomber hatten.
        Die verhältnismäßig (meiner Meinung nach erstaunlich) geringen Verluste der deutschen Zivilbevölkerung bei sonstigen lediglich auf diese abzielende Flächenbombardements erklärt sich vermutlich durch Frühwarnsysteme, das rechtzeitige Aufsuchen von vorhandenen Bunkern/Kellern und Gegenwehr durch Flak und Abfangjäger. Wenn dies alles nicht gegeben ist, ist ein äquivalenter Vergleich bei den Opferzahlen hinfällig.
        Zudem wissen Sie vlt, dass die Zündverzögerungen, weshalb es auch noch so viele Blindgänger in D gibt, auch insbesondere gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war/ist. Teilweise wurden 20% der Bomben mit diesen ausgestattet.

        Unter der folgenden Seite finden Sie diverse Quellenangaben zur Thematik.
        https://peter-schmidt-berlin-zehlendorf.jimdo.com/250-000-getötete-deutsche-ist-polen-noch-zu-retten/

        Sie machen doch einen intelligenten Eindruck, es wird Ihnen ein leichtes sein, Google selbst zu bedienen und vernünftige Literatur zu finden. Da als rechtsextrem abgestempelte scheinbar auch direkt als unseriös gelten, gehen sie doch den Weg ins Ausland. Dort gibt es wohl weit mehr Literatur dazu, und dies auch schon länger als hier.

      • Shong09

        16. Mai 2019 01:43 at 01:43

        Die Hinrichtungen und Verstümmelungen der Polen an der deutschen Zivilbevölkerung in Polen werden auch kurz in der englischen Doku A Last Appeal to Reason abgehandelt

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Indizes

Über Prognosen und Prognostiker an den Finanzmärkten – „Dartpfeile werfender Schimpansen“

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Von Thomas Müller

Seit ich mich mit Finanzmärkten und entsprechend mit Prognosen beschäftige – also seit rund 25 Jahren – fällt mir auf, dass immer wieder Prognostiker zu großer Bekanntheit gelangen oder gar so etwas wie Gurus werden, also von einer eingeschworenen Schar Anhänger gegen jede Kritik verteidigt werden, obwohl die Prognosen nach meinem subjektiven Empfinden diesen Status keineswegs rechtfertigen. Bei einigen Prognostikern/Kommentatoren war ich sogar sehr sicher, dass sie wenig Ahnung haben, wovon sie sprechen, ohne dies aber wirklich geprüft zu haben. Allerdings war da auch immer die Stimme im Kopf, die mir sagte, diese Leute haben so viele Anhänger und tauchen regelmäßig in den Medien auf, irgendetwas muss an diesen Leuten dran sein.

 

„Superforecasting“

Nun bin ich kürzlich auf das Buch „Superforecasting“ von Philip Tetlock gestoßen und muss dabei immer wieder an die diversen aus Fernsehen und Presse bekannten Prognostiker denken. Gleich am Anfang stellt er fest: „Viele verkünden ihre Prognosen mit dem Brustton der Überzeugung. Und einige verkaufen sich als Propheten, die Jahrzehnte in die Zukunft blicken können. Von einigen Ausnahmen abgesehen stehen sie nicht etwa vor der Kamera, weil sie sich durch hervorragende Weitsichtigkeit ausgezeichnet hätten. Ob sie mit ihren Prognosen richtigliegen oder nicht, scheint niemand wissen zu wollen. [..] Die Fernsehorakel haben vor allem ein Talent: Sie können selbstbewusst auftreten und eine überzeugende Geschichte erzählen. Mehr müssen sie gar nicht können.“

Das, was hier noch eine Behauptung ist, belegt Tetlock dann im Weiteren. Über einen Zeitraum von 20 Jahren untersuchte Tetlock die Prognosen zahlreicher Experten und kam zu dem Ergebnis, dass die meisten nicht besser waren, als ein Dartpfeile werfender Schimpanse – oft waren die Prognosen der Experten sogar schlechter.

Die Unterschiede, ob ein Prognostiker gut oder schlecht war, führt Tetlock auf die Methodik zurück und unterscheidet zwei (Extrem-)Typen: Die Füchse und die Igel. Die Bezeichnungen sind angelehnt an einen Satz des griechischen Dichters Archilochos: „Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel eine große Sache.“

Soll heißen, es gibt die eine Gruppe, die viele Aspekte mit in eine Prognose einbezieht und in Wahrscheinlichkeiten denkt. Es fallen selten Wörter wie „unmöglich“ oder „unausweichlich“, aber oft Wörter wie „möglicherweise“, „einerseits und andererseits“. Die andere Gruppe verfolgt einen großen Gedanken, um den alles kreist und auf den alles hinausläuft. Die Füchse geben in allen Bereichen bessere Prognosen ab und zwar sowohl zuverlässiger als auch schärfere Prognosen. Die Igel aber sind viel häufiger in den Medien gefragt als die Füchse. Die Zuschauer/Leser wollen kein „vielleicht“ und „möglicherweise“ hören, sondern eine konsistente Story mit einem klaren Ergebnis.

 

Crashpropheten und ihre Prognosen

Die Untersuchung Tetlocks fand zwar in den USA statt, passt aber genauso auch nach Deutschland. Seit Jahren wird prophezeit, dass wir uns „im Endspiel befinden“, dass der finale Crash nun bald kommt, die Systemwende bevorsteht. Es werden also einerseits Extremprognosen aufgestellt; der totale Zusammenbruch, ein großer, wenn nicht gar der endgültige Crash, das Ende von Euro, USD, der EU. Das ist das die „große Sache“ des Igels.

Alle (Teil-)Prognosen laufen auf dieses Szenario hinaus, egal was auch passiert, alles wird durch die Brille dieser einen großen Prognose gesehen. Jeder Rückgang der Börsenkurse, jede Abschwächung des BIP-Wachstums, jeder noch so kleine Wahlerfolg einer eurokritischen Partei dient dann als Beleg. Obwohl die Prognosen scheinbar so eindeutig sind, sind sie tatsächlich sehr weich, d.h. es wird kein Zeithorizont angeben und die Ereignisse werden nicht konkretisiert.

Das Ergebnis kann regelmäßig beobachtet werden. Die Kritiker sagen, die Prognosen sind nicht eingetroffen, die Anhänger sagen, „abwarten“, es deutet doch bereits alles darauf hin. Und selbst gegenteilige Entwicklung werden dann umgedeutet. Erholt sich z.B. die Konjunktur heißt es, das zögert den Zusammenbruch nur hinaus, der wird dann umso schlimmer. Ist die Inflation nicht wie seit Jahren prognostiziert gestiegen, wird die Definition kurzerhand geändert. Aus Sicht der Anhänger (und ihrer eigenen) haben die Igel also immer Recht, selbst wenn sie seit Jahren komplett danebenliegen. Das sorgt zwar nicht für gute Prognosen, aber für regelmäßige Medienauftritte.

Umgekehrt erlebe ich sowohl im Alltag im echten Leben als auch in Internetforen oft, dass Prognosen aus meiner Sicht zu Unrecht angegriffen werden. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die US-Präsidentschaftswahl 2016. Nate Silver schätze die Siegchancen von Trump auf rund 30% und als Trump dann bekanntermaßen gewonnen hatte, wurde ihm vorgeworfen, die Wahl falsch prognostiziert zu haben. Tetlock nennt hier als Beispiel Wetterprognosen, wo häufig bei einer Prognose von z.B. 70% Regenwahrscheinlichkeit von den allermeisten „Konsumenten“ davon ausgegangen wird, dass es regnet – regnet es dann nicht, ist die Prognose falsch.

 

Wetterbericht

Tetlock wählt das Beispiel Wetterbericht, weil es da leicht zu zeigen ist, wo der Irrtum liegt: Sagt ein Meteorologe in 100 Fällen eine Regenwahrscheinlichkeit von 70% voraus und regnet es tatsächlich in rund 70 dieser 100 Fälle, sind die Prognosen sehr gut. Bei der US-Präsidentschaftswahl lässt sich das nicht so leicht testen, das Grundprinzip ist aber das gleiche. Und letztlich bestätigt es das oben genannte Prinzip: Die Medienkonsumenten (und die meisten Internet-Foristen) schätzen Prognostiker mit sehr pointierten und scheinbar klaren, selbstbewusst vorgetragenen Prognosen weit mehr als abwägende, in Wahrscheinlichkeiten formulierte Prognosen.

Tetlock hofft, dass sich dieses Verhaltensmuster mittel- bis langfristig ändert, so wie auch in anderen Bereichen – er nennt z.B. die Medizin – im Vergleich zu früher mehr Rationalität etwa in Form von Doppelblindstudien Einzug gehalten hat. Angesichts des medialen Erfolgs der Igel bin ich da weniger optimistisch. Letztlich befriedigen die Igel eine im Publikum vorhandene Nachfrage, bei der es allenfalls vordergründig um die korrekte Prognose geht, tatsächlich aber um die Projektion und Bestätigung eines bestimmten Weltbilds.

 

Von Jeremy Weate from Abuja, Nigeria – Chimpas at Tacugama Sanctuary, near Freetown, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38733073

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Devisen

Rüdiger Born: Spannender Markt! Blick auf die Charts

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Der Markt ist momentan sehr spannend. Schauen wir im folgenden Video direkt auf die Charts. Der Dow könnte in Kürze eine Trendewende hinlegen und steigen. Interessante Chartverläufe will ich auch bei mehreren Devisenpaaren ansprechen. Haben Sie den Trade des Tages (heute USDJPY) noch nicht abonniert? Jeden Tag gibt es eine Detail-Analyse! Es ist vollkommen kostenlos! Einfach dazu hier anmelden.

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Anleihen

Die Zinsfalle wird für die Notenbanken immer problematischer – deutsche Renditen fielen unter die japanischen

Die Notenbanken in der Zwickmühle: Sie können die Zinsen kaum anheben, ohne massive Verwerfungen an den Finanzmärkten auszulösen

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Eigentlich wollte man doch die Bilanzen der Notenbanken reduzieren (Tapering) und die Zinssätze behutsam nach oben bringen – passiert ist in letzter Zeit aber zum Teil das Gegenteil. Die ausstehenden Anleihen, die eine negative Rendite abwerfen, haben weltweit ein Volumen von 10,6 Billionen Dollar erreicht. Das ist der höchste Stand seit 2016. Selbst in Ländern wie Spanien und Portugal muss man bis zu einer Laufzeit von drei Jahren Negativzinsen in Kauf nehmen. Deutschland fiel mit minus 0,12 Prozent für die 10-Jährigen sogar unter das Niveau von Japan.

 

Die durch die Notenbanken erzeugte Zwangslage

Seit Anfang des Jahres sinken die Renditen an den Rentenmärkten und die Fed hat im März bekanntgegeben, den Zinserhöhungszyklus auszusetzen. Damit wird es selbst am langen Ende schwierig nach Inflation überhaupt eine positive Rendite zu bekommen. Folge: Investoren treiben weiter die Preise von Aktien, Immobilien und die Kurse von Hochzinsanleihen. Versicherungen und Pensionskassen, die sehr strikte Anlagerichtlinien haben, dürfen keine Aktien oder Hochzinsanleihen halten und sind daher sogar gezwungen, negativ rentierende Staatsanleihen zu kaufen.

Gleichzeitig steigt die Verschuldung der Unternehmen immer weiter an. Je länger die Niedrigzinsphase anhält, desto größer wird die Gefahr für die Märkte. In Europa hat die EZB ihr Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensbonds zwar beendet, jedoch hält sie den Anleihebestand in ihrer Bilanz konstant und ersetzt die auslaufenden Papiere durch neue.

Damit dürfte die Bundesbank im Jahr 2019 für 50 Milliarden Euro Bundesanleihen kaufen, immerhin ein Viertel des Neuemissionsvolumens.

 

Duration wird zur Bedrohung

Die immer weiter sinkenden Zinsen verändern die Struktur des Anleihemarktes fundamental. Fondsmanager müssen in längere Laufzeiten ausweichen, was zu einer höheren Duration führt. Das Problem: Je größer die Laufzeit und je kleiner der Kupon ist, umso größere Auswirkungen haben Zinsänderungen. Ein Portfolio mit einer Duration von fünf Jahren verliert fünf Prozent an Wert, wenn die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen. Die steigende Duration der Anleiheindizes führt daher dazu, dass der Ausverkauf am Bondmarkt im Fall einer Zinswende stärker würde.

Mit ihrer extrem expansiven Geldpolitik haben sich die Notenbanken in eine Zwickmühle manövriert. Sie können die Zinsen kaum anheben, ohne massive Verwerfungen an den Finanzmärkten auszulösen.

Aber: Das ist das Szenario bei einer Zinswende nach oben, bei fallenden Zinsen könnten die Kurse aber sogar steigen, aber dann bekäme man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Rezession. Dazu später mehr.

 

Japanisierung schreitet voran

Die Japanisierung der Bundesanleihe ist komplett: Erstmals seit Jahrzehnten lagen die Renditen für deutsche Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg niedriger als die japanischer Staatsanleihen. Wie hat Japan in jüngster Vergangenheit auf die Erosion der Zinserträge für Pensionskassen reagiert? Der japanische Government Pension Investment Fund (GPIF) ist mit 1,2 Billionen Anlagevolumen einer der größten Pensionsfonds der Welt. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen in Japan seit 2012 hat der Fonds seine Staatsanleihequote von rund 60 Prozent auf 35 Prozent reduziert und die Aktienquote von 24 auf 50 Prozent erhöht. Eine Strategie nicht ohne Risiko, wie man am Einbruch des Pension Fund um neun Prozent im vierten Quartal 2018 feststellen musste.

Bisher ist man in Europa noch ein Stück von solchen Maßnahmen entfernt. Der Werkzeugkasten der EZB mit seinem OMT-Programm (Outright Monetary Transactions oder geldpolitische Outright-Geschäfte, vielleicht besser, vorbehaltlose geldpolitische Geschäfte) sieht nur den Ankauf von Anleihen vor. Aber halt, Europa ist falsch, in der Schweiz kauft die Notenbank schon Aktien.

 

Mein Fazit

Die Notenbanken haben in ihrer Aufarbeitung der Finanzkrise von 2008 ein Experiment gestartet und ein Monster geschaffen. Dies wird aus den oben angeführten Entwicklung der Anleiherenditen und der damit verbundenen möglichen Turbulenzen bei auch nur geringfügigen Anheben der Zinsen deutlich.

Die große aktuelle Blase besteht derzeit nicht am Aktienmarkt, sondern an den Anleihemärkten. Und ein Ende der Manipulation ist noch nicht in Sicht.

Der S&P 500 hat ein KGV von 17 und der Rentenmarkt? Selbst bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt die Zahl deutlich über 40, bei den deutschen Anleihen im Minusbereich ist das KGV gar nicht mehr messbar. Man kann aus den 500 Werten des S&P 500 sicher ein paar Aktien finden, die hohe KGVs aufweisen, für eine nüchterne Betrachtung zählt aber nur der Durchschnitt.

Die niedrigen Zinsen halten die Investoren immer noch in den Aktienmärkten.

Was aber nicht heißt, dass die Aktienkurse einen Fallschirm haben. Wie in der Quartalssaison gerade beobachtet, fallen selbst Dickschiffe um 10 Prozent, wenn sie einen schlechten Ausblick liefern. Derzeit liegen die „Multi- Nationals“ wie Caterpillar oder 3M dick im Minus, weil man die sich verschlechternden Gewinnaussichten durch den Handelskrieg einpreist.

Sollte es zu einer Rezession kommen, können sich die Aktienindizes halbieren, wie in der Vergangenheit stets beobachtet, weil es auch die Unternehmensergebnisse tun.

Ich schreibe hier schon öfters von der Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession 2020, das könnte die Überraschung sein, von der kaum ein Volkswirt heute ausgeht. Die Aktienmärkte sollten es bald anzeigen.

Zusammengefasst: Keine schöne Perspektive. Entweder kracht es bei den Bondinvestoren durch steigende Zinsen (besonders bei den High Yields) oder die Zinsen fallen weiter und dann kommen die Aktienmärkte unter Druck, weil die Konjunktur einbricht.

 

EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kiefer CC BY-SA 2.0

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