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CoreWeave-Aktie fällt 6 % – Hintergrund sogar KI-Bullisch?

Die KI-Aktie CoreWeave fällt um 6 %. Der KI-Boom ist offenbar so groß, dass die ganze Branche mit Verzögerungen zu kämpfen hat.

CoreWeave-CEO Michael Intrator
CoreWeave-CEO Michael Intrator. Foto: Bloomberg

Können schlechte Nachrichten im großen Bild auch eher gute Nachrichten sein? Wenn sich Umsätze verzögern, weil in der ganzen KI-Branche die Nachfrage der Kunden zu groß ist, kann das natürlich positiv ausgelegt werden. Von daher könnte der aktuelle 6 % Kursrückgang bei der CoreWeave-Aktie eine „günstige Gelegenheit“ sein?

CoreWeave senkt Umsatzausblick wegen Projektverzögerung

Der US-Cloudanbieter CoreWeave hat seine Jahresumsatzprognose gesenkt, nachdem sich die Erfüllung eines Kundenvertrags verzögert hat – ein Rückschlag für das Unternehmen, das im Wettbewerb um die Chancen der Künstlichen Intelligenz steht, so berichtet Bloomberg News. Für 2025 erwartet CoreWeave nun einen Umsatz zwischen 5,05 Milliarden und 5,15 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Montag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen in einer Telefonkonferenz mitgeteilt hat. Zuvor hatte die Prognose bis zu 5,35 Milliarden Dollar betragen.

“Wir sind von vorübergehenden Verzögerungen eines externen Rechenzentrumsentwicklers betroffen, der im Zeitplan zurückliegt”, sagte Vorstandschef Michael Intrator. Die Verzögerung werde sich im vierten Quartal bemerkbar machen, doch der betroffene Kunde habe einer Anpassung der Lieferpläne zugestimmt, sodass “der Gesamtwert des ursprünglichen Vertrags erhalten bleibt”, fügte er hinzu.

Die Mitteilung zeigt, wie schwierig es ist, der unstillbaren Nachfrage nach KI-Leistung gerecht zu werden. Der Aktienkurs, der sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat, fiel am Montag im nachbörslichen Wall-Street-Handel um rund 6%. CoreWeave war im März an die Börse gegangen. Der Cloud-Servicedienstleister hat sich darauf spezialisiert, hochleistungsfähige GPU-Infrastruktur in eigenen Rechenzentren für KI-Training, Inferenz und andere rechenintensive Anwendungen bereitzustellen. Mit seinem Angebot richtet sich das Unternehmen aus Livingston, New Jersey, vor allem an große Technologie- und KI-Firmen, die eigene Rechenkapazitäten nicht selbst aufbauen wollen oder können.

CoreWeave ist enger Partner des Chipherstellers Nvidia und zählt OpenAI sowie Microsoft zu seinen Kunden. Das Unternehmen gilt als Favorit für Investoren, die auf das rasante Wachstum der KI-Ausgaben setzen. Die starke Nachfrage zwingt das Unternehmen, seine Rechenzentren schnell auszubauen und mit modernster Technik auszustatten. Zugleich versucht CoreWeave, seine Kundenbasis zu verbreitern, nachdem es jahrelang stark von Microsoft abhängig war.

Verzögerungen beim Ausbau der KI-Infrastruktur seien in der gesamten Branche ein wiederkehrendes Problem, sagte Intrator in einem Interview. Auch wenn der Vertragswert gesichert sei, sei niemand zufrieden. “Alle sind frustriert – der Rechenzentrumsanbieter ist frustriert, wir sind frustriert, der Kunde ist frustriert”, sagte er, ohne Namen zu nennen. “Und überhaupt sind auch diejenigen frustriert, die auf die nächste Generation der KI warten.”

Das Unternehmen versuche, auf den Baustellen jeweils das richtige Personal vor Ort zu haben, um Probleme frühzeitig zu erkennen, so Intrator weiter. “Wir tun alles richtig. Es ist einfach ein herausforderndes Umfeld.”

Die operative Marge lag im dritten Quartal bei 4% und damit unter dem Analystendurchschnitt von 6,5% sowie unter dem Vorjahreswert. Der Quartalsumsatz stieg auf 1,36 Milliarden Dollar und übertraf damit die Schätzung von 1,29 Milliarden Dollar. CoreWeave berichtete einen Verlust von 22 US-Cent je Aktie. Analysten hatten mit einem Minus von 57 Cent gerechnet. Der Auftragsbestand belief sich zum Quartalsende auf 55,6 Milliarden Dollar – und war damit fast doppelt so groß wie im vorangegangenen Quartal.

FMW/Bloomberg



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