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Christine Lagarde: Headlines der EZB-PK – das ewige Mantra „Inflation ist vorübergehend“..

EZB-Chefin Christine Lagarde dürfte auf der heutigen Pressekonferenz versuchen, alles zu vermeiden, was zu einem Anstieg der Renditen führen könnte. Was wird sie sagen? Hier die Headlines und Kommentare dazu von FMW:

– Lagarde beginnt mit der Einschätzung der Lage – Impfungen etc.

– Inflation zuletzt gestiegen, aber dürfte mittelfristig nicht zu stark steigen wegen zu schwacher Nachfrage (FMW: sischer dat!)

– gestiegene Renditen Gefahr für Finanzkonditionen

– Lagarde wiederholt die entscheidende Botschaft der EZB-Entscheidung: man werde im 2.Quartal die Anleihekäufe im Rahmen von PEPP „deutlich erhöhen“

– EZB wird bei QE-Käufen flexibel agieren, je nach Erfordernissen

– werden auch Währungskurse beobachten, weil sie Einfluß auf Inflationserwartungen haben (FMW: gemeint ist vor allem Euro-Dollar)

– Wirtschaft wird wahrscheinlich im 1.Quartal schrumpfen in der Eurozone

– erwarten für 2021 ein Wachstum von +4,0%

– Risiken übergeordnet nun übergeordnet ausbalanciert, kurzfristig noch nach unten gerichtet (FMW: in der letzten PK hatte Lagarde vor allem die „downside risks“ betont)

– wegen gestiegenen Energiepreisen und Basiseffekten weeden wir in den nächsten Monaten höhere Inflation sehen, aber diese Effekte dürften vorübergehend sein

– erwarten Inflation von +1,5% in 2021 und für 2022 +1,2%

FMW: Lagarde „hat fertig“, es ist das ewige Mantra der Notenbanken: Inflation wird vorübergehend sein. Und weil es angeblich so unglaublich schädlich ist, wenn Märke agieren wie Märkte und die Renditen höher sehen, will die EZB durch verstärkte Anleihekäufe dagegen halten! So oder so: die Märkte sehen die Sache mit der Inflation anders als die EZB, die wie andere Notenbanken auch in mathematischen Modellen denkt, aber vom „richtigen Leben“ doch ziemlich weit enternt ist: denn das wahre Leben hat gelegentlich die Eigeschaft, sich nicht an Modelle halten zu wollen!

Christine Lagarde bei der PK der EZB



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6 Kommentare

  1. …“Das wahre Leben hat gelegentlich die Eigenschaft, sich nicht an Modelle halten zu wollen“…
    Das stimmt! Gilt auch für die Modelle von Markus Krall oder Marc Friedrich.

  2. Notenbanken sind generell sehr sehr weit vom realen Leben entfernt, aber was will man von Ökonomen auch erwarten? Theoretiker und sonst keine Substanz.

  3. Der Fugi ist spitze , gefällt mir der Typ (Fan von Werder) sollte in Talkshow , er überholt Lanz mit Überschallgeschwindigkeit :-) .

    Spaß :-) , Humor ist sehr wichtig in der heutigen Zeit.

    Bin ein großer Fan von Markus .

  4. Es wäre mal interessant zu erfahren, wer von wieviel Inflation ausgeht.

    1. @Dreamtimer, es ist doch völlig egal, wer von wieviel ausgeht. Die Inflation wird kommen, völlig zurecht, heilsam, notwendig und unaufhaltsam. Weil sie einfach da ist. Das irre und abgehobene Notenbankzeitalter wird enden, whatever it took. Früher oder später setzt sich immer die Realität durch, alleine schon aufgrund ihres inhärenten Charakters. Per se und sui generis, wie Logik, Mathematik und Realität nun einmal sind.

      1. @letftutti, ich bin auch auf eine fatalistische Art entspannt, aber „prediction markets“ sind unterhaltsam.

        Das Interview mit Thomas Mayer

        https://finanzmarktwelt.de/inflation-zuerst-dann-waehrungsreform-sagt-thomas-mayer-193653/

        liefert Stoff zum Thema, allerdings argumentiert er vorsichtig und nennt keine Zahlen.

        Ich glaube nicht, dass das Notenbankzeitalter einfach so enden wird, jedenfalls nicht ohne eine Disruption, einen Regime-Change, der tiefer geht und auch andere Institutionen erfasst. So etwas liegt freilich in der Luft, aber das tut es schon seit das Internet durch einen Webbrowser erschlossen wird, etwas das auch zunächst als große Befreiung gefeiert wurde, als real gewordene Utopie, in der sich letztlich aber nur die Menschheit selbst in Szene gesetzt hat, als eine totale, deprimierende und abgeschlossene Tatsache.

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