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Christine Lagarde verurteilt in einem Strafprozess – damit kommt man bis an die Spitze der EZB

Redaktion

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Christine Lagarde wird in wenigen Wochen ihren Posten als Chefin der EZB antreten. Das ist wirtschafts- und finanzpolitisch der wichtigste Job beziehungsweise Posten, den Europa zu vergeben hat. Man kann also sagen: Christine Lagarde hat es bis an die Spitze geschafft. Bis ganz nach oben! Ihr voriger Posten als Chefin des Internationalen Währungsfonds war auch schon „gar nicht mal so schlecht“ in Sachen Renommee. Aber da war doch mal was?

Erst einmal etwas Grundsätzliches. Gerade in Zeiten von Fake News, Hate Speech, dem Erstarken populistischer Bewegungen, da predigt uns die hohe Politik seit Monaten: Jetzt müssen wir liefern, wir müssen dem Bürger zeigen, dass die etablierte Politik seriös arbeitet, verlässlich ist, wirklich einen Mehrwert für die Bürger liefert, transparent arbeitet, bla bla, usw usw. Da ist die persönliche Integrität des politischen Führungspersonals natürlich extremst wichtig! Und machen wir uns nichts vor. Auch wenn die EZB auf dem Papier „nur“ eine Notenbank ist, so ist sie doch inzwischen ein Eckpfeiler der europäischen Politik geworden. Denn sie hat vor allem Staaten im Mittelmeerraum (zu aller erst Italien) seit Jahren mit dem Aufkauf von Staatsanleihen gerettet. Was wäre wohl ohne die EZB passiert?

Christine Lagade verurteilt in einem Strafprozess

Aber zurück zu Christine Lagarde. Sie ist, da sie zur Chefin der EZB ernannt wurde, offensichtlich eine integere Person? Immerhin hat sie ja auch in der Außenwirkung ein nettes Erscheinungsbild. Aber mit der Integrität und Seriosität, da gibt es doch ein Problem. Denn im Jahr 2016 wurde sie vom „Gerichtshof der Republik“ in Frankreich im Rahmen eines Strafprozesses für schuldig befunden. Auch Jahre später machen die damaligen Vorgänge noch fassungslos. Es ging damals um Millionen-Zahlungen an den Unternehmer Bernard Tapie. Lagarde als damalige französische Finanzministerin wurde wegen Fahrlässigkeit schuldig gesprochen, und das, obwohl sogar der Staatsanwalt darum bat von einer Verurteilung abzusehen. Tja, und das Gericht? Es sprach Christine Lagarde damals zwar schuldig, verhängte aber keinerlei Strafe. Unglaublich aber wahr. Denn Frau Lagarde sei eine „Persönlichkeit“ und genieße „Internationales Ansehen“, und sie habe während der Finanzkrise 2008, als die Straftat geschah, als Finanzministerin eben so viel um die Ohren gehabt (sinngemäß zusammengefasst)… da konnte so etwas schon mal passieren?

Darf so jemand IWF oder EZB leiten?

Kann so jemand die EZB leiten? Na ja, mag man sagen… Christine Lagarde hat ja immerhin auch jahrelang den IWF geleitet. Und was geschah beim IWF nach ihrer Verurteilung 2016? Man sah davon ab eine personelle Veränderung vorzunehmen. Das Führungsgremium des IWF sprach nur einen Tag nach dem Urteilsspruch in Frankreich im Dezember 2016 Frau Lagarde sogar ausdrücklich das Vertrauen aus! Unfassbar, auch heute noch. Man stelle sich vor ein kleiner Filialmitarbeiter einer Bank wird in einem Strafprozess für schuldig befunden. Jede Bank hätte diesen Mitarbeiter sofort fristlos entlassen, weil er nicht mehr tragbar gewesen wäre für eine Tätigkeit in einer Bank. Aber Christine Lagarde? Da reicht es gerade eben noch für den Chefposten beim IWF, und jetzt bei der EZB.

Dass es hier um politische Postenverteilung geht, ist ja wohl mehr als offensichtlich. Da vergisst man mal schnell das ganze Gelaber in Sachen Integrität bla bla bla. Es geht nicht darum, ob Frau Lagarde qualifiziert für den Posten bei der EZB ist oder nicht. Es geht darum, ob eine verurteilte Person überhaupt so ein Amt bekleiden darf. Und da muss man eindeutig NEIN sagen. Es hätte sicher noch genug andere qualifizierte Persönlichkeiten gegeben. Aber wie läuft es nun mal? Frau von der Leyen bekommt als Deutsche die EU-Kommission, und Frankreich bekommt im Gegenzug die EZB. Und da braucht man eine namhafte Persönlichkeit, dazu noch eine Frau wegen irgendeiner Quote? Nehmen wir doch Frau Lagarde…

Wie wird die Politikerin Christine Lagarde als EZB-Chefin in der nächsten Wirtschaftskrise reagieren? Lesen Sie dazu unseren Artikel beim Klick an dieser Stelle.

Christine Lagarde ist bald neue EZB-Chefin
Christine Lagarde. Tomaz Silva/ABr – Agência Brasil CC BY 3.0 br

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Panse Jim

    11. September 2019 10:32 at 10:32

    Der BIAS der Finanzmedien, die Largarde diffamiert aus Angst vor lockerer EZB Politik für die nächsten Jahrzehnte.

  2. Avatar

    Macwoiferl

    11. September 2019 11:37 at 11:37

    @Panse Jim: no way! Die Linke (Medien) liebt Lagarde (weil sie verteilt)!
    Die Börse liebt Lagarde weilt sie pusht.
    Ihre Wahl ist eher ein (weiterer) Ausdruck des zeitläuftigen Pipi-Langstrumpf-Syndroms:
    Eine Welt wie sie MIR gefällt.
    Der Politiker pocht auf Moral (wenns gerade passt)
    Der Deutsche pocht auf Klima-Greta (wenns gerade passt)
    Frau Weidel pocht auf Ausländer raus (wenns gerade passt – sie lebt mit ner Frau aus Sri Lanka zusammen)
    Die Kirche pocht auf Jesus-liebt-dich (wenns gerade passt – Stichwort Luxusbadewanne)
    Die SPD pocht auf die kleinen Leute (wenns gerade passt)
    Der Richter pocht auf Gesetze (wenns gerade passt, oder auch nicht, siehe Lagarde)
    Dein Steuerbescheid hat Bestandskraft (wenns gerade passt)
    Dein endgültiger Führerschein ist vorläufig (weils gerade passt)
    Dein Doktortitel ist ehrlich erworben (wenns gerade passt).

    Seit Steuer-Lambdsdorff und Schwarzgeldkoffern, Kindsmissbrauch durch Katholen und Veruntreuung von Spenden für Afrika durch alle möglichen „Organisationen“, seit Weinpansch-, Rindfleisch-, Dieselskandal ist doch klar:
    Eine in Grund und Boden a-moralische und wertelose Gesellschaft muss sich ihre Realitäten zurechtschnitzen.
    Jeden Tag und jede Sekunde.
    Da werden eben irgendwelche „Werte“ und „Vorsätze“ dann aufgebaut als Mittel zum Zweck.
    Man beruft sich auf „Bibeln“, „Verfassungen“, „Grundsätze“ etc., die so lange Bestand haben wie sie ein bestimmtes Tun untermauern.

    Na und der Bürger, Kirchgänger, Wähler, Arbeitnehmer, Unternehmer, der schaut zu und tut nichts.

    Ich finds in Ordnung, wenn Pöstchenschieber, Scheinheilige, Kofferträger etc. an der Spitze stehen.
    Denn diese Gesellschaft hat damit, was sie verdient.

    Europa verdient Lagarde. Und von der Leyen.
    Was soll dieses Pochen auf eine Moral, die nie da war im Politikbetrieb?

    • Avatar

      DieterG

      11. September 2019 12:33 at 12:33

      Wie geil. Will heissen, ich darf meinen Chef bescheissen, Steuererklärung nicht nur ein bisschen türken, endlich Schwarzarbeit ohne Reue und Tadel, Tickets für Bus und Bahn werden geklaut oder nicht bezahlt…usw…. usw..

      Meine persönliche Meinung: Du hast den falschen Blickwinkel

      Toi…toi…toi für Erfolg an der Börse (damit der Bezug hergestellt wird zum Artikel)

      Dieter

      • Avatar

        Macwoiferl

        11. September 2019 12:52 at 12:52

        ????
        Was hat Börse mit Moral zu tun?
        Eben.
        PS: Bin nicht investiert.
        Eben weil.
        Ist aber persönlich… ;-)

  3. Avatar

    BrettonWood

    11. September 2019 12:08 at 12:08

    Ist der Ruf erst ruiniert lebt es sich ganz ungeniert…Passt doch auch, dann kan man später sagen alles die Schuld dieser Verbrecherin….

  4. Avatar

    Dreistein

    27. September 2019 15:39 at 15:39

    Nehmt den Leuten da oben das Recht weg und man erkennt sofort die Mafiastrukturen.

  5. Avatar

    Helmut Josef Weber

    7. Oktober 2019 09:15 at 09:15

    In Deutschland kann man noch Innenminister von NRW werden(also oberster Polizeiinspektor), wenn man rechtskräftig 2 x wegen Meineides verurteilt ist,und
    Verkehrsminister kann man noch in Bayern werden, nachdem man im besoffenen Kopf eine Frau tot gefahren hat und dafür rechtskräftig verurteilt wurde.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

    • Avatar

      Quintus

      7. Oktober 2019 18:07 at 18:07

      Sehr geehrte Stina
      Welchen Zusammenhang erkennen Sie zwischen der AFD und der aktuellen Rechtssprechung?
      Möchten Sie uns mit der Erwähnung der AFD auf die große Gefahr hinweisen, die uns droht?
      Liegt ihrer Pawlowschen Reaktion zu den Aussagen von Herrn Weber Angst, Haß oder etwas ähnliches zu Grunde, welches, sofern sie uns dieses mitteilen, auch verstehen können?

      Mit freundlichen Grüßen
      Quintus
      (kein AFD-Mitglied)
      P.S. Da diese Personen rechtskräftig verurteilt wurden zeigt es uns doch die Funktionsfähigkeit der deutschen Judikative, während die Politik noch( und nicht nur)moralische Defizite „aufweist“.

      • Avatar

        Stina

        7. Oktober 2019 19:20 at 19:20

        @Quintus, seit einigen Wochen schreibt ein Idiot immer wieder mit meinem Namen dämliche Kommentare. Dieser Troll wird Ihnen nicht antworten. Ich möchte nur sagen, ich bin es nicht!

    • Avatar

      Hesterberg

      7. Oktober 2019 19:44 at 19:44

      @Stina
      Wenn man wie Sie über keine sachlichen Gegenargumente verfügt, ist es am besten, den Mund zu halten. Mit Diffamierung und übler Hetze erreichen auch die etablierten Parteien gar nichts und zeigen damit stets nur, wie hilflos sie sich fühlen.

      • Avatar

        Stina

        7. Oktober 2019 20:06 at 20:06

        @Hesterberg, seit einigen Wochen schreibt ein Idiot immer wieder mit meinem Namen dämliche Kommentare. Dieser Troll wird Ihnen nicht antworten. Ich möchte nur sagen, ich bin es nicht!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          7. Oktober 2019 20:24 at 20:24

          @Stina, der Kommentar dieses Trolls ist inzwischen gelöscht..

    • Avatar

      Stina

      7. Oktober 2019 20:38 at 20:38

      @Helmut Josef Weber, Sie haben völlig recht! Europa wird immer mehr wie USA unter Trump. Aber das Beispiel aus Bayern ist doch mit 25 Jahren schon sehr historisch.

  6. Pingback: Lagarde - eine Verurteilte nicht nur an der EZB-Spitze

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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