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Container-Preise fallen – Chinas Exporte schwächeln

Container-Preise zeigen Abkühlung der Wirtschaft

China Container-Preise

Die Container-Preise von China nach Europa und von China in die USA sind zuletzt deutlich gefallen. Was signaliert uns das?

China und seine Wirtschaft nach dem Lockdown

Hu Xijin, Chinas Uli Hoeneß, Dampfplauderer und Ex-Chefredakteur der Global Times, schrieb am 18.02.2020 angesichts der einbrechenden chinesischen Wirtschaft auf dem in China geblockten Twitter folgendes:

Hu Xijin China

Hu Xijin war also schon im Februar der Ansicht, dass der Einfluss der Pandemie nur kurzfristig sei. Die offiziellen Daten aus dem Juni legten dies auch nahe, da diese einen hohen Industrieausschuss meldeten. In einem früheren Artikel wurde gezeigt, dass diese Daten von zweifelhafter Qualität sind (siehe hierzu den Artikel „Wirtschaft in China: Wer hat an den Zahlen gedreht?“).

Im April warnte Finanzmarktwelt.de bereits davor, dass sich die Auftragseingänge für das wichtige Weihnachtsgeschäft in China auf einem niedrigen Niveau befinden.

China, Container-Preise und die Abschwächung der Wirtschaft

Neue Daten zeigen nun, dass die chinesischen Exporte deutlich schwächeln. Überraschend haben sich die Frachtraten weiter abgeschwächt. Mit dem Ende der Lockdowns hätte man eigentlich davon ausgehen können, dass sich die Frachtraten erholen würden, es zeigt sich aber, dass sich in der letzten Woche die Frachtraten für Container um 3,0% vergünstigt haben, wie ein Blick in den World Container (WCI) Index zeigt.

Der WCI wird von der britischen Consulting Firma Drewry Shipping Consultants Ltd. auf Basis der durchschnittlichen Frachtraten von 40-Fuss Standard Container erstellt – sozusagen der BigMac-Index der Logistik-Industrie.

Dabei sind die Frachtraten von China nach Amerika (Shanghai – Los Angeles mit -5%) deutlich stärker gefallen als der Durchschnitt. Hier spielt die schwächere Nachfrage, die hohen Lagerbestände, die hohe Inflation und die heraufziehende Rezession eine entscheidende Rolle. Die Frachtraten nach Europa zeigen auch eine negative Tendenz, was darauf schließen lässt, dass auch hier die Nachfrage sinkt.

Frachtraten von Amerika und Europa nach China steigen hingegen, was darauf schließen lässt, dass in China die Nachfrage wieder leicht ansteigt.
S&P Global Market Intelligence schätzt in einem Anfang Juni veröffentlichten Report, dass das weltweite Containeraufkommen um 1,2% sinken wird. Dies korrespondiert mit dem Ausblick der Nomura Holdings Inc., die davon ausgeht, dass der chinesische Export nur um 1,6% steigen wird. Thomas Gatley, Senior Analyst bei Gavekal Research Ltd., geht davon aus, dass das Export-Volumen abnehmen wird, auch wenn durch die Preissteigerungen ein nominales Wachstum erreicht werden sollte.

Die Preise für Container-Fracht werden also tendenziell im weiteren Verlauf des Jahres weiter fallen, während es für China immer schwieriger werden wird, seine Wachstumsziele zu erreichen.

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3 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Container Preise fallen…? Die Container Preise fallen nicht, sie stabilisieren sich auf hohem Niveau.

    Ich darf daran erinnern das die Commerzbank sich seinerzeit mit Schifffahrtskrediten verspekulierte und dadurch in Bedrängnis geriet.

    Im Prinzip entstanden die künstlich hohen Preise nur durch Corona. Jetzt stabilisieren sich die Preise auf hohem Niveau.
    Im Prinzip gibt es immer noch ein Überangebot an Containerschiffen.

  2. Sie fallen. Am Freitag hab ich fuer einen 20″ Container ein Angebot ueber 7,500 USD bekommen. Vor zwei Monaten waren es noch 9,500 USD von Shanghai nach Hamburg.
    Gut zu sehen auch beim WCI https://infogram.com/world-container-index-1h17493095xl4zj.

  3. Doi Ennoson,so schauts aus . Sie werden weiter fallen ,geht doch garnicht anders. Die Paychecks bei den Amis sind immer mehr abgefrühstückt ,die Häfen verladen nach und nach die Schiffe. Dann werden wir ja sehen was von dem Inflationsdruck über bleibt. Richtungsweisend / bezahlte Hauspreise USA und Immokrise China. Solange die FED jetzt Kurs hält und keinen Schwenk macht . Solange die Banken noch bilanzieren können und genug Anleihen/Cash haben ,okay. Noch scheint es so zu sein.

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