Folgen Sie uns

Aktien

Commerzbank DB-Fusion: Zwei Gründe, warum es kein Zurück mehr gibt

Veröffentlicht

am

Der folgende Text ist eine rein subjektive Meinung! Also, zur Sache. Die Deutsche Bank kann eigentlich nicht mehr zurück. Nach trostlosen Jahren unter Anshu Jain sowie dem tristen Sanierer von der Insel (wer kennt noch seinen Namen?) versucht nur der sachliche Bankkaufmann Christian Sewing sein Glück an der Spitze der Deutschen Bank. Die angedachte Fusion mit der Commerzbank ist seit Jahren der einzige Hoffnungsschimmer für die DB. wie traurig. Nicht tolle Geschäfte, sondern noch „eine weitere Fusion“ bringt Hoffnung in die Bude.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Wir hatten bereits darüber geschrieben. Die Deutsche Bank ist das Paradebeispiel dafür, dass Zukäufe und Fusionen zum Zwecke des „Immer größer werden“ nicht automatisch ein gutes Ende finden. Bankers Trust gekauft, Morgan Grenfell gekauft, Postbank gekauft, Sal Oppenheim gekauft. Und trotzdem ist die Deutsche Bank ein Rendite-Desaster, und im Investmentbanking auch keine Profit-Fabrik wie die Konkurrenten aus dem Ausland. Aber die merkwürdige Hoffnung ist da, dass durch die Fusion mit der Commerzbank nun endlich alles besser wird. Bei der CoBa schön massiv Stellen streichen und runter mit den Kosten, und dann durch einen Riesen-Zuwachs im Mengengeschäft die Gewinne hochschrauben? Das scheint die Hoffnung zu sein.

Commerzbank muss „in gute Hände“ kommen

Ist die DB für die Commerzbank ein guter Ehepartner? Es geht wohl eher darum, was die Politik denkt, was gut und richtig für die Commerzbank ist, beziehungsweise für das deutsche Finanzsystem. Jüngst tat die Berliner Politik ja alles um so zu tun, dass die mögliche Fusion eine rein privatwirtschaftliche Sache sei. Man halte sich da raus. Dabei ist es in Berlin und Frankfurt ein offenes Geheimnis, dass der ehemalige Goldman Sachs-Chef in Frankfurt Jörg Kukies, der seit dem Amtsantritt von Olaf Scholz Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, diese Fusion hinter den Kulissen vorantreibt.

Aber nochmal ein Schritt zurück. Seit Monaten haben die Gerüchte immer weiter zugenommen, dass Commerzbank und Deutsche Bank über eine Fusion sprechen. Aber erst vor genau vier Wochen gab es dazu die offizielle Bestätigung. Seit dieser offiziellen Verkündung lief die CoBa-Aktie besser als die Aktie der Deutschen Bank. Und seit Jahresanfang, wo die Gerüchte so langsam aufkamen, hat die CoBa im Kurs um satte 42% (! ! !) zugelegt.

Von 5,70 auf 8,08 Euro, das ist ein guter Trade gewesen für jemanden, der im Januar eingestiegen ist. Auf lange Sicht aber ist dieser Anstieg im Chart kaum wahrnehmbar. Noch schlimmer ist die Lage beim Betrachten dieses Charts, der bis 2015 zurückreicht. 2016 lag das Tief in der Commerzbank-Aktie bei 5,20 Euro. Ende 2018 wurde dieses Tief fast wieder erreicht. Die Fusionsgerüchte mit der DB brachten die Kurswende für die Aktie. Der Markt preist positive Ereignisse immer schon mit Gerüchten und Erwartungen vorher in die Kurse ein.

Was, wenn nun die Fusion abgesagt wird? Die Phantasie wäre weg, und der Kurs würde einbrechen. Das kann sich die Commerzbank kaum leisten. In der Banken-Szene ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Frankreich und den Niederlanden durchaus Banken geben soll, die Interesse daran hätten die Commerzbank relativ günstig zu schießen. Aber wohl am Ehesten könnte die italienische UniCredit bereit stehen als Käufer. Und das wäre wohl ein absolutes No Go für die Berliner Politik. Man sehe nur, zu was für einer leeren Hülle die Italiener die HypoVereinsbank gemacht haben, die einst eine der vier großen deutschen Banken war. Ein ähnliches Schicksal könnte der Commerzbank als UniCredit-Außenstelle bevorstehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Bundesregierung dies nach Möglichkeit vermeiden will, im Sinne der finanziellen Staatsraison. Die Commerzbank selbst kann einen erneuten Kurseinbruch nicht brauchen, falls die DB-Fusion abgesagt wird. Durch den zuletzt immer weiter gestiegenen Aktienkurs wird nun auch die Fallhöhe nach einem Scheitern immer höher. Halten sich potenzielle ausländische Käufer danach erstmal zurück, könnte der CoBa-Kurs schön in die Tiefe rauschen. Dann könnten sie einen Anlauf nehmen für ihre Schnäppchenjagd. Und das kann die Berliner Politik kaum wollen. Olaf Scholz hat mit dem 15%-Anteil an der Commerzbank ein gewichtiges Wort mitzureden bei der letztlichen Entscheidung. Man darf durchaus vermuten, dass bei Problemen in den Fusionsgesprächen ein „nettes“ Machtwort des 15%-Eigentümers erfolgt. Los, seht zu, zieht die Fusion durch.

Commerzbank Handelssaal
Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE zum Start an der Wall Street – Quartalszahlen im Fokus

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich aktuell zum Start an der Wall Street. Auch heute sind die Quartalszahlen der US-Konzerne im Fokus. Sie werden jetzt im Detail besprochen.

weiterlesen

Aktien

Aktuell: Continental mit Ad hoc-Info zu Abschreibungen, Verlusten und Spin Off

Veröffentlicht

am

Continental steht als Autozulieferer bereits seit Monaten voll im Orkan namens Autokrise. Jetzt gibt es eine Ad hoc-Mitteilung von Continental und eine Info zum Spin Off eines Teils des Unternehmens, um diesen Teil separat an die Börse bringen zu können. Vorab die Info: Die Continental-Aktie steigt aktuell dank dieser Infos von 120,47 Euro auf jetzt über 123 Euro! Zuerst zur den Abschreibungen. Hier der wichtigste Teil der Veröffentlichung im Wortlaut:

Im Rahmen ihres jährlichen Planungsprozesses wird die Continental AG im dritten Quartal 2019 Wertminderungen von rund 2,5 Milliarden Euro berücksichtigen. Wertminderungen resultieren im Wesentlichen aus der Annahme der aktuellen Geschäftsplanung, dass sich die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden fünf Jahren (2020-2024) nicht wesentlich verbessern wird. Basierend auf dieser und anderen Annahmen sind Wertminderungen in den Divisionen Chassis & Safety, Interior und Powertrain in Höhe von 724 Millionen Euro, 1,537 Milliarden Euro, bzw. 244 Millionen Euro vorzunehmen. Der wesentliche Teil der jetzt zu mindernden Werte geht auf Akquisitionen vor 2008 zurück.

Insbesondere werden die Wertminderungen und Restrukturierungsrückstellungen zu einem negativen Wert des berichteten EBITs für das dritte Quartal 2019 führen. Gleiches gilt für das den Anteilseignern zuzurechnende Konzernergebnis für das dritte Quartal 2019 und für das Geschäftsjahr 2019. Continental erwartet durch diese Wertminderungen und Restrukturierungsrückstellungen jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019.

Und nun zum Spin Off. Hier Continental vollständig im Wortlaut:

Der Vorstand der Continental AG hat beschlossen, die Vorbereitung eines möglichen Teilbörsenganges von Vitesco Technologies (jetzige Division Powertrain) nicht mehr länger zu verfolgen. Stattdessen wird nun allein eine Abspaltung von 100 Prozent von Vitesco Technologies mit anschließender Börsennotierung – ein sogenannter Spin-Off – angestrebt. Die Zustimmung des Aufsichtsrats der Continental AG vorausgesetzt soll der geplante Spin-Off am 30. April 2020 der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Continental Gebäude
Foto: © Continental AG

weiterlesen

Aktien

Bayer startet neue Innovationsoffensive

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

DAX-Unternehmen werden häufig als schwerfällige Dickschiffe wahrgenommen, die längst an Innovationsgeist verloren haben und nur noch wegen ihrer schieren Größe erfolgreich bleiben. Daran ist wahr, dass sich große Strukturen mit ihren beamtenähnlichen Stabsabteilungen nur langsam verändern lassen. Doch es geht auch anders. Das zeigen uns viele große Unternehmen immer wieder. Beispiel: Bayer ist ein Schwergewicht in der Gesundheits- und Agrarwirtschaft. Rund 117.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen. Um flexibel und innovativ zu bleiben, ist bei dieser Größe manchmal allerdings ein bisschen Schwung von außen hilfreich. Und den holt sich Bayer immer wieder ins Haus. So gründet Bayer gemeinsam mit Arvinas ein Joint Venture namens Oerth Bio. Arvinas ist ein Biotechunternehmen aus den USA, das eine neue Klasse von Medikamenten entwickelt, die das körpereigene natürliche…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen