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Aktien

Commerzbank schutzlos – liebe Zocker, jetzt wird es spannend

Claudio Kummerfeld

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am

Meine Güte. Was für ein Zufall. Zeitgleich kommen Deutsche Bank und Commerzbank zu dem Schluss, dass eine Fusion für die jeweilige Seite keinen Sinn machen würde. Dabei klingen die offiziellen Texte doch sehr, sehr ähnlich. Vorhin hatten wir schon über den Text der Deutschen Bank berichtet (hier klicken).

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Die Commerzbank sagt aktuell Zitat:

„Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen. Für uns war aber von Anfang an klar: Mit einem Zusammenschluss müssten wir höhere und nachhaltigere Renditen für unsere Aktionäre erreichen und die Leistungen für unsere Kunden verbessern können“, sagt Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. „Nach gründlicher Analyse sind wir zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit der Deutschen Bank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde – auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen.

Ich persönlich war in den letzten Tagen davon ausgegangen, dass die Fusion kommen würde. Eigentlich hätte es doch kein Zurück mehr geben können. Aber so kann man sich irren. Denn die finanzielle Staatsraison in Deutschland „gebietet“ diese Fusion ja fast schon zwingend. Mit der HypoVereinsbank und der Dresdner Bank waren schon zwei der vier großen deutschen Banken de facto verschwunden. Jetzt, wo die Deutsche Bank wohl eher der Commerzbank eine Abfuhr erteilt hat, steht vor allem die Commerzbank schutzlos da, ohne großen starken Partner.

Die Bundesregierung hält zwar 15% an der Commerzbank, und ist damit wichtiger Ankter-Aktionär. Das muss aber nicht viel bedeuten. Es wäre dem Steuerzahler kaum zu erklären (Gedankenspiel), dass der Staat seinen Anteil erhöht, um die Commerzbank vor einer ausländischen Übernahme besser zu schützen. Die Spatzen pfeifen es schon seit Monaten von den Dächern. Ausländische Banken (Frankreich, Niederlande, Italien) könnten sich mal eben im Vorbeigehen per Aktientausch oder Cash-Kauf die Commerzbank einverleiben.

Commerzbank nun leichte Beute?

Der Kurs der Commerzbank-Aktie liegt heute mit 2,5% im Minus, die DB-Aktie nur mit 0,16%. Die Commerzbank hat jetzt nur noch einen Börsenwert von 9,8 Milliarden Euro. Gut, im Dezember hätte man die ganze Bank für gerade mal 6,3 Milliarden Euro kaufen können, weil der Kurs noch viel tiefer lag. Aber hey, so einen großen Brocken wie die Commerzbank, quasi der Mittelstandsfinanzierer in Deutschland mit riesigem Filialnetz als potenziellem Vertriebskanal, das alles kaufen für schlappe 10 Milliarden Euro.

Da ist es mehr als naheliegend, dass potenzielle Käufer wie UniCredit, BNP oder sonstige Banken sich nun warm laufen. Auch die Hypo konnte sich die UniCredit damals günstig reinziehen. Und nun ist die Hypo als Cash Cow-Außenstelle nördlich der Alpen eine tolle Sache für die Italiener. Bald auch die CoBa, wenn man sie denn flott gemacht bekommt?

Vor allem Deutsche Bank-Chef Christian Sewing dürfte mit dieser Absage der Fusion womöglich in Ungnade fallen bei Mutti und ihrem Finanzminister Olaf Scholz. Die Bundesregierung wünscht sich (offenes Geheimnis in Berlin und Frankfurt) nicht nur in der Industrie, sondern auch im Bankensektor „Nationale Champions“. Jetzt droht auch die dritte der vier großen Banken als unabhängiger Anbieter zu verschwinden, und die Deutsche Bank steht auch ohne Vision/Konzept da.

Für Aktien-Zocker kann das heißen: Vor allem ein Auge werfen auf die Aktie der Commerzbank. Hier könnte es (wann genau, weiß man als Außenstehender ja nicht) zu Kursausschlägen kommen, wenn ausländische Interessenten mit voller Portokasse den Laden schlucken möchten. Wäre da noch ein satter Kursaufschlag für die bisherigen Aktionäre drin?

Commerzbank Handelsraum Frankfurt
Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    25. April 2019 15:53 at 15:53

    Ich persönlich kann diese Fusion nicht befürworten, und bin daher froh über die Absage. Alleine schon aus Gründen des „too big to fail“ kann und darf ein solcher Zusammenschluss weder mit der DB oder einem ausländischen Konkurrenten niemals genehmigt werden! Es heißt doch immer das man niemals mehr vor dieser Problematik stehen will das der Steuerzahler Banken retten muss, also muss man im Umkehrschluss sämtliche Fusionen zu noch größeren Einheiten vermeiden.

    Das europäische Bankensystem muss endlich kern saniert werden, aber dazu müsste mann die Banken erstmal rekapitalisieren. Dass hätte man nach der Finanzkrise machen sollen.

  2. Avatar

    Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    25. April 2019 20:12 at 20:12

    Für den internationalen Zahlungsverkehr braucht man keine Banken ! Auf Banken verzichten wir schon seit Jahren. Aber da die Uhren in Euroeuropa anderst gehen … in diesem Sinne,

    Vorwärts nimmer Rückwärts immer – Euer Erich –

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Aktien

Optionen: Experte Jens Rabe erklärt, wie sie funktionieren!

Redaktion

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Optionen sind in den letzten Monaten immer wichtiger geworden für das Geschehen an den Aktienmärkten – das gilt ganz besonders für die Kursentwicklung einzelner Aktien wie etwa Apple, Amazon oder Tesla. Vor allem Wetten auf steigende Kurse (Calls) sorgten für einen Höhenflug der US-Tech-Werte: Broker, die diese Optionen an Kunden verkauften, mussten das entsprechende underlying (also etwa die Aktie von Apple etc.) kaufen, um sich gegen eigene Risiken abzusichern – so konnte aus meist eher kleinvolumigen Käufen schnell eine Hebelwirkung entstehen, die für eine spektakuläre Rally der US-Tech-Werte und des Nasdaq sorgte. Es sind dabei in den USA vor allem (kleine) Privatinvestoren, die mit Optionen massiv auf steigende Kurse zocken.

Folgenes Schaubild zeigt, wie aus einem Kauf von Optionen (Calls) auf die Amazon-Aktie im Volumen von 1500 Dollar letztlich Käufe der Amazon-Aktie von 230.000 Dollar resultieren:

Optionen und die Rally von US-Tech-Aktien

Optionen – wie funktionieren sie?

Optionen – das ist zunächst zentral – haben nichts mit den in Deutschland sehr beliebten Optionsscheinen zu tun. Optionsscheine wie auch CFDs sind in den USA verboten, daher greifen Spekulanten in Übersee neben Futures, ETFs und dem direkten Investment in Aktien verstärkt auf Optionen zurück. Wer verstehen will, was an der Wall Street wirklich gespielt wird, sollte sich daher mit Optionen und ihrer Handhabung beschäftigen!

Dafür jedoch braucht man ein gewisses know-how. Vor allem sollte man wissen, dass die Volatilität eine zentrale Rolle spielt, inbesondere die „implizite Volatilität„:

„Während die historische Volatilität die Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder Rohstoffs in der Vergangenheit angibt, ist die implizite Volatilität ein Maßstab für die Markterwartungen an die künftige Volatilität.“

Daneben gibt es Begriffe wie „im Geld“ oder „aus dem Geld“. Dirk Schuhmanns hat dieses Prinzip als ein maßgeblichen und wahrscheinlich bewußt inszentierten Treiber etwa für den Höhenflug der Aktie von Tesla ausgemacht – und zeigt, wie oben im Schaubild anhand der Amazon-Aktie dargestellt, wie das in der Praxis funktioniert:

„Das Prinzip dahinter ist, Call-Optionen kurzer Laufzeit relativ weit aus dem Geld zu kaufen, also mit Ausübungspreisen oberhalb des aktuellen Kurses. Diese Optionen sind günstig und der Optionsverkäufer muss nur wenige Aktien kaufen, um sein Risiko abzusichern. Jetzt braucht es noch eine Zündung des Gemisches. Irgendetwas muss dafür sorgen, dass der Aktienkurs überhaupt erst einmal zu steigen beginnt. (..) Doch wenn der Aktienkurs steigt und sich dem Ausübungspreis der gekauften Optionen nähert, müssen die Market Maker als Verkäufer der Optionen immer mehr Aktien nachkaufen, um ihr steigendes Risiko zu kompensieren. So kann sich eine Absicherungsposition schnell von drei Aktien pro Optionskontrakt auf 80 oder 90 steigern, während der Optionskäufer vielleicht nur den Gegenwert von fünf Aktien investieren musste. Diese zusätzliche Hedging-Nachfrage ist es dann, die den Kurs antreibt. Der Optionskäufer wiederrum kann durch kontinuierliche Nachkäufe neuer Optionen mit höherem Strike dieses Spiel am Laufen halten.“

Wer mehr über Optionen wissen will, ist bei Jens Rabe auf jeden Fall an der richtigen Adresse. In folgendem Video erklärt er Grundprinzipien der Optionen:

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Tesla-Quartalszahlen: Erwartungen übertroffen, Aktie steigt nachbörslich

Claudio Kummerfeld

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Ein Tesla-Auto von innen

Die Tesla-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 8,77 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 6,3/zweites Quartal 2020 6,04/erwartet für heute 8,26).

Der Gewinn liegt bei 0,76 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal +1,91/zweites Quartal 2020 +2,18/erwartet für heute +0,56).

Die „Automotive gross margin“ steigt im Jahresvergleich von 22,8 Prozent auf 27,7 Prozent.

Der Sonderumsatzposten „regulatory credits“ trägt 397 Millionen Dollar zum Autoumsatz bei, im Vorquartal waren es 428 Millionen Dollar.

Der Free Cash Flow steigt im von 418 Millionen Dollar im Vorquartal auf 1,395 Milliarden Dollar.

Die Aktie von Tesla reagiert nachbörslich mit +3,2 Prozent.

Datenblatt zeigt aktuelle Tesla-Quartalszahlen

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Aktien

Tesla-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

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Ein Tesla-Auto

Tesla meldet heute Abend seine Quartalszahlen. Wir werden dann umgehend berichten. Hier eine kurze Vorschau. Vor genau einem Jahr lag der Quartalsumsatz noch bei 6,3 Milliarden Dollar, im zweiten Quartal 2020 waren es 6,04 Milliarden Dollar. Für heute liegen die durchschnittlichen Erwartungen von 15 Analysten bei 8,26 Milliarden Dollar.

Gewinnerwartung für Tesla

Beim Gewinn pro Aktie lag Tesla bei seinen Quartalszahlen vor einem Jahr bei +1,91 Dollar, und im zweiten Quartal 2020 bei +2,18 Dollar. Für heute Abend liegen die Erwartungen für das 3. Quartal bei 0,56 Dollar. Bei Tesla kommt es oft zu Überraschungen. Kann Elon Musk diese 0,56 Dollar Erwartung auch dieses Mal sensationell nach oben toppen? (mit welcher buchhalterischen Kreativität auch immer)

Auslieferungen und Steuergutschriften

Die Auslieferungszahlen für das 3. Quartal hatte Tesla bereits am 2. Oktober veröffentlicht, und die Schätzungen von 137.000 Autos für diese drei Monate übertroffen mit 139.300 Stück. Analysten erwarten auch einen weiteren kräftigen Beitrag zum Gewinn durch „regulatorische Steuergutschriften“, die Tesla an andere Autohersteller verkauft. In den letzten Quartalen haben diese Verkäufe einen netten Teil, und manchmal sogar den gesamten Quartalsgewinn ausgemacht.

Im Chart sehen wir die Tesla-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate. Nach dem Aktiensplit wirkt die Aktie optisch viel günstiger, aber der reale Kursgewinn ist ja der selbe geblieben. Im Februar direkt vor Ausbruch des großen Börsencrash notierte die Aktie (Aktiensplit schon berücksichtigt) noch bei 185 Dollar, jetzt sind es 427 Dollar.

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie in den letzten zwölf Monaten

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