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Christine Lagarde: EZB-Chefin kann Märkte nicht beruhigen, hofft auf Staaten

Markus Fugmann

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Kaum ist die EZB-Chefin Christine Lagarde im Amt, schon ist sie mit der größten Krise seit der Finanzkrise konfrontiert. Die Notenbank hat überraschenderweise die Zinsen unverändert gelassen, aber beschlossen, die Banken durch Liquidität zu stützen und die Anleihekäufe auszuweiten.

Was kann Christine Lagarde nun sagen, um die panischen Märkte zu beruhigen? Hier ihre wichtgisten Aussagen zur Lage in Schlagzeilen:

– Lagarde beginnt: seit unserem letzten Treffen hat sich die Krise um das Coronavirus dramatisch verschärft

– Staaten müssen jetzt effektiv und schnell handeln, sich dabei gut koordinieren

– Lagarde zählt jetzt die bereits verkündeten Maßnahmen auf

FMW Kurzkommentar: all das ist zu wenig, die Märkte brauchen eine Bazzoka, keine dosierten Maßnahmen. Das Problem: Draghi hat das Pulver schon weitgehend verschossen, daher muß Lagarde jetzt an die Staaten appellieren! Der Dax mehr als -9%, die US-Futures jetzt wieder vom Handel ausgesetzt bei -7%!

– Lagarde: wirtschaftliche Lage hat sich deutlich verschlechtert seit Corona

– Inflation wird fallen, vor allem wegen fallenden Ölpreisen

– FMW: Lagarde gibt nun Zahlen wieder zu Wachstumserwartung und Inflation, die bereits total veraltet sind durch die veränderte Lage..

FMW: viel zu wenig von Lagarde und der EZB! Die Notenbank erweist sich als lahmer Tiger, der nun die Staaten bitten muß, schnell zu handeln. Das Instrumen der Zinsen ist untauglich, die EZB hat erkannt, dass mit einer weiteren Senkung kein Blumentopf zu gewinnwen ist. Man könnte sagen: Lagarde zahlt die Rechnung für Draghi!

– Frage an Lagarde warum heute keine Zinssenkung: wir halten die beschlossenen Maßnahmen (QE; LTRO) für effektiver

– zu QE: werden Flexibilität walten lassen, am Ende aber den Kapitalschlüssel einhalten

– heutige Eintscheidung war einstimmig, einige Mitgieder waren online und nicht physisch anwesend

– angekündigte Strategie-Überprüfung wird angesichts der Lage um sechs Monate verschoben

– Lagarde auf die Frage eines Journalisten nach den fallenden Märkten nach der EZB-Entscheidung: es dauert meistens, bis die Märkte das richtig analysiert haben, was wir an Liquidität bereit stellen

– Lagarde auf die Frage nach Hilfen für Italien: wirs sind nicht hier, um Riskoaufschläge zu verringern

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    12. März 2020 14:40 at 14:40

    Sie sollte jetzt ganz dringend, ganz schnell „Whatever it takes“ sagen. Sag es, bitte, Christiiiiiiiiine!!!

  2. Avatar

    Marcus

    12. März 2020 15:00 at 15:00

    Die EZB hat keine Bazooka mehr, das sollten die „Märkte“ endlich mal zur Kenntnis nehmen! Genauso wenig andere Zentralbanken, da ist nichts mehr womit man das drehen kann.

  3. Avatar

    Privataktionaer

    12. März 2020 15:07 at 15:07

    Limit down! Blutbad! Das wahr wohl nix Frau Lagarde!

  4. Avatar

    PK

    12. März 2020 15:24 at 15:24

    bitte mal auf die italienischen Anleihen achten, die crashen gerade.
    Daher auch der Euro belastet.

  5. Avatar

    Columbo

    12. März 2020 15:52 at 15:52

    Banken retten ist das Gebot der Stunde.

  6. Avatar

    Roberto

    12. März 2020 15:52 at 15:52

    Ich finde es genau richtig was Lagarde macht. Die Regierungen sollten sich endlich aus der Deckung wagen und endlich was unternehmen. Diese dumme schwarze Null bei uns ist der größte Scherz der Nation. Die EZB kann nicht den ganzen Mist ständig ausbaden weil die Regierungen in Europa zu stur sind richtige Strukturreformen und Anreize zu schaffen. Also weiter so EZB. Ich bin für eine Schocktherapie. Nur das kann helfen aufzuwachen.

  7. Avatar

    Jan

    12. März 2020 16:28 at 16:28

    Der Drogen Entzug hat endlich begonnen. Es wird nicht schön aber am Ende erholen wir uns wieder

  8. Avatar

    Kritisch on fire

    12. März 2020 17:01 at 17:01

    Bankenrettung? Die als Darlehen von der EZB an die Banken ausgeschütteten Mrd. werden wohl das Sterben der Banken nicht aufhalten können, da es sich dabei ja nicht um Eigenkapital handeln kann. Wenn es erst einmal zu einer wohl unvermeidlichen Pleitenwelle kommt und die Banken in großem Stil Kreditausfälle haben werden wird deren Eigenkapital abschmelzen wie Butter in der Sonne. Aber, die EU wird dann eben die Gesetzeslage verändern oder die Banken werden verstaatlicht. Alles läuft nach Drehbuch von Dr. Markus KRALL, jedoch noch wesentlich schneller und vermutlich auch mit erheblich größeren Auswirkungen. EURO / EU ade!

  9. Avatar

    Tino Gruchmann

    12. März 2020 18:00 at 18:00

    Helikoptergeld oder und Schuldenschnitt jetzt!

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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