
Clemens Fuest ist als Chef des ifo-Instituts abgesehen von seinem Vorgänger Hans-Werner Sinn so ziemlich der renommierteste Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland. Aber egal ob CDU, SPD oder Grüne: Man wird heute wohl am besten nicht so genau hinhören wollen, was Herr Fuest zu sagen hat. Denn das, was er aktuell sagt, ist Sprengstoff. Ein Alarmruf für die Politik, wenn sie denn bereit wäre zuzuhören und zu handeln!
So sagt Clemens Fuest aktuell, man habe sich in Deutschland dazu entschieden ein Land zu sein, in dem Energie knapp ist. Das habe man politisch gemeinsam so gewählt, und die Konsequenzen müssten wir jetzt tragen. „Energieintensive Industrie hat keine Zukunft bei uns”, das sagte Clemens Fuest so wortwortlich im Podcast bei The Pioneer. „Tut mir leid, ich würde gerne was anderes sagen. Aber das haben wir einfach so entschieden, und jetzt ist es halt so“, sagte Fuest gleich im Anschluss an diese „brutal deutliche“ Aussage.
Zum Thema Energiepreise sagte Cliemens Fuest, es nütze nichts über neue Atomkraftwerke nachzudenken – der Bau dauere viel zu lange. Man müsse stattdessen die gesamtwirtschaftlichen Kosten senken. Und der Ausbau Erneuerbarer Energien müsse anders organisiert werden. Beispielsweise müssten Solaranlagen dort aufgestellt werden, wo man den Strom auch wirklich benötigt. Derzeit gebe es Überversorgung an der falschen Stelle. Der Netzausbau sei teuer, die Kosten würden explodieren.
Die Investitionen in Deutschland sinken, und zwar die Investitionen des privaten Sektors, so Clemens Fuest. Und sie seien sind auch im letzten Quartal weiter gesunken. Ein großes Problem ist seiner Aussage nach: Man habe sich in Deutschland zu Tode reguliert, und sei daher kaum bewegungsfähig. Und die Inflation werde aufgrund des Iran-Kriegs ansteigen. Die EZB könne diese Bewegung durchschauen und ruhig bleiben, weil es eine kurzfristige Entwicklung sei. Oder aus Angst, wie vor Jahren schon wieder zu spät zu kommen mit Zinserhöhungen, könne die EZB mit höheren Zinsen aktiv werden – auch aus Angst, dass eine kurzfristig höhere Inflation Folgewirkungen entfaltet, wie beispielsweise höhere Lohnforderungen der Gewerkschaften.
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…die Energieintensive Industrie habe in Deutschland keine Zukunft mehr…
Ja- so ist es.
Daher wird immer schneller eine Deindustrialisierung stattfinden.
Es klappt ja auch ganz gut.
Mal sehen wann der Boden erreicht ist.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut