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Constancio (EZB): Negative Inflationsrate in den nächsten Monaten

Markus Fugmann

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am

Vor zwei Monaten hatte der EZB-Vizechef noch kategorisch ausgeschlossen, dass es zu einer Deflation kommen könne, nun macht er einen Rückzieher: im Interview mit der Wirtschaftswoche sagte Constancio:

„Wir rechnen nun mit einer negativen Inflationsrate in den kommenden Monaten. Das ist eine Sache, die sich jede Zentralbank sehr genau anschauen muss.“

Auslöser der veränderten Erwartung sei der gesunkene Ölpreis, so der EZB-Vize. Nun drohe „ein gefährlicher Teufelskreis aus sinkenden Preisen, steigenden realen Lohnkosten, sinkenden Gewinnen, schrumpfender Nachfrage und weiter sinkenden Preisen (..) „Die Wirtschaft würde dann in eine Rezession rutschen“.

Aber nein nein, ein paar Monate mit „negativer Inflation“ seien natürlich keine Deflation: „Wenn es nur ein temporäres Phänomen ist, dann sehe ich keine Gefahr. Deflationäre Tendenzen beginnen, wenn die Unternehmen und die Menschen ihr Verhalten ändern und Investitionen und Ausgaben verschieben.“

Nun ist es allerdings so, dass die Märkte schon seit einigen Monaten eine Deflation einpreisen – und zwar zu einem Zeitpunkt, als die EZB davon noch nichts wissen wollte. Es sieht also schwer danach aus, als sei die EZB einmal mehr „hinter der Kurve“.

Das gilt auch für den Banken-Stresstest der EZB: hier war die Möglichkeit einer Deflation völlig ausgeklammert, im worst case-Szenario der Notenbank lag die Inflation noch deutlich über 0 – und das bei einem Katastrophen-ähnlichen Szenario. Dass all das weit weg von der Realität ist, zeigt sich nun einmal mehr: wir haben beretis klar deflationäre Tendenzen, obwohl die Wirtschaft der EU sogar noch leicht wächst. Sollte wirklich ein heftiger Abschwung kommen, liegt es auf der Hand, dass dann auch die Preise weiter in den Keller gehen würden.

Da stellt sich die Frage: hat die EZB die Dinge noch im Griff? Die Märkte glauben das offenkundig – in Reaktion auf die Aussagen Constancios fällt die Rendite für Spaniens 10-jährige Staatsanleihe heute auf ein Allzeittief von 1,68%, weil nun die Wahrscheinlichkeit von Staatsanleihenkäufe durch die EZB weiter steigt. Es kommt aber der Tag, an dem die Märkte erkennen, wie dilettantisch EZB wirklich ist..

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    22. Dezember 2014 09:58 at 09:58

    Einer der zahlreichen Beelzebube der EZB erkennt plötzlich einen gefährlichen Teufelskreis.Mitglieder des“Obersten Sowjet“ der europäischen Wirtschaftsplanungsbehörde EZB,warnen nun vor den, bisher geleugneten Risiken&Nebenwirkungen,ihrer unmässigen&einer Marktwirtschaft abträglichen Marktmanipulationen!Die europäischen Völker,speziell Deutschland,haben schon wesentlich bedrohlichere Situationen ausgehalten,als das marktgerechte Verschwinden von Zockern&Zombiebanken!Das ist Natur&Evolution pur:Die Menge der Schädlinge regelt sich über’s Nahrungsangebot.Heuschrecken beispielsweise verenden,wenn nicht genug Futter herangeschaft wird oder sie weiterziehen können.Stoppt den“ unendlichen“? Geldspritzenunsinn&gebt der Evolution wieder,was ihr zusteht!

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