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Citigroup: 55% Wahrscheinlichkeit für globale Rezession wegen China

FMW-Redaktion

Der Chefvolkswirt der Citigroup, der Engländer Willem Buiter geht davon aus, dass die globale Wirtschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von 55% in die Rezession fallen wird – wegen der Abkühlung Chinas. Das geht aus einer Analyse hervor, die Buiter gestern Abend vorgelegt hat. Allerdings erwartet er , dass diese Rezession nicht sehr ausgeprägt und lange anhalten dürfte.

Gründe für die Rezession sieht Buiter in der scharfen Abkühlung der Emerging Markets und China:

“The world appears to be at material and rising risk of entering a recession, led by EMs and in particular by China”.

China wachse derzeit nur um etwa 4% – und nicht wie offiziell verkündet, um 7%, so Buiter. Falle das reale Wachstum Chinas auf 2,5% zurück, sei eine globale Rezession unausweichlich. China stehe derzeit vor einer schnellen und heftigen harten Landung aufgrund seiner Überkapazitäten bei der Industrie sowie der immensen Verschuldung in Schlüssel-Sektoren der Wirtschaft – hinzum komme die Korrektur an den Aktienmärkten sowie der Preisverfall bei Immobilien. Die Abschwächung Chinas habe bereits die Ökonomien in Brasilien, Südafrika und Russland stark zugesetzt, die entwickelten Länder würden dann später folgen.

Im Gegensatz zu Buiter und er Citigroup sehen Goldman Sachs und JPMorgan die Dinge anders: sie fürchten kaum Auswirkungen des Abschwungs Chinas für die entwickelten Länder, auch die Societe Generale sieht dafür nur eine Wahrscheinlichkeit von 10%. DIe SocGen sieht gerade im tiefen Ölpreis eine Art Puffer gegen die Schwäche der Emerging Markets und China.

Buiter hingegen geht davon aus, dass das Gewicht Chinas schlichweg zu groß sei (im Jar 2012 14,3% des globalen Handelsvolumens), um nicht nachhaltig auch auf die entwickelten Länder zu wirken. Hinzu komme, dass die chinesische Führung vermutlich die falschen Massnahmen ergreifen werde, während die entwickeltem Länder aufgrund der derzeit schon bestehendeen Nullzinspolitik kaum mehr geldpolitisch reagieren könnten. Noch aber erwartet Buiter eine milde Rezession in den nächsten Jahren – das könne sich aber ändern, wenn Panik aufkomme und die Abwärtsspirale sich so verstärke.

Ökonomen, so schließt Buiter mit britischem Humor, seien sehr schlecht in der Vorhersage von Rezessionen, Booms oder Crashs:

“Economists seldom call recessions, downturn, recoveries or periods of boom, unless they are staring them in the face. We believe this may be one of those times.”



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