Nicht nur, dass China längst kein Produzent von Billigprodukten mehr ist: Die Qualität ist da! Und in 2025 sorgen Trumps Zölle auch noch dafür, dass Chinas Produzenten dabei sind, Europa mehr denn je mit ihren Produkten zu überschwemmen, als Ausweich-Absatzmarkt zu den USA! Die Folgen für die deutsche Autoindustrie sind dramatisch, wie es aktuelle Aussagen aus der Branche zeigen!
Chinesische Autozulieferer überschwemmen Deutschland mit preisgünstigen Komponenten und erhöhen damit den Druck auf heimische Zulieferer, die bereits unter schwacher Nachfrage und hohen Kosten leiden. Das berichten Arbeitnehmervertreter laut Bloomberg aus der deutschen Autoindustrie. Die Flut an elektrischen Systemen und geschmiedeten Metallteilen treffe Unternehmen wie Bosch, Mahle und PWO. Das Ungleichgewicht gefährde die inländische Produktion, da Chinas industrielle Aufrüstung Qualitätslücken schließe, die deutsche Firmen lange geschützt hätten.
Chinesische Autoteile “strömen mit unglaublicher Geschwindigkeit auf den deutschen Markt”, sagte Andreas Bohnert, Vorsitzender des Betriebsrats von PWO, das Lenksäulen und andere Präzisionsmetallteile herstellt. “Das Tempo, mit dem diese Produkte auf den Markt kommen — und, das muss man zugeben, die relativ gute Qualität — zeigt, dass die Chinesen ihre Hausaufgaben wirklich gemacht haben.”
Der Druck auf Deutschlands Zuliefererlandschaft ist Teil einer chinesischen Expansion, die den industriellen Kern trifft. China, einst Wachstumsmotor und Profitgarant für die deutsche Autoindustrie, wird zunehmend zum ebenbürtigen Rivalen. Die Importe chinesischer Fahrzeuge und Komponenten nach Deutschland sind seit der Pandemie stark gestiegen. Unternehmen wie BYD und Contemporary Amperex Technology Co (CATL) dominieren den Markt für Elektroautos und Batterien.
Der Wandel belastet das gesamte Zuliefernetzwerk. Unternehmensvertreter berichten, dass der wachsende Zustrom günstiger chinesischer Bauteile die Margen drückt, Aufträge schrumpfen lässt und die Widerstandsfähigkeit einer Lieferkette testet, die bereits durch den Übergang zu Elektroautos und die anhaltende Schwäche der europäischen Fahrzeugproduktion strapaziert ist. Mehrere Firmen aus der deutschen Autoindustrie haben begonnen, Produktion und Stellen abzubauen.
Neue Daten verstärken die Sorgen. Eine Analyse des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft zeigte in der vergangenen Woche starke Zuwächse bei chinesischen Importen in mehreren Bauteilkategorien — darunter nahezu eine Verdreifachung der Getriebeteile für Verbrennungsmotoren.
Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des europäischen Zulieferverbands CLEPA stehen inzwischen fast 70% der europäischen Zulieferer in direkter Konkurrenz zu Importen aus China — ein Anstieg um 12 Prozentpunkte seit Ende März. Der Druck hinterlasse Spuren, hieß es: Die Mehrheit der Zulieferer rechnet damit, dass die Rentabilität unter die für Investitionen notwendige Mindestrendite von 5% sinken wird.
“Ohne entschlossene Maßnahmen droht die Teilefertigung in Europa zu verschwinden, da Unternehmen gezwungen sind, zu verlagern oder zu schließen — mit erheblichen Risiken für Beschäftigung und Know-how”, sagte Benjamin Krieger, Generalsekretär von CLEPA.
Einige Unternehmen spüren den Druck bereits deutlich. Bei Mahle sagte Gesamtbetriebsratschef Boris Schwürz, chinesische Wettbewerber drängten in der Autoindustrie in Produktbereiche, die lange von deutschen Herstellern dominiert worden seien. Manche Angebote, die Autohersteller erreichten, lägen “in bestimmten Fällen klar unter den Herstellungskosten”. Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz kauften die chinesischen Teile, sagte er.
Zulieferer aus China böten inzwischen gleichwertige Produkte “20% bis 30% günstiger” an, erklärte Frank Sell, Arbeitnehmervertreter bei Bosch. Europa müsse möglicherweise prüfen, ob ausländische Hersteller verpflichtet werden sollten, einen Teil ihrer Produktion in der Region durchzuführen, sagte er.
FMW/Bloomberg
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Wen wundert das noch ernsthaft? Durch das join venture-Diktat für ausländische Firmen in China gab es neben den Blaupausen für die Technik auch noch Nachilfe in Qualitätssicherung für die Chinesen. Darauf können die Chinesen natürlich aufbauen und ihre Produkte entsprechend optimieren. Für die europäische Automobil- und Zulieferindustrie kann man nur schwarz sehen! Die „Langnasen“ haben sich mal wieder über den Tisch ziehen lassen…. und die schwache EU sieht zu.
Die EU hat keine Strategie. Wir hatten gute Geschäfte mit den USA, Russland und China. Die geopolitische Entwicklung zeigt an, dass man sich entscheiden müßte, das zu priorisieren.
Russland haben wir aus politisch-moralischen Grün(d)en aufgegeben, die USA drücken uns, teils aus Eigeninteresse, teils wegen der Abgrenzung zu China (und zwar beide Parteien), China nutzt uns aus, teils weil selbst unter Druck, kann man einräumen
Der Königsweg wäre gewesen, Russland auf die Seite des Westens zu ziehen, anstatt sie in die Arme von China zu treiben. Die USA versuchen das jetzt zu korrigieren, die EU blockiert dabei und liefert sich China vollends aus.
Gratulation. 0 von 100 Punkten aber moralischer Sieger.
@Felix
Erzählen Sie doch bitte keinen solchen Unsinn. Der Westen, und da gerade Europa, hat stets gute bilaterale Handels- und Dienstleistungsgeschäfte mit Russland gepflegt. In Russland wurde zudem viel investiert und umgekehrt.
Der Bestand russischer Direktinvestitionen im Ausland betrug Ende Juni 2021 464 Milliarden USD. Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Russland lag zum selben Zeitpunkt bei 567 Milliarden USD. Die jährlichen Zuflüsse bewegten sich regelmäßig um Werte von rund 60 Milliarden.
Alleine aus Deutschland waren über 370 Unternehmen in Russland tätig. Sogar noch Mitte 2023 waren ca. 260 Betriebe aus Deutschland nach wie vor mit die größten Steuerzahler in Russland.
Sogar systemrelevante und höchst kritische Infrastruktur in Deutschland legte man vertrauensselig und naiv in russische Hände. Die fatalsten Konsequenzen konnten durch entschlossenes und vorausschauendes Handeln vor dem Winter gerade so noch abgewendet werden.
Seit dem Raubzug auf die Krim und dem verdeckten Krieg 2014 im Donbass sanken die jährlichen Investitionen um die Hälfte. Seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg 2022 mit all den Kriegsverbrechen reduzierte sich auch der Handel kontinuierlich, bis er letztendlich völlig zum Erliegen kommen wird.
https://internationalepolitik.de/de/russlands-selbstzerstoerung
https://www.fr.de/wirtschaft/putin-erleidet-harten-rueckschlag-russlands-wirtschaft-mangelt-es-an-investitionen-aus-dem-sueden-93801872.html
Daran trägt niemand anders die Schuld, als der Kreml selbst.
Es mag Ihren wenig empathischen, ja beinahe soziopathischen Charaktereigenschaften bis hin zum Kettensägen-Sozialdarwinismus entsprechen, den Königsweg in unveränderter Haltung und fortdauerndem Handel zu beschreiben – trotz all der russischen Barbarei, Bestialität und Gräuel.
Gratulation. 0 von 100 Empathiepunkten, aber überheblicher Sieger in der Deutungshoheit.
@Felix:
Sehr gute Analyse. Und lass dich nicht durch die typischen Propaganda- und Hassprüche wie „soziopathischen Charaktereigenschaften“, „Kettensägen-Sozialdarwinismus“, usw. irritieren.
@ Gerd. Bingen
Vielen Dank, das ist nett. Machen Sie sich keine Sorgen, an dem Kommentar von Selina stört mich nur, dass er wieder jegliches wirtschaftshistorisches Wissen und Logik vermissen läßt. Ansonsten lassen wir sie doch hier gerne reden. Jeder braucht das. Außerdem hat sie nicht ganz Unrecht. Männer wie ich lernen das mit der Empathie aus nem Buch. Geht gut. Man braucht ja sowas schon länger im Alltag. Leider kann man IQ nicht lernen, dass wäre deutlich wichtiger.
@Felix
«Empathie aus Büchern lernen» wird in Fachkreisen auch oft als Narrative Empathie bezeichnet. Je nachdem, welches Buch man dafür zurate zieht, welches Narrativ darin vermittelt wird, kann diese Art von Empathie schnell der Sache des Aggressors zugutekommen. Oder im Falle von sozialdarwinistischen Texten denjenigen, die zu den Reichen, Starken und Mächtigen zählen.
Selina beschreibt aus meiner Sicht Charaktere, die entweder nur eingeschränkt Mitgefühl empfinden, Schwierigkeiten haben, sich in existenzbedrohende und unmenschliche Lebenslagen anderer Menschen hineinzuversetzen, oder sich trotz einer gewissen Fähigkeit zur Empathie aus strategischen Erwägungen dennoch antisozial verhalten.
Wenn nun jemand barbarische Taten, bestialische Aggression und unmenschliche Handlungsweisen ausschließlich durch eine geopolitische oder ökonomische Linse betrachtet und gleichzeitig moralische Erwägungen als «Unlogik» abtut, befindet sich diese Person in einer eher schwachen Position, wenn es darum geht, anderen mangelnden IQ vorzuwerfen.
„Leider kann man IQ nicht lernen.“ Das ist in der Tat bedauerlich für Sie, denn es scheint, als hätten Sie dahingehend selbst ein bemerkenswertes Defizit – und zwar im Bereich sozialer Intelligenz, emotionaler Intelligenz und Empathie 😘
@Anna Luisa
Ich hatte eigentlich vor, dem Dauerprediger leerer Worthülsen und halb verschleierter Schmähkritik bezüglich meines angeblichen Mangels an Wissen, Logik und Intelligenz selbst zu antworten. Doch der unbestreitbaren Logik Ihrer überzeugenden Replik gibt es praktisch nichts hinzuzufügen.
Vielleicht nur so viel: Drei Viertel meiner Aussagen stützen sich auf fundierte Daten und Zahlen und spiegeln das wirtschaftshistorische Wissen wider, das mir angeblich „wieder einmal“ fehlt.
Bei @Felix hingegen sind es leider genau 0 von 100 Contentpunkten 😏
Die IG Metall dürfte die erfolgreichste Gewerkschaft der Welt sein. Auch VW ist wegen ihr so wie sie ist. Tja, solange es keine Konkurenz gab, konnte man sich das leisten.
Das koloniale Wirtschaftsmodell Deutschlands funktioniert nicht mehr.
Die Masse des Volkes wird unzufrieden und wird den Sozialismus einfordern.
Der wird dann mit demokratischen Mehrheiten eingeführt. Andere Ansichten sind parlamentarisch nicht umsetzbar.
Rette sich wer kann.
Im Ggs. zu China haben die deutschen Industrieunternehmen leider ihre Hausaufgaben nicht gemacht.
Jahrzehntelang gigantische Gewinne – an Manager und Aktionäre verschwendet.
Jahrzehntelang Know-how verschenkt – wegen kurzfristiger Gewinnmaximierung.
Jahrzehntelang Innovationen sowie F&E verpennt – wird schon irgendwie so weitergehen.
Sch… auf diese Art von Autoindustrie. Entweder, die Totalversager reißen sich am Riemen und kommen in die Pötte oder sie gehen dahin, wo der Pfeffer wächst.