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Commerzbank-Aktie kräftig im Plus – warum eine so große Bank Berater engagieren muss…

Mit aktuell 11,96 Euro ist man also schon deutlich über das Kursziel hinausgeschossen, wo man gestern noch mit 11,42 Euro aus dem Handel ging. Auch das war schon über dem neuen Kursziel. So schreibt…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Commerzbank-Aktie ist heute mit fast 5% im Plus. Das ist doch mal erfreulich. Einmal gäbe es da die gestrige Analystenmeinung von Morgan Stanley, wonach man das Kursziel von 9,85 Euro auf 11,15 Euro anhebt. Mit aktuell 11,96 Euro ist man also schon deutlich über das Kursziel hinausgeschossen, wo man gestern noch mit 11,42 Euro aus dem Handel ging. Auch das war schon über dem neuen Kursziel. So schreibt MS auch, dass man bei seiner neutralen Einstufung „Equal-weight“ für die Commerzbank-Aktie bleibe. Die Daten der Bank könnten aus Auslöser dienen, damit die Aktie nach der Rally im laufenden Jahr eine Pause einlegt. Der Aktienkurs habe jetzt schon zu viel Positives zu schnell eingepreist.

Nun ja, meinen wir. Das kann man sehen wie man will. Wichtiger scheint das Gerücht aus Finanzkreisen zu sein, welches von der FT heute bestätigt wurde. Es gab nämlich Gerüchte, dass die Commerzbank doch tatsächlich externe Berater engagiere, um sich gegen eine mögliche Übernahme von zum Beispiel der französischen BNP Paribas zu wappnen. Dabei dürfte man sich doch fragen, warum eine gigantisch große Bank wie die CoBa externe Berater benötigt?

Aber gut, heute wissen wir Genaueres. Die Berater sind anscheinend Goldman Sachs und Rothschild. Und sie sollen die CoBa nicht nur in Sachen Übernahmeabwehr beraten, sondern man wolle gemeinsam verschiedene Szenarien für Übernahmen und Fusionen durchsprechen. Ob man notgedrungen vor einer feindlichen Übernahme noch schnell mit jemand anders „freundlich“ fusioniert? Man wird sehen. Aber die Tatsache, dass für diesen Bereich überhaupt Berater engagiert werden, bedeutet doch eines: Nach jahrelangen inhaltsleeren Gerüchten scheint langsam Fahrt in die Übernahmephantasie rund um die Commerzbank zu kommen.

Daher ist es gut möglich, dass sich der heutige Kursanstieg fortsetzt. Die Betonung liegt auf „möglich“. Denn noch weiß man nichts genaues, ob die Franzosen ein Angebot machen, ob die CoBa es abwehrt, ob es eine Fusion mit einer anderen Bank gibt, oder ob am Ende alles so bleibt wie es ist. Mit 15% Anteil bleibt die Bundesregierung ein wichtiger Ansprechpartner für jeden Kaufwilligen. Kommt es erneut zu einem Verkauf/einer Fusion zwischen großen Unternehmen aus Deutschland und Frankreich? Dieses Konzept ist ja derzeit absolut in! Die Quartalszahlen der Commerzbank werden übrigens am 9. November veröffentlicht.


Die Commerzbank-Aktie seit Ende 2014.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    gerd

    24. Oktober 2017 15:26 at 15:26

    „Daher ist es gut möglich, dass sich der heutige Kursanstieg fortsetzt. Die Betonung liegt auf „möglich“. “

    Und ob der sich fortsetzt. Muss er einfach. Schließlich habe ich ja vor zwei Wochen als Stillhalter großzügig ein paar nackte Calls verteilt. Und da ich der perfekte Kontraindikator zu sein scheine, geht das gar nicht anders, als dass die Aktie steigt.
    Zumindest im Gleichschritt mit dem Dow und solange bis der gegen Jahresende seine 35000 erreicht hat.

  2. Avatar

    Robert

    24. Oktober 2017 16:35 at 16:35

    Um es vorweg zu sagen, ich habe mit der CoBank seinerzeit (bei 14 € verkauft) einige Euro gewonnen. Leider bin ich dann – als die Aktie an Wert verlor – zu früh (bei 9 € ) wieder eingestiegen. Bei 6 € hatte ich kein Geld zum Nachkauf mehr. Nun, da die Aktie sich wieder erholt hat, habe ich heute alles bei 11,80 € verkauft, da ich den Analysten nicht mehr traue. Ich habe den Eindruck, dass der Kurs mit bestimmten Meldungen massiv manipuliert wird. Die Verlierer werden – wie immer – wir Kleinanleger sein. Ich wünsche jedem, dass die Aktie wieder auf 14 € steigt, aber lasst euch nicht zu sehr von den angeblichen Neuigkeiten beeinflussen.
    Alle wollen nur unser bestes „UNSER GELD“
    Gruß Robi

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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