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Commerzbank Übernahme? UniCredit dementiert… nicht wirklich!

Claudio Kummerfeld

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am

So langsam kocht die Gerüchteküche über in Sachen Commerzbank. Nachdem die starke Hand einer „Deutschland Bank“ bestehend aus CoBa und DB nicht mehr als Szenario existiert, ist die Commerzbank quasi ein vogelfreies Objekt der Begierde. Zahlreiche Kandidaten aus den Niederlanden, Frankreich und Italien könnten als Käufer für die CoBa in Frage kommen.

Commerzbank ein leichtes Opfer

Zuletzt hatten wir die ING als möglichen Käufer besprochen. Immerhin, mit 44 Milliarden Euro Börsenwert wäre eine „Fusion“ per Aktientausch eine einfache Nummer für die Holländer bei einem Wert der Commerzbank von nur 10 Milliarden Euro. Aber gestern Nachmittag kam die Nachricht auf den Tisch, dass die italienische UniCredit, die sich bereits im Jahr 2005 mit der HypoVereinsbank eine der ehemals vier großen deutschen Banken einverleibt hatte, Banken ein Mandat erteilt habe für die Planung der Coba-Übernahme. In den letzten 14 Jahren wurde die Hypo quasi von der UniCredit vollumfänglich „verdaut“.

Kauft die UniCredit nun auch die Commerzbank, dann wären quasi drei (!) von vier ehemals deutschen Großbanken unter dem Schirm der Italiener verschwunden (Hypo, CoBa, Dresdner). Angeblich habe die UniCredit beratende Banken mit einem Mandat beauftragt, um die Übernahme der Commerzbank vorzubereiten. Auf diesen Bericht reagiert nun die UniCredit mit einem „Dementi“, wenn man es so nennen kann. So sagt sie im Wortlaut:

At the request of the Italian market Autorithies, further to an article published by Reuters today 14 May 2019, and the ensuing media speculations, UniCredit would like to clarify that no banking mandate has been signed related to any potential rumoured market operation. UniCredit would like to reiterate it is fully focused on the successful conclusion of its Transform 2019 plan, based on organic assumptions, which is well on track to achieve all stated objectives, as confirmed at the Group’s Q1 2019 results on 9 May 2019. As previously announced, in addition to the four financial measures unveiled on 7 May 2019, the Group will present its new business strategy at an investor day to be held in London on 3 December 2019.

Dementi klingt anders

Die entscheidenden Worte haben wir fett markiert. In diesem „Dementi“ der UniCredit wird also lediglich dementiert, dass man keiner Bank einen Mandat für eine Aktion erteilt habe. Man hat aber mit keinem Wort erwähnt, dass man kein Interesse an der Commerzbank habe. Ein nicht vorhandenes Übernahme-Interesse klingt anders! Also darf man fleißig weiter spekulieren, dass die UniCredit durchaus Interesse daran hat die Commerzbank zu schlucken.

Die UniCredit hat „nur“ einen Börsenwert von 24 Milliarden Euro. Bei einer Fusion per Aktientausch wäre die UniCredit mit ihren Aktionären aber immer noch deutlich überrepräsentiert, und die Führungsebene der Commerzbank wäre in einer fusionierten Bank wohl auch nicht mehr zu halten. Also würde die CoBa letztlich genau so untergehen (degradiert werden) wie schon die Hypo. Also deutsche Außenstelle, als Cash Cow, die bitteschön jährlich Überschüsse nach Mailand liefern soll. Dafür müsste die CoBa natürlich kräftig auf Profit getrimmt werden (Entlassungen, Filialschließungen uvm)!

Die Commerzbank-Aktie stieg gestern schon von 7,32 auf 7,72 Euro. Wird sie heute im Tagesverlauf schwächer tendieren? Na ja… bei dem schwammigen halb garen Dementi, da wird die Gerüchteküche ja eher angeheizt als runtergekocht!

Frankfurt Skyline mit Commerzbank Tower
Foto: Epizentrum – Opera propria CC BY-SA 3.0

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

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