Man hört es seit Monaten immer wieder. Zwar werden weltweit Produktionskapazitäten für KI-Beschleuniger und für Speicherchips massiv erweitert. Aber es reicht offensichtlich nicht aus. Der Ausbau von KI-Rechenzentren saugt alle produzierten Chips auf wie ein Staubsauger, um mal dieses Bild zu benutzen. Jetzt kommen frische Aussagen vom weltweit größten Chiphersteller TSMC auf den Tisch, die noch für mehrere Jahre die Unterversorgung mit Chips bestätigen. Für Anleger bedeutet das eine Fortsetzung der Aktienrally bei Chipaktien? Vorsicht. Denn sehr viel Euphorie auf zukünftige Umsätze und Gewinne ist bereits eingepreist!
TSMC warnt wegen noch jahrelanger Unterversorgung mit Chips
Die weltweite Chipversorgung durch den weltgrößten Auftragsfertiger TSMC wird in den kommenden Jahren hinter der durch KI getriebenen Nachfrage zurückbleiben, so sagte es heute TSMC-Vorstandsvorsitzender C.C. Wei und deutete damit an, dass die Produktionskapazität weiterhin ein entscheidender Engpass beim Ausbau der globalen Recheninfrastruktur bleibt.
TSMC werde nicht in der Lage sein, die von amerikanischen Kunden angeführte Nachfrage zu decken, selbst wenn in den nächsten Jahren in den USA mehr Produktionskapazitäten in Betrieb genommen würden, so erklärte es Wei heute laut Bloomberg gegenüber seinen Aktionären. Dennoch werde Taiwans größtes Unternehmen – das den Großteil der weltweit fortschrittlichen Halbleiter für KI herstellt – davon absehen, die Art von abrupten Preiserhöhungen einzuleiten, die den Speicherchip-Sektor erschüttert hätten, fügte Wei hinzu. TSMCs Ziel sei es, ein stabiles Geschäft zu gewährleisten, so sagte er es auf einer Jahreshauptversammlung in Taiwan.
30 % Umsatzwachstum in 2026
Wei bekräftigte die Prognose eines Umsatzwachstums von mehr als 30 % für dieses Jahr – eine Prognose, die TSMC erst vor wenigen Wochen angehoben hatte. Asiens größtes Unternehmen ist ein wesentlicher Akteur in der globalen KI-Branche und stellt hochmoderne Halbleiter für Firmen wie Nvidia und Advanced Micro Devices her. TSMC hat seine Präsenz über die Heimatinsel hinaus ausgebaut, um Kapazitäten zu erweitern, doch selbst das reicht nicht aus, um den gesamten Bedarf zu decken, da große Hyperscaler allein in diesem Jahr 725 Milliarden US-Dollar für KI ausgeben wollen. „Es wird noch lange dauern, bis wir die Kundennachfrage decken können“, sagte Wei.
Expansion wird vorangetrieben
TSMC treibt seine Expansion voran, während Kunden von Nvidia bis Broadcom um den Zugang zu seinen hochmodernen Anlagen wetteifern. Im Rahmen des Handelsabkommens zwischen den USA und Taiwan plant das asiatische Unternehmen den Bau von mindestens vier weiteren Chipfabriken in den USA – zusätzlich zu den sechs bereits geplanten, die Investitionen in Höhe von 165 Milliarden US-Dollar mit sich bringen – wofür rund 100 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Kapital erforderlich sind, wie Bloomberg News berichtet. Zwei Grundstücke, die TSMC in Arizona erworben hat, sollten ausreichen, um den Bedarf für ein Jahrzehnt zu decken, fügte Wei hinzu. Im April erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr und erklärte, dass sich die eigenen Investitionsausgaben am oberen Ende der bestehenden Prognosespanne von bis zu 56 Milliarden US-Dollar bewegen dürften.
FMW/Bloomberg
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Entsprechende Rahmenbedingungen, beispielsweise für Smartphones, welche auch im Rahmen einer Ein-China-Politik vorhanden wären.