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Größter chinesischer Kauf bisher: Staatskonzern kauft Syngenta für 43 Milliarden Dollar

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der chinesische Staatskonzern China National Chemical Corp. (ChemChina) kauft den Schweizer Pflanzenschutz- und Saatguthersteller Syngenta für 43 Milliarden Dollar oder umgerechnet 480 Schweizer Franken pro Aktie, wie Syngenta heute früh selbst bestätigt. Der Aufsichtsrat von Syngenta empfiehlt seinen Aktionären einstimmig das Angebot anzunehmen. Wie man im Chart unten erkennen kann, ist dies ein satter Aufschlag auf den letzten Kurs.

Diese Summe stellt die größte Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen im Ausland dar, und dann auch noch durch ein staatliches. Da kommt gleich wieder ein merkwürdiges mulmiges Gefühl auf – ein westliches Unternehmen, dessen Lizenzen jetzt unter staatlicher chinesischer Kontrolle sind? Gestern gab es schon Gerüchte über den Deal, deswegen sprang der Kurs gestern schon an, aber 480 Franken ist nochmal ein satter Aufschlag (roter Kreis).

ChemChina wird durch die Übernahme als Nummer 1 deutlich an Monsanto vorbeiziehen. Syngenta stellt für die Firma anscheinend die bisherige Krönung einer längeren Einkaufstour dar. Vor einem Jahr kaufte man in Italien bereits Pirelli für mehr als 7 Milliarden Euro. Und vor wenigen Tagen erst schluckte man in Deutschland den Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Millionen Euro. Es kann sein, dass die Übernahme von Syngenta noch am Veto der USA scheitert. Weil Syngenta gut 1/4 seines Umsatzes in den USA erzielt, könnte evtl. das Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) seine Zuständigkeit geltend machen und als Aufsichtsorgan sein Veto einlegen. Man kann bei Fragen der „nationalen Sicherheit“ so einen Deal ablehnen.

Hier die offiziellen Stimmen beider Seiten:

Michel Demaré, Chairman of Syngenta, said: “In making this offer, ChemChina is recognizing the quality and potential of Syngenta’s business. This includes industry-leading R&D and manufacturing and the quality of our people worldwide. The transaction minimizes operational disruption; it is focused on growth globally, specifically in China and other emerging markets, and enables long-term investment in innovation. Syngenta will remain Syngenta and will continue to be headquartered in Switzerland, reflecting this country’s attractiveness as a corporate location.”

John Ramsay, Chief Executive Officer, said: “Syngenta is the world leader in crop protection having significantly increased its global market share over the last ten years. This deal will enable us to maintain and expand this position, while at the same time significantly increasing the potential for our seeds business. It will ensure continuing choice for growers and ongoing R&D investment across technology platforms and across crops. Our commitment to cost and capital efficiency will remain unchanged.”

Ren Jianxin, Chairman of ChemChina, said: “The discussions between our two companies have been friendly, constructive and co-operative, and we are delighted that this collaboration has led to the agreement announced today. We will continue to work alongside the management and employees of Syngenta to maintain the company’s leading competitive edge in the global agricultural technology field.” He added: “Our vision is not confined to our mutual interests, but will also respond to and maximize the interests of farmers and consumers around the world. We look forward to Michel Demaré remaining on the Board as Vice Chairman and lead independent director, and to working with John Ramsay and the management and employees of Syngenta to deliver safe and reliable solutions for the continued growth in global food demand.”

Syngenta
Die Syngenta-Aktie seit 2004.

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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