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Commerzbank entläßt 9600 Mitarbeiter und streicht Dividende – wegen „Automatisierung“..

FMW-Redaktion

Jetzt ist es also offiziell: die Commerzbank wird 9600 Mitarbeiter (ca. 20% der gesamten Belegschaft) entlassen im Rahmen eines heute bestätigten „Restrukturierungsprogramms“. Gleichzeitig kündigte Commerzbank-CEO Martin Zielke an, die Dividende auf absehbare Zeit zu streichen. Zuvor hatten bereits Medien kolportiert, dass Mitarbeiter entlassen werden würden – zunächst war die Rede von 5000 Mitarbeitern, dann, so gestern das mehrfach ausgezeichnete Finanzmedium „BILD“, von 9000 Mitarbeitern.

Und so lauten die wichtigsten Sätze der ad hoc-Mitteilung der Commerzbank:

„Die Commerzbank wird bis Ende 2020 ihre Profitabilität nachhaltig erhöhen. Im Rahmen der Strategie „Commerzbank 4.0“ wird sie sich konsequent auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren, 80 % ihrer relevanten Prozesse digitalisieren und dadurch signifikante Effizienzgewinne realisieren.“

„Die Fokussierung aufs Kerngeschäft und die damit einhergehende Aufgabe einzelner Geschäftsaktivitäten sowie die Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen werden zu einem Stellenabbau in Höhe von rund 9.600 Vollzeitkräften führen. Die Bank wird zeitnah die vorbereitenden Gespräche mit den entsprechenden Arbeitnehmergremien aufnehmen. Gleichzeitig werden rund 2.300 neue Stellen in Wachstumsfeldern entstehen. Damit beläuft sich der Netto-Stellenabbau auf rund 7.300 Vollzeitkräfte.

Zur Finanzierung der Restrukturierungskosten von rund 1,1 Milliarden Euro wird die Commerzbank vorerst keine weiteren Dividendenzahlungen vornehmen und ihre Ergebnisse in die Gewinnrücklage einstellen.“

Also fallen für den Stellenabbau sowie die Restrukturierungen erst einmal 1,1 Milliarden Euro an Kosten an – autsch! Und der Satz „Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen werden zu einem Stellenabbau in Höhe von rund 9.600 Vollzeitkräften führen“ spricht Bände! Wir leben in einer Revolution der Automatisierung – und haben es noch nicht so richtig bemerkt..

Aber 2020 soll dann alles besser werden, so die Coba – nur wie? Weil Mario D. dann den Leitzins auf 10% angehoben haben wird und es endlich wieder Margen gibt für Banken durch die „Fristentransformation“?

Das bleibt wohl das Geheimnis unserer Mittelstandsbank. Der Aktienkurs der Coba jedenfalls dreht ins Minus (gegen den Dax-Trend), weil vor allem der Wegfall der Dividende schmerzt (man wollte ursprünglich eigentlich 30 Cent pro Aktie zahlen). Die Entlassungen sind natürlich „egal“. Es werden ja andernorts 2400 neue Stellen geschaffen – vermutlich für einige Algorithmen mit Arbeitsplatz in Timbuktu..:

commerzbank290916



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