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Commerzbank bergauf, Deutsche Bank bergab

Bei der Commerzbank tut sich Positives. Anders als bei der chaotisch wirkenden Deutsche Bank macht die CoBa sowieso einen geschlosseneren Eindruck gegenüber der Öffentlichkeit. Im heute für das Gesamtjahr…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bei der Commerzbank tut sich Positives. Anders als bei der chaotisch wirkenden Deutsche Bank macht die CoBa sowieso einen geschlosseneren Eindruck gegenüber der Öffentlichkeit. Im heute für das Gesamtjahr 2017 veröffentlichten endgültigen Jahresabschluss gab es zu den vorläufigen Jahreszahlen aus Februar keine Abweichungen. Interessanter ist dafür aber der Ausblick.

Commerzbank wieder mit Dividende

Dort stellt die Commerzbank für das laufende Geschäfsjahr eine Dividendenzahlung in Aussicht. 2015 hatte man das einzige Mal überhaupt seit der Finanzkrise eine Dividende gezahlt – mit 20 Cents pro Aktie war es damals wohl sowieso eher eine nette Geste. Man schreibt von einer „komfortablen Eigenkapitalausstattung“ und einem „signifikanten Anstieg des Konzernüberschusses“ in 2018. Man erwarte auch „keine nennenswerten Restrukturierungsaufwendungen “ mehr. Wenn solche Äußerungen anders als bei der Deutschen Bank keine leeren Worthülsen sind, könnte die Commerzbank als Aktie spürbar besser performen als die der Deutschbanker? Der Aktienkurs der Commerzbank reagiert heute mit +1,05%

Zitat auszugsweise aus der heutigen Veröffentlichung der Commerzbank zu ihren Aussichten:

Zielke weiter: „Wir streben an, für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende auszuschütten. Gleichzeitig werden wir 2018 den Umbau der Commerzbank fortsetzen und weitere wichtige Schritte auf dem Weg zum digitalen Technologieunternehmen, zu weiterem Wachstum in unseren Kerngeschäftsfeldern und zu höherer Profitabilität gehen. Das sind unsere Ziele, und die werden wir konsequent verfolgen.“

Im Segment Privat- und Unternehmerkunden hat die Commerzbank im Berichtsjahr 2017 mehr als 500 000 neue Kunden und mehr als 38 Milliarden Euro an Vermögenswerten hinzugewonnen. Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen erreichte im Berichtsjahr ein Volumen von 15 Milliarden Euro, nach knapp 12 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Konsumentenkreditgeschäft betreibt die Bank nunmehr auf der Commerzbank-eigenen Plattform. Im Privat- und Unternehmerkundengeschäft hat die Bank bewusst entschieden, in das digitale und persönliche Angebot für Kunden zu investieren. Die Filialen bleiben dabei ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie.

Im Geschäftsjahr 2018 konzentriert sich die Commerzbank auf die weitere Umsetzung der Strategie Commerzbank 4.0. Leicht niedrigere Erträge in Verbindung mit einem leicht niedrigeren Verwaltungsaufwand und signifikant rückläufigem Risikoergebnis resultieren nach Commerzbank-Prognose in einem nahezu auf Vorjahresniveau gehaltenen Operativen Ergebnis sowie einer etwas verschlechterten Aufwandsquote. Klammert man den Einfluss der im Vorjahr angefallenen Einmalerträge aus, steigen im laufenden Jahr die Operativen Erträge leicht, was zu einer leichten Verbesserung der Aufwandsquote führt; das Operative Ergebnis verbessert sich in dieser bereinigten Rechnung deutlich.

Da voraussichtlich keine nennenswerten Restrukturierungsaufwendungen mehr notwendig werden, erwartet die Bank im laufenden Jahr einen signifikanten Anstieg des Konzernüberschusses. Angesichts der komfortablen Ausstattung der Commerzbank mit Eigenkapital und der angestrebten erneuten Verbesserung des Risikoprofils strebt die Commerzbank an, für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende auszuschütten.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank präsentiert sich so trostlos wie die ganze Zeit schon unter ihrem derzeitigen Chef John Cryan. Dauerbaustelle ohne jegliche Euphorie, dafür tröpfchenweise ständig schlechte Nachrichten. Erst vor Kurzem wurde der korrigierte Geschäftsbericht veröffentlicht, wonach man 2,2 Milliarden Euro Bonus an seine „glorreichen“ Investmentbanker in London ausschüttete für das Jahr 2017. Ohne diese Boni hätte die Bank gute Gewinne gemacht, statt jetzt mit Boni einen Verlust.

Auch wurde letzte Woche bekannt, dass das Geschäft in London aktuell um 450 Millionen Euro im laufenden Quartal schlechter läuft als bislang gedacht. Und der DWS-Börsengang brachte letzte Woche ebenfalls weniger Geld in die Kasse, als die Deutsche Bank es wohl angenommen hatte. Und aktuell wird noch bekannt, dass die für IT zuständige Vorstandsfrau der Deutschen Bank Kim Hammonds auf einer Veranstaltung laut FAZ gesagt hat, dass die Deutsche Bank die unfähigste Firma sei, in der sie je gearbeitet habe.

Hammonds habe unter anderem die Worte „most disfunctional company“ und „Disfunctional“ benutzt. Damit meint sie also, dass die IT und die Abläufe der Bank kaputt und unbrauchbar sind. Ein vernichtendes Urteil. Wobei man sich auch fragen kann, warum sie das sagt, wo sie selbst doch die Leiterin der IT ist. Über ihren Rauswurf wird aktuell spekuliert, da so eine geschäftsschädigende Äußerung über den eigenen Arbeitgeber natürlich nicht akzeptabel ist.

Aber diese Äußerung lässt erahnen, dass der ganze Laden trotz John Cryan´s Umbau immer noch chaotisch und kaputt zu sein scheint. Die Aktie geht weiter auf Talfahrt. Alleine in den letzten fünf Handelstagen hat sie 11,7% verloren. Heute beträgt das Minus 0,5%.

Commerzbank Aktie vs Deutsche Bank Aktie
Der Kurs der Commerzbank-Aktie vs Deutsche Bank seit 2015. Die CoBa in orange hat sich schon Mitte 2017 in ihrer Kursentwicklung von der DB-Aktie abgekoppelt.

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Aktien

Gamestop: Aktie explodiert weiter – kippen Hedgefunds?

Die Aktie von Gamestop steigt vorbörslich weiter und überschreitet dabei der Marke von 300 Dollar! Jetzt wird es eng für einige Hedgefunds!

Markus Fugmann

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Die Aktie von Gamestop, gestern die meistgehandelte Aktie weltweit, steigt vorbörslich weiter und überschreitet dabei der Marke von 300 Dollar! Damit steigt die Marktkapitalisierung der Aktie weiter – alleine der (eher sinnfreie) Tweet von Elon Musk gestern Abend („Gamestonk“) hatte der Aktie von Gamestop weitere drei Milliarden an Marktkapitalisierung beschert. Nicht schlechct für ein Unternehmen, das durch die Digitalisierung den Anschluß verpasst hatte und im letzten Jahr einen Gesamtumsatz (nicht Gewinn!) von knapp über fünf Milliarden Dollar erzielt hatte!

Bringt Aktie von Gamestop Hedgfunds zum Kippen?

Bekanntlich ist Gamestop eine Aktie, die von Hedgefunds wie Melvin Capital massiv geshortet ist. Nach wie vor gibt es deutlich mehr geshortete Aktien als im free float vorhanden sind – vorgestern waren es noch, trotz Short-Squeeze, 139%! Das bedeutet für die Hedgfunds wie Melvin Capital, die ca. Assets von zwölf Milliarden Dollar besitzen, eine immense Gefahr: denn theoretisch kann die Aktie von Gamestop unendlich steigen, womit die Verluste für die Shorties eben auch potentiel unendlich sind. Bereits vorgestern mußte Melvin Capital durch eine Geldspritze von 2,7 Milliarden Dollar u. a. durch den Hedgefund Citadel gestützt werden.

Hinzu kommt, dass auch Market Maker/Broker in Gefahr geraten: durch den Überhang an Call-Optionen müssen diese Broker sich dadurch absichern, dass sie die Aktie von Gamestop physisch kaufen – was den Hebeleffekt nach oben noch verstärkt. Allerdings gibt es derzeit schlicht zu wenige Aktien, sodass nun eine Jagd nach den Aktien einsetzt, die noch dadurch verstärkt werden kann, dass die Short-Player zur Eindeckung ihrer Short-Position die Aktie zurück kaufen müssen, wenn sie die Position glattstellen wollen oder müssen! Stand heute sind mehr als 72 Millionen Aktien von Gamestop geshortet.

All das ist eine Folge einer Art „Flash Mob“: junge Trader verabreden sich zum Beispiel in dem subreddit wallstreetbets, um mit (aus dem Geld liegenden) Optionen die Aktie von Gamestop nach oben zu pushen – wissend um die Notlage jener Hedgefunds, die die Aktie geshortet haben. Geht der ungebremste Anstieg weiter, müssen diese Hegdefunds entweder schnell die Reißleine ziehen – was aber schwierig ist, weil der Pool an frei verfügbaren Aktien, die zurück gekauft werden könnten , derzeit gar nicht vorhanden ist – oder sie müssen andere (Long-)Positionen verkaufen, um einen Margin Call zu vermeiden. Der Verkauf von (Long-)Positionen zur Erhaltung der Marge dürfte auch der Grund für den zwischenzeitlichen Abverkauf der Wall Street am Montag gewesen sein, als die Indizes ohne Nachricht fast um drei Prozent gefallen waren!

Mit den Jung-Tradern ist damit eine Gruppe plötzlich zu einbem echten Faktor geworden! Nach dem Strum auf das Kapital folgt also nun der Sturm auf das Kapital! All das ist eine Folge der ultralaxen Geldpolitik der Notenbanken, die exzessive Spekulation geradezu ermuntern!

Bringt die Aktie von Gamestop Hedgefunds zum Kippen?

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Aktienmärkte 2021: Wie war es vor der Blase im Jahr 2000?

Die Aktienmärkte haben in den letzten Wochen unglaubliche Höhen erreicht, speziell in den USA mit der neuen Generation RobinHood: Das Wort Bubble (Blase) wird bei Google so oft angeklickt wie nie zuvor

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte haben in den letzten Wochen unglaubliche Höhen erreicht, speziell in den USA mit der neuen Generation RobinHood: Das Wort Bubble (Blase) wird bei Google so oft angeklickt wie nie zuvor. Vergleiche mit der Internet-Blase im Jahr 2000 drängen sich auf. Wie war es damals, hatte nicht auch schon Alan Greenspan Jahre zuvor (1996) von einem irrationalen Überschwang (Irrational Excuberance) gesprochen? Hier ein paar interessante Reminiszenzen aus dieser Zeit, zu der die jungen Wilden von heute in der Mehrzahl noch in den Kindergarten oder zur Schule gingen.

Aktienmärkte or dem Jahr 2000: Eine Hausse (Blase), die vieles in den Schatten stellte

Was waren die Endneunziger für eine wilde Zeit! Betrachten wir hier die amerikanischen Aktienmärkte (die Zeit des Neuen Marktes wäre eine weitere Geschichte). Nach einer Kursverdreifachung von 1985 bis 1994 stieg der S&P 500 im Jahr 1995 um weitere 34 Prozent, die Anlegergrößen fingen an, sich über die Indexsteigerungen Gedanken zu machen. So wie Hedgefondsmanager Ray Dalio: „Ich denke, wir nähern uns einer Blow-off-Phase des US-Aktienmarkts“, der diese Bedenken diese gegenüber der Wirtschaftszeitung Pension & Investments äußerte. Sein bekannter Kollege von Fidelity, Peter Lynch, wiederholte diese Einschätzung in einem Artikel im Worth Magazine im Jahr 1995 und sprach von der Sorglosigkeit der Investoren.

Trotz dieser prominenten Warnungen stieg der Leitindex 1996 um weitere 23 Prozent – und in den Medien stand zu lesen: „Jeder Cocktailparty-Gast und Taxifahrer möchte nur über heiße Aktien und Fonds sprechen.“ Und wieder warnte ein bekannter Fondsmanager: „Wir wissen, dass die derzeitige Manie schlecht enden wird, aber wir wissen nicht wann.“

1997 stiegen die Kurse der Aktienmäkte dennoch weiter, der S&P 500 um weitere 33 Prozent und auch der Nasdaq um 22 Prozent. Dies rief den nächsten prominenten Hedgefondsmanager, George Soros, auf den Plan, der beschloss massiv gegen die US-Technologiewerte zu wetten.

Die Kurse stiegen aber auch 1998 weiter, der S&P 500 um weitere 27 Prozent, der Nasdaq 100 kam so richtig ins Laufen mit 85 Prozent plus.

Der Starinvestor, der im gleichen Jahrzehnt die Bank of England in die Knie gezwungen hatte, verlor mit seiner Wette gegen die Internetwerte 700 Millionen Dollar. Amazon und Yahoo begangen zu rennen und ein Sprecher des Quantum-Fonds musste eingestehen, zu früh auf das Platzen der Internetblase gesetzt zu haben.

Im Jahr 1999 erreichte die Spekulation der Aktienmärkte fast ihren Höhepunkt – und der Nasdaq schoss noch einmal um 102 Prozent nach oben.

Hier die gewaltige Performance der Aktienindizes, beim Nasdaq bedeutete diese jährliche Performance eine Steigerung von 407 Punkten (Ende 1994) auf knapp 5000 Punkte im Jahr 2000.

Aktienmärkte: Die Blase Ende der 1990er-Jahre

Selbst ein Warren Buffett lag zu dieser Zeit jährlich um 15 Prozent hinter dem Nasdaq zurück. Er wurde sehr kritisiert und schon abgeschrieben, weil er so starke Zweifel an der Überlebensfähigkeit der Hightech-Titel geäußert hatte – ähnlich wie derzeit.

Der historische Einbruch

Wie immer in Endphasen einer Hausse der Aktienmärkte wurden die Bedenken beiseite gewischt und es wagten überproportional viele Unternehmen den Weg an die Börse. 1999 und in der ersten Phase des Jahres kam es zu 819 Börsengängen, das Daytrading wurde zur Mode, für das nicht wenige ihren Job aufgaben.

Der Auslöser für den großen Einbruch ab März 2000 war börsentypisch: Fedchef Greenspan hatte allein von 1999 auf 2000 die US-Leitzinsen von 5,5 auf 6,5 Prozent angehoben und offen Zweifel an den Bewertungen und der Fähigkeit der Dotcom-Stars geäußert, ihre Schulden zu bedienen. Es kam zu einer Reihe von Bilanzskandalen, vielen Insolvenzen und einem gigantischen Ausverkauf des Marktes. Bis Oktober 2002 war der NASDAQ um 75 Prozent von seinem Höchststand gefallen, er gab alle Gewinne in der Blase ab und der Einbruch brachte den Index wieder auf das Niveau von 1996 zurück.

Dennoch: Die Indizes kollabierten zwar in den Jahren 2000 bis 2002, aber die Renditen von 1994 bis 2002 konnte sich dennoch sehen lassen. Die großen Verluste entstanden bei denjenigen, die spät in die Aktienmärkte eingestiegen waren und natürlich bei denen, mit dem berühmten „Margin Debt“ oder die am Optionsmarkt tätig waren.

Die Verluste der Aktienmärkte nach Platzen der Blase

Was man aus dieser Übersicht auch ablesen kann, dass sich nach jeder Blase immer wieder Value durchgesetzt hat.

Wann ist eine Blase eine Blase?

Star-Fondsmanager Ray Dalio, David Lynch, Howard Marks, Seth Klarman, George Soros und Warren Buffett hatten alle die Blase der Aktienmärkte entdeckt und die Anleger vor den Gefahren gewarnt. Aber ihre Warnungen kamen zu früh. Von 1995 bis zum Höhepunkt im Jahr 2000 lagen Anleger, die internationale Aktien, Value-Aktien, Anleihen oder Rohstoffe in ihren Depots bevorzugten, um mehr als 20 Prozent pro Jahr hinter dem Technologieindex zurück.

Bereits im Jahr 2002 hatte sich das Bild gewandelt, das von mir schon oft erwähnte, weil über Jahrzehnte feststellbare „Reversion to the Mean“ hatte wieder zugeschlagen. Value-Aktien lagen wieder vorne und auch die Anleihen.

Eine ähnliche Situation finden wir auch heute vor: Wer ist nicht schon bei einer Tesla nach deren Durchstarten über 200 Dollar ins Grübeln gekommen, oder bei vielen anderen Tech-Aktien. „Fear of Missing out“ gilt für Privatanleger genauso wie für Institutionelle.

Es dürfte Managern schwerfallen, eine bevorstehende Blase überzeugend darzustellen, wenn Anleger nur einen Markt sehen, der sich ständig nach oben schraubt.

Auf der anderen Seite hat die frühzeitige Vorhersage einer Baisse nachteilige Auswirkungen, wenn der Vermögensverwalter zu vorsichtig agiert. Seine Kunden wollen keine Gebühren zahlen, um ihr Geld jahrelang parken zu lassen (speziell im Umfeld von Negativrenditen), während Privatanleger, wie die RobinHooder sich im Markt tummeln und mit überlegenen Renditen prahlen – selbst wenn man weiß, dass die Blase irgendwann platzen muss.

Die Geschichte zeigt jedoch, dass kein Marktzyklus ewig dauern kann, die Schwerkraft zwingt jeden Bullenmarkt in die Knie. Aber die Preiskomponente gibt keine Sicherheit über das Ende und das Platzen der Bubble, zumal wir eine absolut ungewöhnliche Situation haben, für die es keine Blaupause gibt. Eine (noch) marginalisierte Anleiheklasse als Konkurrenz zu den Aktien (der wohl größte Unterschied zu 2000), Notenbanken, die stets weiter Geld ins System pumpen und eine Wirtschaft, die per Lockdown und nicht aus Nachfragegründen in die Knie gezwungen wird. Wieder einmal wissen heute Investoren, dass Aktienmärkte teuer und in manchen Bereichen sogar irrational teuer sind.

Dieses Verhältnis von Growth zu Value-Aktien hat zumindest bis vor wenigen Wochen bereits das Niveau von 1999 erreicht und tendiert in Richtung Dotcom-Blase. Die Warnzeichen leuchten überall und es wird demnächst wohl eine erste Bereinigung geben, bei einer derart hohen Call-Spekulation genügt bereits ein kleiner Anlass, wie zum Beispiel eine kleine verbale Äußerung durch die Fed heute, durch die US-Börsenaufsichtsbehörde oder durch eine Überraschung in der Berichtssaison. Aber für das Platzen der Gesamtmarktblase bedarf es meiner Meinung nach erst einer Änderung der Konkurrenzsituation Aktien – Anleihen (Aktienmärkte 106 Billionen Dollar, Staatsanleihen über 60 Billionen Dollar plus Unternehmensanleihen), wo über 30 Billionen Dollar an Zinspapieren immer noch mit einer negativen Realrendite notieren. Das war im Jahre 2000 nicht der Fall.

Was bedeutet das für die Gegenwart?

Sollte es wieder einen Mega-Crash für die Tech-Werte à la 2000 bis 2002 geben, würden die Gewinne des Nasdaq gewaltig abschmelzen, von den 1100 Prozent Kurssteigerung bliebe aber noch einiges übrig. Aber sicher nichts für die Späteinsteiger, was die Mehrheit sein dürfte und erst recht nichts für die gehebelten Depots der RobinHooder. Noch ist es nicht soweit und es bestünde auch die Chance rechtzeitig das Risiko zu begrenzen. Aber eines hat bisher fast jede Hausse der Aktienmärkte gezeigt: Wenn es so richtig läuft, wird man nicht bescheiden und kurssichernd, sondern gierig. Wobei wir wieder bei dem wohl bekanntesten Bonmot von Warren Buffett wären..

Fazit

Dieser Rückblick zeigt, wie schwer es ist, in gewissen Marktphasen der Aktienmärkte ruhig zu bleiben und aber auch investiert, „zu tanzen solange die Musik spielt, aber immer in der Nähe des Ausgangs“, wie ein Spruch des Citigroup-Chefs Chuck Prince vor der Finanzkrise lautete. Vor allem nicht den Fehler zu machen zu Zeiten von Euphorie, mit „Options und Margin Debt“ zu operieren. „Leverage kills“, sagen die erfahrenen Hasen.

Außerdem ist es leicht für Außenstehende und Analysten, die kein Depot betreuen, cool zu bleiben und ständig die zweifellos vorhandenen Warnsignale zu verkünden. Aber was heißt das für Fondsmanager, die im Wettbewerb zur Benchmark stehen und daran gemessen werden – heute durch die Exchange Traded Funds mehr denn je? Wo die „Fear of Missing Out“ brutal zuschlägt!

Aufgrund all der beschriebenen Imponderabilien könnte tatsächlich die alte Kostolany-Strategie des „Buy and Hold“ Wiederauferstehung feiern.

Haben wir es doch im Jahr 2020 in brutaler Form erleben müssen: Vom 20. Februar ging es bis zum 23. März im Sturzflug um 33 Prozent beim S&P 500 nach unten, aber bereits am Tag darauf wieder um 9,4 Prozent nach oben, in drei Tagen um 17 Prozent. Wem war es hier gelungen rechtzeitig hinaus aber aber auch wieder in den Markt hinein zu gelangen? Die ganzen Hedgefonds-Strategien mit Einsatz von Algorithmen und künstlicher Intelligenz haben zu einem geführt, zu mehr Umsatz, aber nicht zu mehr Gewinn. „We are in a bubble, but it’s a logical bubble“, (Mohamed-El-Erian: Notenbanken und TINA), oh wie wahr, aber wann wird sie platzen?

Parallelen? Die Aktienmärkte heute und die Blase vor dem Jahr 2000?

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Gamestop, Elon Musk und die Fed! Videoausblick

Markus Fugmann

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Gestern war Gamestop die meist gehandlte Aktie an der Wall Street, nachdem nun auch Elon Musk mit einem Tweet den Hype noch einmal hat eskalieren lassen. Nachbörslich explodierte daraufhin die Aktie von Gamestop – und bringt damit Hedgefunds, de die Aktie geshortet haben, in große Schwierigkeiten. All das aber ist Ausdruck dessen, was vor allem die Fed mit ihrer Geldpolitik angerichtet hat: sie befeuert solche exzessiven Spekulationen und behauptet dabei, es gehe ihr mit ihren Interventionen um das reibungslose Funktionieren von Märkten. Wird die US-Notenbank heute vor solchen Exzessen wie bei Gamestop warnen? A propos Exzess: heute die Zahlen von Tesla, Apple und Facebook im Fokus (wir berichten dazu heute Abend ab 22Uhr bei finanzmarktwelt.de)..

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