Die Commerzbank hat heute früh ihre Quartalszahlen vorgelegt. Hier der Blick auf die wichtigsten Kennzahlen mit Einordnung. Der Umsatz (Ertrag) steigt im Jahresvergleich von 2,74 auf 2,94 Milliarden Euro. Der Gewinn (Operatives Ergebnis) steigt im Jahresvergleich von 886 Millionen auf 1,05 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis sinkt von 642 auf 591 Millionen Euro (erwartet 627).
Der Zinsüberschuss sinkt im Jahresvergleich leicht von 2,048 auf 2,044 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr erwartet die Commerzbank jetzt 8,2 Milliarden Euro (bisher erwartet 8,1). Die harte Kernkapitalquote sinkt von 14,8 % auf 14,7 %. Die Aktie liegt bei Tradegate heute früh 0,18 % im Minus.
Commerzbank-Ausblick
Im Zuge der Quartalszahlen hat die Commerzbank auch den Ausblick für das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht. Hier im Wortlaut: Die Commerzbank bestätigt ihr Gewinnziel für das Gesamtjahr 2025. Sie erwartet ein Nettoergebnis von rund 2,9 Mrd. Euro vor Restrukturierungsaufwendungen. Nach Abzug der Restrukturierungsaufwendungen rechnet die Bank mit einem Nettoergebnis von rund 2,5 Mrd. Euro. Der Ausblick hängt dabei weiter von der Entwicklung in Russland sowie den Belastungen bei den Fremdwährungskrediten der mBank ab.
Die Bank rechnet im Gesamtjahr mit einem höheren Zinsüberschuss als noch im Sommer. Es wird ein Überschuss von rund 8,2 Mrd. Euro erwartet. Zuvor hatte die Bank mit einem Zinsüberschuss in Höhe von rund 8,0 Mrd. Euro gerechnet. Für den Provisionsüberschuss geht die Commerzbank von einem Wachstum um rund 7 % aus. Auch das Ziel für die Cost-Income-Ratio von rund 57 % bestätigt sie. Das Risikoergebnis sieht die Bank nun bei weniger als 850 Mio. Euro für das Gesamtjahr, nachdem sie zuvor mit rund 850 Mio. Euro kalkuliert hatte. Die CET-1-Quote erwartet die Commerzbank zum Jahresende weiterhin bei mindestens 14,5 % nach der geplanten Kapitalrückgabe an die Aktionärinnen und Aktionäre sowie nach Restrukturierungsaufwendungen. Die Commerzbank blickt sehr positiv auf das Geschäftsjahr 2026 aufgrund eines höheren Zinsüberschusses und Rückenwind aus dem makroökonomischen Umfeld.
Für das Geschäftsjahr 2025 strebt die Commerzbank unverändert an, 100 % des Nettoergebnisses vor Restrukturierungsaufwendungen und nach Abzug von Additional-Tier-1-(AT-1-)Kuponzahlungen an ihre Aktionärinnen und Aktionäre zurückzugeben. Für die Jahre 2026 bis 2028 plant die Bank eine Ausschüttungsquote von 100 % des Nettoergebnisses nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen – abhängig von der erfolgreichen Umsetzung der Strategie, dem makroökonomischen Umfeld sowie der Zustimmung von Europäischer Zentralbank und Finanzagentur zu entsprechenden Aktienrückkäufen. Die Kapitalrückgabe an die Aktionärinnen und Aktionäre soll kontinuierlich steigen.
Bloomberg-Einordnung
Bloomberg News ordnet die Quartalszahlen der Commerzbank wie folgt ein: Die Commerzbank hat ihren Ausblick für den Zinsüberschuss im Gesamtjahr angehoben – wobei die Konzernergebnisse des dritten Quartals hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben sind, vor allem wegen einer höheren Steuerquote. Der Zinsüberschuss soll 2025 nun rund 8,2 Milliarden Euro betragen, wie das Frankfurter Institut am Donnerstag mitgeteilt hat. Zuvor hatte die Bank 8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Der Gewinn im dritten Quartal ist um 7,9% auf 591 Millionen Euro gesunken und blieb damit unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 626,5 Millionen Euro. Die Commerzbank bestätigte zugleich ihre Prognose für den Jahresüberschuss.
Vorstandschefin Bettina Orlopp steht unter Druck, die Tragfähigkeit ihrer Strategie zu beweisen – die Rentabilität zu steigern und zugleich die Ausschüttungen an die Aktionäre zu erhöhen. Sie verteidigt die Bank weiterhin gegen die unerwünschte Annäherung des italienischen Konkurrenten UniCredit. Während der Rückenwind durch höhere Zinsen nachgelassen hat, dürfte der geplante Anstieg der deutschen Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur der Commerzbank zugutekommen.
Seit Orlopp im Oktober 2024 ihr Amt übernommen hat, hat sich der Aktienkurs der Commerzbank nahezu verdoppelt. Nur wenige Wochen zuvor hatte UniCredit eine große Beteiligung an der Bank offengelegt und erklärt, eine Übernahme in Erwägung zu ziehen. Der gestiegene Unternehmenswert und der Widerstand der deutschen Regierung gegen eine Übernahme haben den italienischen Kreditgeber dazu veranlasst, seine Entscheidung über das weitere Vorgehen vorerst zu vertagen.
FMW/Bloomberg
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Die Commerzbank wird bald von der UniCredit übernommen…feindliche Übernahme!
Die UniCredit möchte dann …bei der kommenden Eurorettung… als neue „Commerzbank 2.0 “ leichter an deutsche Steuergelder kommen…
Das ist der ganze Grund. Am Geschäftsmodell ….der jetzigen Commerzbank… ist man weniger interessiert…
Die UniCredit hält in ihrem Portfolio nämlich über 500 Milliarden Euro an Staatsanleihen der PIIGS…vor allem mit italienischen Staatsanleihen hat die Bank sich vollgesogen..
Die Bestände an Staatsanleihen muss übrigens jede Bank bei einem EZB Stresstest veröffentlichen..
Das Italien mit einer Staatsverschuldung von knapp 135 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt massiv gefährdet ist…steht außer Frage..
Jüngst konnte man mit dem Corona Hilfsfonds… von knapp 200 Milliarden Euro.. aus EU/EZB Gelder noch massive Probleme überdecken…aber irgendwann ist das Geld aufgebraucht…
Und ob man nochmals die EU anzapfen kann…sei dahingestellt…
Übrigens Deutschland und Frankreich bekamen bei der Verteilung der Corona Gelder fast nichts…