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Aktie verliert 9 % CoreWeave: Höherer Verlust, höheres CAPEX – KI-Angst

Der auf rechenintensive KI-Anwendungen spezialisierte Anbieter CoreWeave meldet höhere Verluste und steigende Investitionen.

CoreWeave CEO Michael Intrator
CoreWeave CEO Michael Intrator. Foto: Bloomberg

Mittwoch Abend meldete Nvidia glänzende Quartalszahlen über den Erwartungen, auch der Jahresausblick lag über den Erwartungen. Aber das war nicht glänzend genug. Die Aktie verlor gestern im regulären US-Handel satte 5,49 %. Die grundsätzliche KI-Angst vor zu hohen Investitionsausgaben (CAPEX) und zu niedrigen Erlösen geht um. Bei Nvidia zweifelt man, ob die Auftragsbücher noch jahrelang so voll bleiben können. Und gestern Abend nach Börsenschluss gab es den nächsten „Angstschub“ im KI-Universum. CoreWeave meldete Quartalszahlen, die höhere Verluste und gleichzeitig steigende Investitionen zeigen. Die Aktie verlor gestern Abend 13 %, und bis heute früh sind es immer noch -9 %, auch im frühen deutschen Börsenhandel.

CoreWeave: Cloud-Spezialist für KI plant Milliarden-Investments

Das auf rechenintensive KI-Anwendungen spezialisierte Unternehmen, zu dessen Großaktionären Nvidia zählt, wies einen höheren Verlust aus als erwartet. Dazu berichtet Bloomberg: Indessen kündigte das Management steigende Investitionsausgaben für den weiteren Ausbau seiner Rechenzentrums-Infrastruktur an. Die Kombination aus wachsenden Fehlbeträgen und erhöhtem Kapitaleinsatz schürte bei Anlegern die Sorge, dass CoreWeave beim schnellen Kapazitätsausbau finanziell überzieht.

Der Verlust hat sich im vierten Quartal auf 89 Cent je Aktie ausgeweitet, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgegeben hat. Analysten hatten im Durchschnitt mit rund 72 Cent gerechnet, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Gleichzeitig ist der Umsatz auf 1,57 Milliarden Dollar gestiegen. Er lag damit leicht über dem Analystenkonsens von 1,55 Milliarden Dollar.

Der Betreiber von KI-Rechenzentren hat angekündigt, dass die Kapitalausgaben im Jahr 2026 zwischen 30 und 35 Milliarden Dollar liegen werden – und damit höher als von Analysten erwartet. CoreWeave gehört zu einer Gruppe von Unternehmen, die als Neoclouds bekannt sind. Diese Unternehmen vermieten den Zugang zu leistungsstarken Chips und Rechenressourcen. Die Nachfrage nach diesen Diensten ist stark gestiegen, und CoreWeave verweist auf Verträge mit Kunden wie OpenAI, der Facebook-Mutter Meta Platforms und Microsoft.

Doch der Ausbau der Kapazitäten ist kostspielig – und nicht frei von Problemen. Im November hat das Unternehmen seine Jahresumsatzprognose gesenkt, weil sich die Erfüllung eines Kundenvertrags verzögert hat. Um seine Projekte zu finanzieren, hat CoreWeave zudem mehr Schulden aufgenommen.

Im Gespräch hat Firmenchef Mike Intrator betont, dass CoreWeave nur dann Geld leiht, um Ausrüstung wie KI-Prozessoren zu kaufen, wenn die entsprechenden Kunden bereits feststehen. “Ja, wir werden eine gewaltige Summe ausgeben”, sagte er. “Aber es gibt keine Möglichkeit, dass uns jemand dieses Geld leihen würde, wenn wir nicht bereits in der Position wären, das an die Microsofts und die Metas und die Nvidias und die Googles verkauft zu haben.”

Für dieses Jahr stellt CoreWeave einen Umsatz zwischen 12 und 13 Milliarden Dollar in Aussicht, davon sollen rund 2 Milliarden Dollar im ersten Quartal anfallen. Analysten hatten für 2026 mit einem Umsatz von 12,1 Milliarden Dollar gerechnet und für das erste Quartal mit Erlösen von 2,24 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis soll sich nach Angaben des Unternehmens zwischen der Gewinnschwelle und 40 Millionen Dollar bewegen.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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