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Christine Lagarde – kommt mit ihr Bargeldverbot?

Kommt unter Christine Lagarde das Bargeldverbot? In der letzten Woche sprach die designierte EZB-Chefin vor dem EU-Parlament (hier ihre Rede auf youtube) – und sagte dort, man müsse in der Geldpolitik neue Wege gehen und innovativ sein. „Innovativ“ klingt ja immer gut, aber was meint die ehemalige EZB-Chefin damit?

Als Lagarde noch IWF-Chefin war, hatte auch der IWF „innovative“ Ideen in Sachen Geldpolitik. So etwa in einer Analyse darüber, wie man Negativzinsen effektiv umsetzen könne, ohne damit einen bank-run zu riskieren. Dafür müsse man einfach nur das Bargeld entwerten:

„Wenn beispielsweise ein Einlagenzins der Notenbank negativ wird mit -5%, dann soll Bargeld als quasi „Parallelwährung“ zum elektronischen Geld um 5% pro Jahr entwertet werden. So hätte der Bürger keinen Vorteil mehr davon, sein Geld in bar abzuheben. Beides, elektronisches Geld auf Bankkonten und Bargeld würden pro Jahr 5% jeweils an Wert verlieren“.

 

Damit bliebe also keine Fluchtmöglichkeit mehr, den Negativzinsen auszuweichen – ein ungemein „innovativer“ Vorschlag des damals von Lagarde geführten IWF!

Oder man geht schlicht noch einen Schritt weiter mit der vermeintlichen Innovation und schafft das Bargeld komplett ab, entweder durch ein Bargeldverbot oder schlicht dadurch, dass die Notenbanken kein Papiergeld mehr drucken, weil Geld sowieso nur noch elektronisch gehandhabt wird.

Wie auch immer: im Oktober treffen die Regierungschefs der EU die finale Entscheidung über die Ernennung von Christine Lagarde – und im Vorfeld möchte sie offenkundig möglichst vage in ihren Aussagen bleiben: so wich sie Fragen zu den negativen Auswirkungen für Renten und Sparguthaben der ultralaxen Geldpolitik der EZB aus. Und hatte damit offenkundig Erfolg: so feierte etwa der deutsche Grünen-Politiker Sven Giegold die Tatsache, dass mit der Französin erstmals eine Frau EZB-Chefin werden würde. Und auch die Sozialdemokraten fanden, dass Lagarde eine gute Figur gemacht habe.

Sollte Christine Lagarde dann ab 01.November Nachfolgern von Mario Draghi werden, wird das nicht nur eine Politisierung der EZB bedeuten – schließlich ist Lagarde gelernte Juristin und trat bislang nur als Politikern in Erscheinung ohne jede geldpolitische Erfahrung. Was da auf uns zukommen könnte, thematisiert „Mission Money“ in folgendem Video:

 

Kommt unter Chrsitine Lagarde das Bargeldverbot?

Christine Lagarde. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0



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5 Kommentare

  1. Christine Lagarde ist ja auch nicht blöd, die weiß schon wie man (dumme) Politiker umgarnt. Hat in Ihrer Anhörung großmächtig von mehr Frauen in Führungspositionen und Klimawandel geredet -die EZB soll unter ihr mehr „nachhaltige Investments und grüne Anleihen“ ins Portfolio nehmen.

    Und schon sind ihre Beliebtheitswerte steil angestiegen und die wirklich wichtigen Fragen haben niemanden mehr interessiert.

  2. Bargeldverbot=Bürgerkrieg!Gerade eine Französin sollte aus der Geschichte gelernt haben,dass man Bürger/Völker nicht über Gebühr vorführt!Wer aber nicht hören will,wird fühlen.

  3. Bei so viel Innovation fällt mir nur eins ein… das Ende naht!

  4. Alle Wörter ,die mit In …oder Im….anfangen weisen auf kommende unschöne Zeiten hin,wie z.B .
    – Innovation
    – Inkompetenz
    – Impotenz u.s.w.

  5. Pingback: Ex-Verfassungsrichter: Bargeldabschaffung ist verfassungswidrig – Alternativ-News

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