Märkte

Chinas Versuch, den Immobilienmarkt zu retten

China versucht derzeit mit Hochdruck, der starken Abkühlung am chinesischen Immobilienmarkt zu begegnen. Und das vor allem mit zwei Maßnahmen: die erste betrifft vorwiegend Lokalverwaltungen, die nunmehr verstärkt dazu übergehen, Beschränkungen für den Kauf von Immobilien aufzuheben. So erlauben derzeit viele Städte im Reich der Mitte wieder den Kauf mehrerer Immobilien für einzelne Käufer, um den Absatz wieder anzukurbeln. Lange Zeit waren diese Mehrfachkäufe verboten, um eine Überhitzung des Immobilienmarkts zu vermeiden.

Noch wichtiger aber ist das Wideraufleben von ABS (asset backed securities) für den chinesischen Markt. Die ABS wurden 2005 von China offiziell erlaubt, dann aber auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise 2009 verboten. Seit 2012 sind die ABS wieder erlaubt, anfänglich jedoch blieb das Volumen verschwindend gering. Noch in 2013 legten Chinas Banken ABS-Produkte im Volumen von nur 15,8 Milliarden Yuan auf (knapp über zwei Milliarden US-Dollar). In diesem Jahr sind es bereits 89,6 Milliarden Yuan, also etwa das 6-fache Volumen des gesamten Vorjahrs – Tendenz steigend.

Damit geht China faktisch den Weg, den die USA vor der Finanzkrise eingeschlagen hatten. ABS-Produkte verlagern in der Regel die Risiken von der emittierenden Bank auf die Käufer der Produkte – und erfreuen sich daher bei den bilanziell angeschlagenen Banken im Reich der Mitte naturgemäß großer Beliebtheit. Im Gegensatz zu den USA aber müssen in China Erstkäufer von Immobilien 30% der Summe als Eigenkapital vorhalten, um einen Kredit zum Kauf einer Immobilie zu bekommen – was das Risiko von Ausfällen bei den ABS reduziert. Sollte sich jedoch der gegenwärtige Abwärtstrend der Preise auf Chinas Immobilienmarkt fortsetzen und beschleunigen, droht China dennoch ein ähnliches Schicksal wie dem US-Immobilienmarkt. Denn anders als in den USA steigen die Leerstands-Quoten dramatisch an – kein gutes Omen für die Käufer von ABS-Produkten..



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