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Chinesische Medien: Europa und USA selbst Schuld an Flüchtlingskrise

Redaktion

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FMW-Redaktion

Europa und USA haben die Flüchtlingskrise, die derzeit vor allem Europa erlebt, selbst zu verantworten. Das ist der Tenor eines Leit-Artikels in der „People´s Daily“, einer international vertriebenen Zeitung mit Auflage von 14 Millionen Stück, die der Kommunistischen Partei Chinas gehört. Sie gilt als Sprachrohr Chinas ins Ausland.

Peoples Dailys

Autor des Textes ist Tian Wenlin, Analyst bei einem der Regierung zugehörigen Center für internationale politische Studien. Wenlin argumentiert dabei zunächst klar und kohärent – Ausgangspunkt ist der Arabische Frühlung. Demnach habe Europa und die USA nach Aufkommen des Arabischen Frühlings zielgerichtet die Regime in Syrien und Libyen destabilisiert – und ernten nun das Chaos.

Damit trifft Weinlin einen Punkt: nach Aufkommen des Arabischen Frühlings in Nordafrika glaubte der Westen in der Tat, dass die Zeit nun reif sei, jeen Regime fallen zu lassen, mit denen man bislang kooperiert hatte – vor allem mit Libyen. Der Grundfehler des Westens war, dass man die Stärke der bürgerlichen Schichten in der arabischen Welt überschätzte. Dies aber waren zu schwach – sodass sich entweder die Regime in neuem Gewand halten konnten (Ägypten und teilweise Syrien) oder die staatlichen Strukturen impodierten (Libyen und Syrien mit der Herrschaft von radikalen Islamisten über weite Gebiete, die die Flüchtlingsströme ausgelöst haben).

Faktisch also hat sich der Westen nicht mit Ruhm bekleckert – und trägt tatsächlich eine starke Verantwortung für das aktuelle Geschehen. So weit kam man der Analyse durchaus zustimmen. Aber dann kommt harter Tobak – das Verhalten westlicher Politiker wird mit der generellen Kurzsichtigkeit erklärt, die in demokratischen Systemen mit Wahlperioden vorkämen:

„It’s worth pondering the fact that the US and Europe have always treated “democracy” as a universal value and have sold it everywhere in the world. Why are their elected national leaders becoming more and more short-sighted, particularly in foreign policies? Frankly speaking, this is precisely the product of Western democracy. In the political atmosphere where money reigns supreme and populism prevails, it’s impossible to elect a politician who is far-sighted and represents the trend of the history.“
(Übersetzung nach „Quartz“).

Und es kommt noch heftiger: Stabilität müsse über alles gehen, komme was wolle. Und: das Kolletiv geht vor dem Individuum – das genau beschreibt den Unterschied zwischen westlichen und asiatischen Gesellschaften:

„In regards to developing countries, including China, [the US and Europe] should fully understand the profound meaning of “stability overrides everything” and the basic principle that “Only when the country is strong can individuals be happy.

Dasss bei uns im Westen das Kollektiv nicht unbedingt vor dem Individuum kommt, ist eine wesentliche Errungenschaft. Auf ihr basieren die Menschenrechte, mit denen es China ja bekanntlich nicht so genau nimmt. Warum auch: wenn das Kollektiv entscheidend ist, müssen eben diejenigen von der Bildfläche verschwinden, die dieses Kollektiv angeblich schädigen (daher das Unverständnis Chinas gegen westliche Kritik an der Todesstrafe in China).

Aber dennoch: es wird Zeit, dass sich der Westen klar macht, dass er einen erheblichen Teil der Schuld für das derzeitige Flüchtlingselend trägt. Es ist doch eher peinlich, wenn uns das chinesische Autoren sagen müssen, deren Werte wir nur sehr bedingt teilen!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    rolf

    9. September 2015 07:52 at 07:52

    @erheblichen Teil der Schuld trägt?
    Er ist die Ursache und die Triebkraft aller bisher insbesondere nach 1990 stattgefundenen Verbrechen in Nahen Osten und auch in Afrika, wo man die Hände im Spiel hat. Jugoslawien nicht zu vergessen. Gerade das ist die Ursache für eine harte Politik der RU gegenüber dem aroganten Westen. Jetzt muss er die Früchte seiner unakzeptalen Geopolitik am eigenen Laib erfahren. Die Bürger dieses „Westen“ begreifen erst langsam, auch wenn sie den sie übrrennenden Flüchtlingen aller Schateireungen offen entgegenkommen, das sie dafür die Rechnungen zu bezahlen habenmit einer VSA mit ins Boot gezwungen wurden zu sein. Das war erst der Anfang der Retoure für und gegen uns. Die Chinesen haben vollkommen recht. Wo das Individuum über alles gestellt wird geht der gesellschaftiche Zusammenhalt zu Bruch. Die kurzlebigen Wahl-Politiker die genaus so erzogen wurden nur an sich zu denken sind ein Ausdruck dessen, da sie ebenfalls nur Individuuen dieser kaputten Gesellschaft sind.

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

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Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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